Gmund schließt Gesetzeslücke

Ortsgestaltung sorgt für klare Regeln

Von Peter Posztos

Spätestens seit 2007 soll Gmund die gültige Ortsgestaltungssatzung überarbeiten. Der Grund ist eine Entscheidung des Bayerischen Verwaltungsgerichtes, welches sich im Fall eines Hauses im St. Quiriner Kramerweg, zugunsten des Bauherren entschied.

Damals wollte die Gemeinde das Haus nur mit Dachüberstand bewilligen. Doch das Gericht machte den Gemeinderäten um Bürgermeister Georg von Preysing einen Strich durch die Satzungs-Rechnung.

Laut Bauamtsleiterin Christine Lang begründete der Richter das Urteil damals unter anderem damit, dass in der Gestaltungssatzung keine Befreiung von der Vorschrift der Dachüberstände angedacht war.

Gmund musste daraufhin die Satzung überarbeiten, um eindeutig zu regeln, was eigentlich erlaubt ist und was nicht. Dabei wurde jedoch die Anpassung der Gestaltungssatzung wieder und wieder verschoben, so Georg von Preysing. „Es gab immer andere – noch wichtigere Dingen – von denen wir überrollt wurden.“

Nun, fünf Jahre später, steht das Thema definitiv auf der Agenda der Gemeinde. Noch in 2012 wolle man die geltende Satzung überarbeiten. Bis dahin seien laut Lang einige interne Vorgespräche der Fraktionssprecher, unter andere mit der Verwaltung, nötig.

“Wir müssen noch klären, in welchen weiteren Punkten bei der aktuell gültigen Gestaltungssatzung konkret Handlungsbedarf besteht. Erst dann wird es zu Gesprächen in den Ausschüssen kommen.”

Gemeinderätin Wagner mahnt mehr Freiheiten an

Wenn es nach dem Willen Helga Wagners geht, sollten Bauherren zukünftig jedoch mehr Freiheiten als weniger bekommen. Die „Bauplanversionen“ von Gebäuden sind nach den derzeitigen Anpassungen an die veraltete Satzung oft ganz andere und kaum mehr wieder zu erkennen, so Wagner.

„Das neue Gebäudemodell in den Plänen hat meist mit dem alten ursprünglich eingereichten kaum noch etwas zu tun“, meint die Grünen-Gemeinderätin, die das schade findet und nicht wissen will, was jeweils die Bauherren davon halten.

Im Tegernseer Tal gibt es laut Wagner schöne alte Häuser, die zu einer Zeit gebaut wurden, als es noch keine Ortsgestaltungssatzungen gab. Bürgerliche Häuser mit steilen Dächern. „Das sind heute die Gebäude, die das Ortsbild auflockern und charmanter und lebhafter für die Ortschaften machen“, meint Wagner.

Eine Vorstellung, die Bürgermeister von Preysing wie auch der komplette Bauausschuss nicht kommentieren wollten.

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