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Einjähriges für den Gmunder Dorfladen: Konzeptlos aber lächelnd

Von Steffen Greschner

Zweite Ergänzung vom 19. Juni mit der Überschrift: “Einjähriges für den Gmunder Dorfladen: Konzeptlos aber lächelnd”
Mit einer großen Aktion feierte der Gmunder Dorfladen am Freitag sein einjähriges Bestehen. Das typische Grinse-Politiker-Bild gibt es beim Merkur. Dass in der Situation, in der der Dorfladen steckt, es eigentlich nicht mehr viel zu lachen gibt, macht dann im angehängten, aber leider belanglosen Artikel sogar die Marktleiterin Claudia Hofmann klar.

So wie es scheint sind die Verantwortlichen ratlos, da sich der durchschnittliche Warenkorb nicht so entwickelt wie erhofft. Bedeutet konkret: Die Menschen, und damit die Gmunder, tätigen ihre Großeinkäufe nicht im Dorfladen. Noch nicht mal die Gesellschafter.

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Der Gmunder Dorfladen feierte sein einjähriges Bestehen

Hofmann bedauert dies. Aber ein wirkliches Konzept oder sogar eine Lösung haben Sie, ihre Aufsichtsratkollegen oder der Bürgermeister auch nicht.

Wir bedauern dies auch. Ganz so ratlos sind wir allerdings nicht und weisen auf einen Artikel hin, den wir im Mai diesen Jahres geschrieben haben. Unter der Überschrift “Wenn Utopie auf Marktwirtschaft prallt” stand da im letzten Abschnitt das unserer Meinung nach einzig vernünftige Konzept für den Gmunder Dorfladen. Und diese Einschätzung hat sich seither auch nicht geändert:

Eine Nische als spezialisierter Anbieter, der durch unbedingte Kundennähe und außergewöhnlichen Service punktet, ist auf alle Fälle erfolgsversprechender als das, was derzeit angeboten wird. Vor allem die Positionierung als Laden für alle Talbürger und nicht nur für Gmunder, die in fußläufiger Entfernung wohnen, wäre entscheidend um eine kritische Masse potentieller Kunden zu erreichen.

Vielleicht war und ist das immer noch das größte Mißverständnis. Die Utopie eines Geschäftes, welches den Gmundern wieder eine tägliche, universelle und nahe Einkaufsmöglichkeit bietet, war aufgrund des geringen Einzugsgebietes von Anfang an zum Scheitern verurteilt. Spätestens nach einem Jahr sollten das auch die letzten Romantiker erkannt haben.

Und somit sollte es eigentlich heißen: Besser ein Dorfladen, der läuft, als ein Dorfladen, der trotz des großen Engagements langsamt stirbt. Um das zu erreichen muss aber radikaler gedacht und vor allem gehandelt werden. Schnell, effektiv und kundenorientiert.

Ergänzung vom 14. Juni 2011 / 19:51 Uhr:
Es ist manchmal ganz interessant zu lesen, was man vor einem Jahr zu einem Thema geschrieben hat oder welcher Meinung man bei einem Kommentar war. Der Gmunder Dorfladen ist so ein “interessantes” Thema. Fast zwei Dutzend Artikel sind bisher entstanden, die das alles mittlerweile auch sehr kontrovers beleuchten.

Vor über einem Jahr, am Tag der Eröffnung, konnte man das nicht ahnen. Der 10. Juni 2010 war ein Freudentag für die Initiatoren und eine Menge Gmunder Bürger.

Doch seither hat sich einerseits viel getan: Es wurde viel Herzblut in das Projekt gesteckt, der Geschäftsführer ausgetauscht, es gab außerordentliche Gesellschafterversammlungen und weitere Finanzierungsrunden von seiten der Gemeinde. Und andererseits ist wenig passiert: das Konzept ist immer noch nicht ganz ausgereift, das Marketing ist viel zu spät gestartet und die Probleme mit Lieferanten halten auch weiterhin an.

Trotz allem hat der Dorfladen, vor allem aber die Menschen, die dahinter stehen, etwas zu feiern. Das offizielle einjährige Jubiläum ist zwar bereits vorbei. Aber diesen Freitag, den 17. Juni, steigt auf dem Ludwig-Erhard-Platz eine kleine Feier anläßlich der Eröffnung am 10. Juni 2010.

Bei der Feier bekommen die Gäste ab 10 Uhr einiges geboten. Vor allem die regionalen Lieferanten des Dorfladens fahren groß auf: Der Saliterhof liefert Backwaren, Liedschreiber schickt Schnaps, der Obermooserhof bringt Biokäse mit, die Naturkäserei ihre mittlerweile weithin bekannten Käsesorten und die Metzgerei Holnburger alles was mit Fleisch zu tun hat.

Ursprünglicher Artikel vom 08. Juni 2010:
Der Gmunder Dorfladen hat seinen Testlauf hinter sich. Die Kasse funktioniert inzwischen und auch mit den Besuchern der ersten Tage ist man sehr zufrieden. Nachdem am 1. Juni die “stille Eröffnung” zum Testlauf mehr oder weniger reibungslos über die Bühne gegangen ist, folgt jetzt am Donnerstag, 10. Juni, die offizielle Eröffnung. Um 11 Uhr geht’s los und jeder ist herzlich eingeladen mitzufeiern. Neben dem offiziellen und kirchlichen Segen, wird sich der Dorfladen dann nochmal allen in voller Pracht präsentieren. Wir gratulieren an dieser Stelle schon recht herzlich!

Das ist der Artikel zu der stillen Eröffnung von letzter Woche:
“Der Ansturm hat uns wirklich überrascht” sagte Andreas Vogt glücklich. Mit so einem Andrang hat der Geschäftsführer des Gmunder Dorfladens nicht gerechnet. “Mindestens 150 Kunden waren es sicher” sagt er gegen 16:00 Uhr. Doch selbst um diese Zeit war noch viel Los im Gmunder Dorfladen. Die meisten Regale waren zur Eröffnung schon gut gefüllt und für den täglichen Bedarf findet man eigentlich alles. Die Preise gehen in Ordnung, sind jetzt aber nicht vergleichbar mit Aldi und Co. Meine 1 Liter-Cola hat mit Pfand 1,44 Euro gekostet – das ist fair.

Ganz problemlos lief der erste Tag aber noch nicht: “Die Probleme mit der Kasse bedeuten sicher noch zwei Nächte Fleißarbeit” sagt Vogt. Heute haben sich beim Bezahlen zeitweise noch längere Schlangen gebildet. Schuld war die EDV: Einige Produkte werden vom Scanner noch nicht erkannt. Andere werden falsch berechnet. Für die einzelne Flasche Wasser berechnet die Kasse gleich die ganze Kiste und so weiter. Das hieß heute viel, viel laufen, die richtigen Preise nachschlagen und von Hand eintippen. “Ich habe das erwartet und mir extra Turnschuhe angezogen” sagt Vogt lachend, “und die Kunden hatten zum Glück alle Geduld, was die Kasse angeht.”

Etwas Geduld ist auch noch nötig, bis das endgültige Sortiment steht. Noch sind einige Regale leer oder nur zur Hälfte gefüllt. Bis zur offiziellen Eröffnung am 10. Juni, soll das aber anders sein. Vor allem die Regionalen Produkte werden erst Stück für Stück ins Sortiment aufgenommen. Am 10. Juni, soll dann auch der angekündigte Mittagstisch starten – heute gab es erstmal nur Leberkäse. “Und selbst da mussten wir schon den zweiten Backen!” sagt Geschäftsführer Vogt.

Besonders gut kam der Biokäse aus der Naturkäserei an. Von den 200 Bioeiern waren am Nachmittag auch nur noch knappe 40 da. Alles in allem sind alle Beteiligten mit dem ersten Tag mehr als zufrieden.

“Und das ist alles erst noch der Probelauf” – richtig und ganz offiziell los geht’s am 10. Juni. Öffnungszeiten sind aber auch jetzt schon täglich von 7:30 Uhr bis 18:30 Uhr. Durchgängig und ohne Mittagspause.

Wir gratulieren zur erfolgreichen Eröffnung und zeigen hier noch ein paar Bilder vom ersten Tag:

Noch gilt alles als Probelauf mit echten Kunden. Ab dem 10. geht's richtig los.
"Am Vormittag war am meisten los" sagt der Geschäftsführer. Aber auch am Nachmittag waren permanent Kunden im Laden.
Die Milch kommt, wie viele andere Produkte, aus der Region.
Vom Tiefgekühlten, bis zur Frischtheke ist alles da.
Die Reste vom ersten Tag: Der Andrang an der Käsetheke war groß.
Beratung und Zeit für Gespräche blieben aber auch am ersten Tag
Auch beim Gemüse gibt es eine großzügige Auswahl von Bio bis Südfrucht.
Und das ist sie: Die teilweise streikende Kasse
Geschäftsführer Vogt hat noch alle Hände voll zu tun, bis die Kasse richtig läuft

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