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Diskussion zu 30er Zone in der Ludwig-Thoma-Straße

“Gnade uns Gott, wenn wir das machen”

Von Christopher Horn

Der Rottacher Gemeinderat hat sich auf seiner gestrigen Sitzung erneut mit dem Antrag des Arbeitskreises Verkehr befasst. Dieser will die Ludwig-Thoma-Straße zu einer Tempo-30-Zone umgestalten und hat dafür zahlreiche Argumente gesammelt. Doch es gibt gute Gründe, die gegen die Idee sprechen.

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Bürger sind für Tempo 30

Bereits im Rahmen der Rottacher Bürgerversammlung hatte sich Bürgermeister Franz Hafner skeptisch über die Idee geäußert, die gesamte Ludwig-Thoma-Straße zu einer 30er-Zone zu machen. Doch Hafner versprach, dass sich der Gemeinderat in einer der kommenden Sitzungen damit befassen werde.

Die Idee des Arbeitskreises Verkehr ist dabei so simpel wie schwer umsetzbar: Die Verbindung zwischen dem Rottacher Zentrum und der Valepper Straße soll zu einer durchgehenden 30er-Zone werden. Konkret haben die Bürger dabei das Stück von der Einmündung der Südlichen Hauptstraße bis zur Tuftenmühlstraße im Auge.

Das spricht für eine 30er-Zone

Auf der rund einen Kilometer langen Strecke weist die Ludwig-Thoma-Straße zum Teil sehr unübersichtliche Ausfahrten und Kurven auf. Dies gelte vor allem für die Einmündung der Bundesstraße auf Höhe des Monte Lago, für die Zufahrt zum Zentralparkplatz, aber auch für die fast 40 Grundstückszufahrten entlang der Straße.

Zudem wechselt die Gehsteigseite an mehreren Stellen, so der Verkehrsverein weiter. Die Ausweisung als 30er-Zone würde so wesentlich zur Verbesserung der Verkehrssicherheit beitragen, so das Fazit der Befürworter. Ein weiterer positiver Nebeneffekt: Auch die Lärmbelastung für die Anwohner dürfte sich deutlich verringern.

Wird die gesamte Ludwig-Thoma-Straße – hier im Bereich des Rottacher Zentrums – zu einer 30er-Zone?

So weit, so gut. Die Vorteile leuchteten den anwesenden Zuhörern wie auch den Gemeinderäten ein. Doch als Bürgermeister Hafner die Bewertungen des ADAC und der Wiesseer Polizei zitierte, breitete sich Skepsis aus.

Das spricht dagegen

Einen der Gründe gegen die Umsetzung einer Tempo-30-Zone macht der Verkehrsexperte Wolfgang Strobel von der Polizei Bad Wiessee in einer schriftlichen Stellungnahme deutlich:

„Von 16 Unfällen im Zeitraum zwischen 2010 und 2012 ist nur bei vier Fällen überhöhte Geschwindigkeit die Ursache, zwei von ihnen haben sich überhaupt nur dort abgespielt, wo bislang 50 km/h vorgeschrieben sind.

Diese Strecke ist somit kein Unfallbrennpunkt, daher würde eine weitere Reduzierung der erlaubten Geschwindigkeit auf dann 30 km/h von uns nicht befürwortet werden.“

Und auch der ADAC sieht hohe gesetzliche Hürden für die Einführung einer solchen Geschwindigkeitsbegrenzung. Der Automobilclub hatte die Ludwig-Thoma-Straße bereits vor zwei Jahren nach ihrer Eignung für eine solche Maßnahme untersucht. Das Fazit der Experten: „Die 30er-Zone ist nur umsetzbar, wenn die Straße massiv umgestaltet wird.“

Konkret bedeutet das umfangreiche Straßenverengungen und breitere Gehwege. Hohe Kosten inbegriffen. Unter anderem nur mit einer Verengung der Fahrbahn sei diese umsetzbar, so das Urteil des ADAC.

Eine Einschätzung, die auch Michael Diegner vom Rottacher Verkehrsreferat teilt und uns daher gegenüber bereits im März ausführte, dass „eine 30er-Zone vor allem ein einheitliches Straßenerscheinungsbild voraussetzt“. Aus diesem Grund musste auch der Leiter des Rottacher Bauamtes, Walter Hübsch, damals eingestehen, „dass die Kriterien dafür in der Ludwig-Thoma-Straße derzeit nicht gegeben sind“.

Hafner wird deutlich

Doch damit nicht genug. Das aus Hafners Sicht schlagkräftigste Argument gegen eine Reduzierung des Tempolimits auf 30 Stundenkilometer brachte der Bürgermeister Hafner nochmals selbst zur Sprache:

„In jeder 30er-Zone gilt die Regelung ,rechts vor links’, demnach hätten die jeweils fünf Seitenstraßen entlang der Ludwig-Thoma-Straße plötzlich Vorfahrt, das würde das Gefahrenpotenzial in diesem Bereich sogar noch erhöhen. Gnade uns Gott, wenn wir da eine 30er-Zone machen.“

Aufgrund der Einwände, die ADAC, Polizei und letztlich auch der Bürgermeister vorbrachten, war die Sache für die Gemeinderäte relativ klar. Mit nur einer Gegenstimme wurde der Antrag des Arbeitskreises abgelehnt.

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