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Wenig Mitarbeiter, viele Bedürftige im Tegernseer Tal

Gmunder Tafel braucht Unterstützung

Von David Drezga

Alleinstehende, Familien, Rentner: Rund 170 Personen sind im Tegernseer Tal auf die Gmunder Tafel angewiesen. Besonders die Vorweihnachtszeit ist für viele Bedürftige schwer. Was am See aber vor allem fehlt, sind Ehrenamtliche. Für die Gmunder Tafel ein großes Problem: Wenig Mitarbeiter, viele Bedürftige.

Weihnachtlich geschmückt empfängt die Tafel in Gmund Bedürftige aus dem Tegernseer Tal. / Quelle: Marion Bürkner

Die Weihnachtsvorbereitungen sind in vollem Gange. Geschenke besorgen, das Menü für Heilig Abend planen und Familienbesuch organisieren. Doch was für viele Menschen sorglose und schöne Momente mit Familie und Freunden bedeutet, ist für Bedürftige oft eine schwierige Zeit. Zwischen 140 und 170 Personen sind es, die hier im betuchten Tegernseer Tal auf die Tafel angewiesen sind – davon wortwörtlich satt werden.

Es werden immer mehr

Allein die Menschen, die jede Woche regelmäßig in die Räume an der Wiesseer Straße kommen, machen schon an die 50 Personen aus, erzählt Petrika Kolodziezyk, Leiterin der Gmunder Tafel. Die meisten sind ältere Menschen mit spärlicher Rente und Familien, aber auch Alleinstehende mit geringem Einkommen, Arbeitslose und Erwerbsunfähige. Die verschiedensten Leute seien darunter, erzählt Kolodziezyk – und es werden immer mehr.

Man kommt mit den Leuten ins Gespräch, doch die Geschichten sind meist nicht lustig. Manche Leute haben nicht einmal einen Ofen zuhause, weil sie es sich nicht leisten können.

Sie glaubt auch, dass die Dunkelziffer der Bedürftigen höher sei, denn viele schämen sich, zuzugeben, dass sie in die Armut abgerutscht sind oder eine so kleine Rente haben. Scham ist laut Kolodziezyk ein großes Thema. Auch bei der Gmunder Tafel muss man schließlich erst seinen Sozialhilfe- oder Rentenbescheid vorlegen, was vermutlich einige abschrecke.

Die größte Sorge der Leiterin ist aber derzeit der Personalmangel. Vor allem bräuchten sie Fahrer und kräftige Männer, um die Waren von den Spendern einzusammeln und zur Tafel zu bringen. Dabei müssen beispielsweise Kisten getragen und in die Regale eingeräumt werden. Die Lebensmittel kommen glücklicherweise schon seit Jahren von Supermärkten, Metzgereien oder Bäckereien aus der Umgebung. Salat ist darunter, ebenso wie Obst, Milch, Käse, Brot, Tee, Zucker oder auch Nudeln.

Jede Hilfe ist willkommen

Aber auch andere Mitarbeiter wären von Nöten, unter anderem für die Ausgabe am Samstag. Die Lebensmittel müssen ja auch hergerichtet werden, damit sie appetitlich aussehen. Von der Abholung bis zur Koordinierung – die Tafel braucht also an allen Ecken und Enden Unterstützung. Nicht zu vergessen ist, dass es sich bei den Mitarbeitern um Ehrenamtliche handelt. Kolodziezyk selbst, die ihr Amt von Helga Auth im vergangenen Jahr übernommen hat, übt die ehrenamtliche Tätigkeit insgesamt schon seit rund 16 Jahren aus, erzählt sie. Genau genommen eben seitdem die Tafel in Gmund besteht.

Sie macht das, „weil sie den Leuten, die kommen, gerne helfen will.“ Auch gerade jetzt an Weihnachten. Da gibt es Sonderaktionen mit kleinen Geschenken für Kinder. Die Gmunder Tafel will damit nicht nur Anlaufstelle für die wöchentliche Grundversorgung sein, sondern auch an die kleinen Freuden denken. Um die Tafel weiterhin auf diesem Niveau betreiben zu können, braucht es allerdings mehr Ehrenamtliche. Wer also gerade jetzt zur Weihnachtszeit, aber auch im kommenden Jahr Zeit und Herz hat, findet den Kontakt auf der Webseite der Diakonie Tegernsee.


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