Gegen die gähnende Leere

von Peter Posztos

Woche für Woche findet in Gmund der Bauernmarkt statt. Immer freitags ab 13 Uhr bieten Händler ihre Produkte, darunter Obst, Gemüse, Käse, Fisch und Fleisch an. Doch bei mittlerweile nur noch einem Marktstand herrscht kaum noch Betrieb auf dem Ludwig-Erhard-Platz. Nun soll der Markt wiederbelebt werden – mittels Umzug.

Auf dem Platz in Gmund steht mittlerweile nur noch ein Wagen
Auf dem Platz in Gmund stand vergangenen Freitag nur noch ein Wagen.

Bereits seit Jahrzehnten findet in Gmund ein Wochenmarkt statt. Früher wurde er auf dem Volksfestplatz ausgerichtet. Über ein Dutzend Marktstände waren damals jede Woche vor Ort, um Lebensmittel zu verkaufen. Zwölf bis 20 Stände waren es zu Spitzenzeiten, die vom Apfel über Brot, Käse oder Schnitzel bis hin zur Zwiebel alles Notwendige an den Mann oder die Frau brachten.

“Das Geschäft lief super”, erinnert sich ein Standbetreiber. “Es war ein leicht zu erreichender Ort der Vielfalt”, schwärmt ein Stammkunde. Auch Parkplätze habe es am Volksfestplatz reichlich gegeben.

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Erhoffte Synergieeffekte nicht erreicht

Vor mehr als zehn Jahren zog der Bauernmarkt dann um auf den Ludwig-Erhard-Platz. Die Intention der Gemeinde: den Dorfplatz zu beleben. Doch die Rechnung ging nicht auf. Ende 2012 musste der Dorfladen schließen. Hauptsächlich Stammkunden kaufen jetzt einmal die Woche auf dem Bauernmarkt am Ludwig-Erhard-Platz ein. “Es könnten mehr sein”, so ein Händler.

Der Hauptgrund, dass kaum Neukunden für den Markt zu begeistern sind, scheint die schwierige Parkplatzsituation zu sein. Zudem fehlen die angestrebten Synergieeffekte, seit der Gmunder Dorfladen schließen musste. Alles an einem Ort einzukaufen, das wünschen sich viele Kunden. Zwar bekommt man auf dem Markt noch frische Produkte, doch rundum versorgen kann man sich hier schon lange nicht mehr. Der ursprüngliche Ansatz ist damit hinfällig.

Zurück zum Volksfestplatz?

Die Idee über einen Umzug den schwächelnden Markt wieder zu beleben, geistert dabei schon seit Jahren durch die Amtsstuben und Verkaufswagen. Händler und Kunden könnten davon profitieren. Und auch die Gemeinde Gmund hat großes Interesse an einer regionalen Nahversorgung der Bürger und möchte, dass der Wochenmarkt gut läuft.

“Wir stehen einer Diskussion offen gegenüber”, erklärte der damalige Geschäftsleiter Alfons Besel bereits vor drei Jahren. Dass seither nichts passiert ist, sei allerdings falsch, hört man aus dem Rathaus. So erklärte am Dienstag Gmunds Bürgermeister Georg von Preysing, dass der Wochenmarkt ab dem 8. Juli wieder zurück auf den Volksfestplatz zieht. Zum Start habe man insgesamt acht Händler gewinnen können. “Möglicherweise wird es dann später aufgestockt”, so Preysing.

Zudem dürften sich ab Mitte Juli durch den neuen Rewe, der auf dem Maximilian-Areal entsteht, die gewünschten Synergieeffekte am “neuen alten” Standort einstellen. So könnte spätestens dann die alte, aber immer noch gültige Rechnung einer “Rundumversorgung an einem Platz” aufgehen. Die Einheimischen würde es freuen.

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