Flüchtlingskrise
Grenzkontrollen stellen BOB vor Probleme

von Florian Stocker

Die gestiegenen Flüchtlingszahlen der vergangenen Woche haben besonders den lokalen Nahverkehr getroffen. Vor allem die BOB-Tochter Meridian hatte mit der Bewältigung des erhöhten Aufkommens zu kämpfen. Die zuletzt eingeführten Grenzkontrollen stellen das Holzkirchner Unternehmen jetzt vor neue Probleme.

Mit dem Meridian sind tausende Flüchtlinge über die Grenze gekommen. Quelle: picture alliance / dpa
Mit dem Meridian sind tausende Flüchtlinge über die Grenze gekommen. Quelle: picture alliance / dpa

Die Bilder der helfenden Menschen am Münchner Hauptbahnhof sind die wohl eindringlichste Erinnerung an die Flüchtlingskrise der vergangenen Woche. Die Logistik dahinter hatte ein Holzkirchner Unternehmen zu schultern: Die Bayerische Oberlandbahn und ihre Marke Meridian, die ihre Ressourcen vor allem auf den Grenzverkehr konzentrieren musste. Von den gemeldeten 53.000 Flüchtlingen, die in Salzburg angekommen sind, beförderte der Meridian alleine knapp 33.000 nach München. Das brachte das Unternehmen an seine Kapazitätsgrenzen.

„Seit acht Tagen haben wir 121 Züge verstärkt. Alles, was bei uns rollen kann ist in Betrieb, so fahren wir die meisten Züge mit knapp 1.000 Sitzplätzen“, so Fabian Amini, Technischer Geschäftsführer der Bayerischen Oberlandbahn.

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Die jüngst eingeführten Kontrollen an der Grenze dürften für einen deutlichen Rückgang der Flüchtlingszahlen sorgen, die Maßnahme stellt die Verkehrsgesellschaft nun aber vor das nächste Problem: Die Aufrechterhaltung des Fahrplans.

Nur noch Busse zwischen Freilassing und Salzburg

Denn nachdem der Schienenverkehr nach dem zwölfstündigen Moratorium vom Sonntag offiziell wieder freigegeben wurde, ist im grenzübergreifenden Regionalverkehr noch immer mit erheblichen Einschränkungen zu rechnen. Wie der Meridian gestern mitteilte, fahren die Züge des Unternehmens nur bis Freilassing, die Strecke nach Salzburg wird anschließend mit Ersatzbussen bedient.

Diese verkehren nur in einfacher Richtung. Schwieriger wird es für Fahrgäste, die in Gegenrichtung von Salzburg nach Deutschland einreisen wollen. Für diese Reisenden bleiben vorerst nur die Fernverkehrszüge Railjet und EC, die allerdings im Zwei-Stunden-Takt und mit begrenzter Kapazität fahren.

Als Grund gibt das Unternehmen die anhaltenden Grenzkontrollen an, die einen geordneten Grenzverkehr deutlich erschweren. Vor allem die bis zu 60 Minuten andauernden Kontrollen am Bahnhof Freilassing machten laut Geschäftsführer Rosenbusch eine zuverlässige Einhaltung des Fahrplans unmöglich:

Wir haben intensiv alle möglichen Varianten geprüft, unsere Fahrgäste selbst mit unseren Zügen zwischen Freilassing und Salzburg zu fahren. Doch das wäre nur mit einer erheblichen Verspätung möglich. Kurzfristig fahren wir daher jetzt mit Bussen nach Salzburg. Zurück können wir noch keine Fahrgäste mitnehmen, um nicht in den Verdacht des Schleusens zu kommen.

Reisende können sich in Freilassing an den eingesetzten Meridian-Koordinator oder den Fahrgastbetreuer wenden und erhalten auf der Unternehmenswebsite www.der-meridian.de, sowie unter der 24h-Servicenummer 08024 997171 weitere Informationen und Alternativen zur Weiterreise.

Das Unternehmen versucht weiterhin in Kontakt mit Bundespolizei und ÖBB eine Lösung zu finden. Laut Rosenbusch könnten die Züge sofort wieder fahren, wenn die Passkontrollen bereits im Salzburger Hauptbahnhof und vor Einstieg in die Züge durchgeführt würden.

Die Bundespolizei hatte Montag, dem ersten Tag nach der Wiedereinführung von Grenzkontrollen, insgesamt rund 2.000 unerlaubt eingereiste Migranten festgestellt und 43 Schleuser festgenommen.

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