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Das Regierungsprogramm des Franz von Preysing

Gmunds CSU-Kandidat stellt sich den Wählern

Ist ein voller Saal ein gutes Omen? Zumindest dürfte dies den Bürgermeisterkandidaten Franz von Preysing bis zur Wahl beflügeln. Erstmals äußerte der CSU-Mann auch seine Pläne für eine Verkehrsberuhigung.

Bürgermeisterkandidat Franz von Preysing war gestern sichtlich begeistert über das große Interesse

Er war sichtlich „überwältigt“ vom Interesse an seiner Wahlveranstaltung. Mehr als 120 Zuhörer lockte Franz von Preysing am Montagabend in den Neureuther-Saal. Nun könne er in den Dialog mit den Bürgern treten, sagte der CSU-Kandidat. Er will das Rathaus in Gmund erobern und Nachfolger seines Vaters Georg werden. Immer wieder sehe er sich der Vater – Sohn – Beziehung ausgesetzt, so Preysing jr. „Dein Vater ist Bürgermeister und nun du, hm, hm“. Nachdem sein Vater im Herbst darauf verzichtete, nach 18 Amtsjahren wieder zur Wahl anzutreten, „habe ich die Entscheidung zur Kandidatur ganz alleine getroffen“.

Er betonte, dass es am 25. Februar nicht um die Wahl des „Bürgermeisterbuben“ gehe, sondern „um die Wahl des Franz von Preysing“. Er habe im Gemeinderat auch mal gegen den Vater gestimmt. Als 39-Jähriger „stehe ich für eine junge Generation mit neuen Themen“. Meist werde er gefragt, warum er Bürgermeister werden wolle, wo er doch einen „Superjob“ bei der Sparkasse als Leiter der Geschäftsstellen habe. Preysings Antwort:

Gmund ist meine Heimat und da bin i dahoam.

Aus seinem Leben in der Gemeinde habe er viele Kontakte zu Personen, Firmen und Vereinen. Und seine beiden Söhne sehe er als „Zukunft“. Und diese Zukunft wolle er als Bürgermeister „gestalten“. Sein Motto ist: „Gutes bewahren und Neues gestalten“. In einer Großfamilie aufgewachsen, stehe die Familienförderung auf seiner Agenda „ganz oben“.

Vor allem bezahlbaren Wohnraum würden die Familien brauchen. Nicht alle können sich eigene Immobilien leisten, daher sei es für die Gemeinde wichtig, Familien zu halten. „Hier gehören auch die Betreuungszeiten dazu“, so Preysing. Die Vereinbarung von Familie und Beruf werde immer wichtiger. Hier müsse Gmund schauen, wo es bei der Betreuung von Kindern noch besser werden könne.

120 Gmunder kamen gestern zur CSU-Veranstaltung

Verbessern müsse man auch noch das „Schlechtwetterangebot mit dem Erhalt des Badeparks in Bad Wiessee“, der für ihn sehr wichtig sei. Damit er für alle Generationen und Einkommensverhältnisse zugänglich bleibe, müssten hier „alle Gemeinden im Tal zusammenhelfen“. (langer Beifall) Auch die Rahmenbedingungen für wohnortnahe Arbeitsplätze möchte Preysing verbessert, „damit Gewerbebetriebe im Ort bleiben“.

Deshalb sei er auch für deren „maßvollen Ausbau“. Ein weiterer Schwerpunkt ist für den langjährigen Gemeinderat die Digitalisierung. Vor allem Firmen bräuchten das Breitbandnetz, um technisch mithalten zu können. Die Hotspots müssten ebenso „ausgebaut“ und die Verwaltung „digitalisiert“ werden. Preysing schwebt auch eine GmundApp mit allen wichtigen Kontakten und Links vor. Doch bei aller Technik soll der Bürger selbst entscheiden können, wie er mit dem Rathaus kommuniziert. Einen persönlichen Kontakt soll es auch weiterhin geben.

Preysing für Tunnellösung

In Sachen Verkehr gehe es ihm um sichere Geh- und Radwege, sowie weitere Querungshilfen und einen Kreisel in Kaltenbrunn. Damit hatte der CSU-Kandidat den Nerv seiner Zuhörer getroffen. Denn die anschließende Diskussion zeigte, wo die Bürger Gmunds vor allem der Schuh drückt: beim Thema Verkehr. Möglicherweise fühlten sich die Frager auch durch den tödlichen Unfall eines Einheimischen bestärkt. Am Freitag wurde ein 84-jähriger Fußgänger von einem Pkw beim Queren der Tegernseer Straße tödlich verletzt. Nicht nur eine Tempo-30-Zone für die Bundesstraße wurde nun beim CSU-Infoabend gefordert, auch mehr Radarkontrollen unterhalb des Gmunder Berges.

Preysing betonte, dass der Gemeinderat allerdings erst beschlossen habe, keine Tempo-30-Zonen „voranzutreiben“. Er sehe aber auch, dass die Ausfahrt beim neuen Rewe-Supermarkt ein schwieriges Thema sei. Florian Floßmann fragte, wie es denn um die Umgehungsstraße stehe, denn „die brennt unter den Nägeln“. Dies sei „ein schwieriges Thema“, entgegnete Preysing. Da gebe es viel Für und Wider. „Auf alle Fälle müssen bei diesem Thema die Bürger beteiligt werden“. Eine solche Maßnahme liege aber nicht „in der Hand“ der Gemeinde, dies sei Sache des Straßenbauamts.

Es braucht Geduld

Momentan sei dies jedoch noch kein Thema. Er persönlich stehe für eine Entlastung von Dürnbach und Gmund mit einer Umgehungsstraße. Da aber in Bayern der Flächenfraß sehr groß sei, würde er als Bürgermeister eine „Tunnellösung vorantreiben. Am besten in Moosrain rein und in Kaltenbrunn wieder raus“.

Die Gmunder hörten es wohl, doch Franz von Preysing mahnte zur Geduld. Nicht alles lasse sich gleich umsetzen, „manches klappt vielleicht gar nicht“. Aber mit jeder Maßnahme, die man umsetzen könne, werde Gmund ein „Stückerl besser“, lautet Preysings Botschaft. Langer Applaus stärkte ihm den Rücken für die nächsten Wochen des Wahlkampfs.


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