Ein Kommentar zum Familiendrama in Gmund

Grauen und Ekel im Idyll

Samstagnachmittag in Gmund. Es fallen Schüsse. Ein Ehemann trifft seine Frau. Sofort ist das SEK zur Stelle. Und die Gaffer. Dazwischen wir. Wie gehen wir mit der Bluttat und der Neugier der Öffentlichkeit um? Ein Kommentar von Martin Calsow.

Das SEK war am Samstagnachmittag in Seeglas sofort zur Stelle, als der Schusswechsel fiel. Um die Lage “einzufrieren”. Die Hintergründe der Bluttat auftauen – unser Job?

Ein Kommentar von Martin Calsow:

Sonntag, am Nachmittag. Wir sprechen über den Fall von Seeglas. Sollen wir das machen, was Boulevard-Journalisten machen? Von Haus zu Haus gehen, fragen, wie der Täter so war? Nachbarn anquatschen, Bilder aus offiziellen Seiten hervorkramen?

Wir sind uns einig: Das sind wir nicht. Das Elend ist groß. Die Neugier vieler Menschen sicher auch. Aber hier gibt es keinen journalistischen Mehrwert, nur mediales Gaffen. Ein Mann will seine Frau töten, schießt auf sie, richtet sich dann selbst. Das Grauen an einem Sommertag.

Für die Polizei sind die Hintergründe wichtig, vielleicht auch für die Aufsichtsbehörden. Warum hatte der Mann Waffen? Warum noch mit 78 Jahren? Das ist berichtenswert. Zurück bleibt Entsetzen – und: Der Dank an die Einsatzkräfte, ob SEK oder Rettungsteams. Sie waren schnell vor Ort.

PS. Völlig in die Grütze gegriffen hat ein Leser in einem Kommentar. Er wollte wissen, ob der Täter ein Einheimischa oder Zuagroasta sei. Neben dem Grauen gibt es eben zuweilen auch noch Ekel.


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