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Guggemos: Tegernsee und Eigentümer weiter uneins

Städtisches Gutachten widerspricht Brauhaus

Von Christopher Horn

Aktualisierung vom 4. Juli / 15:42 Uhr
Das leerstehende Hotel Guggemos an der Hauptstraße bleibt weiter ein Brennpunkt in der Tegernseer Politik.

Nachdem das Brauhaus als Eigentümer bereits ein Gutachten in Auftrag gegeben hatte, das die negative Meinung in Sachen Wirtschaftlichkeit bestätigte, kontert die Stadt nun mit einem eigenen Gutachten.

Das ehemalige Hotel liegt direkt an der Tegernseer Hauptstraße

Die Verhandlungen zwischen Stadt und Brauhaus für das ehemalige Hotel dürften sich derzeit nicht gerade einfach gestalten. Die Positionen liegen zu weit auseinander. Die Stadt möchte gerne eine Hotellösung haben, das Brauhaus nicht.

Doch in den letzten Wochen deutete sich zumindest eine kleine Entspannung an. Berichteten wir bereits Mitte Juni über eine mögliche Annäherung im Streit um die touristische Nutzung (siehe unten), sprach der zweite Bürgermeister Anton Staudacher (CSU) nun auch in einer öffentlichen Sitzung des Stadtrates von einem möglichen Umdenken der Stadt.

„Ich kann mir auch eine medizinische Privatklinik mit kurzer, wechselnder Belegung vorstellen.“

Somit würde die Stadt ihrem propagierten Ziel, der Erhöhung der Bettenanzahl gerecht werden, ohne das Brauhaus zu einer Hotelnutzung zwingen zu müssen, die dieses als nicht wirtschaftlich ansieht. Der Herzog fühlt sich dabei durch verschiedene Gutachten bestätigt, die das Brauhaus in Auftrag gegeben hat.

Gegengutachten der Gemeinde

Eine andere Information indes könnte die beiden Verhandlungspartner nun allerdings wieder entzweien. Denn mittlerweile sei, so Bürgermeister Peter Janssen in derselben Sitzung, das Ergebnis des von der Stadt in Auftrag gegebenen Gutachtens zur Wirtschaftlichkeit einer Hotellösung eingetroffen.

Entgegen des vorher erstellten Brauhaus-Gutachtens sind die Macher nun der Meinung, dass eine Hotelnutzung wirtschaftlich durchaus vertretbar wäre. „Darin steht, dass sich ein Hotel an dieser Stelle rentieren würde“, erklärte Janssen am Dienstag.

Nähere Informationen wollte der Bürgermeister zu dem Schriftstück indes nicht preisgeben, da er es vorher erst den Stadträten in nichtöffentlicher Sitzung im Detail präsentieren wolle. „Ich weiß aber noch nicht, wann das sein wird“, so Janssen heute auf Nachfrage.

Die Fenster des Guggemos sollen geputzt und die Fassade neu gestrichen werden
Das Guggemos steht nicht sehr gut da

Daher habe er in der Sitzung auch nur das Ergebnis ohne Zitate genannt. „Spätestens bei der nächsten Behandlung des Bebauungsplans wird das Gutachten öffentlich“, so Janssen weiter.

Kleiner Gefallen

Unterdessen ist es zumindest zu einem kleinen Kompromiss zwischen Stadt und Brauhaus gekommen. In seiner Rolle als Zweiter Bürgermeister konnte Toni Staudacher dem Guggemos während der Urlaubszeit Janssens eine Gefälligkeit abringen:

„Ich habe die Zusage bekommen, dass zur Straßenseite die Fenster geputzt und die Fassade mit einem Kübel Farbe aufgebessert wird.“

Ursprünglicher Artikel vom 23. Juni mit der Überschrift: Guggemos: Kompromiss gesucht”
Was wird aus dem Guggemos-Anwesen in Tegernsee? Seit das Hotel im Jahr 2008 seine Pforten schließen musste, herrscht Ungewissheit in der Hauptstraße. Ein Investor für das von der Stadt bisher ausschließlich angestrebte Hotel konnte bislang, trotz ab und zu auftauchender “Interessenten”, nicht gefunden werden.

Die Ideen für eine alternative Nutzung sind zwar da. Doch die Stadt und das Brauhaus als Eigentümer blockierten sich in letzter Zeit mehr, als dass sie zusammengearbeitet hätten. Das könnte sich nun ändern.

Blick auf das Guggemos von der Seeseite

Das Guggemos-Areal liegt mitten in Tegernsee und ist mit seiner Lage am See eigentlich ein Juwel. Doch seit der Schließung des Hotels im Jahr 2008 ist nicht viel passiert. Die Suche nach potenziellen Investoren gestaltete sich schwierig. Auch der Kampf um den geplanten Seesteg zwischen Länd und Macke-Anlage war lange Zeit ein Unsicherheitsfaktor. Die Stadt wollte den Steg unbedingt, das Brauhaus unbedingt nicht.

Denn der geplante Weg soll seeseitig am Guggemos-Areal entlanglaufen und dem Anwesen den direkten Seezugang nehmen. Doch welche Auswirkungen hat das für die Attraktivität des Grundstücks? Bis Anfang April stritten sich Gegner und Befürworter des Steges darüber, ob das ein Fluch oder ein Segen für das Guggemos wäre. Sowohl die Stadt als auch das Herzogliche Brauhaus als Eigentümer des Geländes haben Gutachten in Auftrag gegeben, die die Auswirkungen des Steges wie auch die Wirtschaftlichkeit eines möglichen Hotels auf den Prüfstand stellen.

Hotellösung nicht wirtschaftlich?

Das neu initiierte Gutachten des Brauhauses fiel nun erneut negativ aus. Und so können sich die Eigentümer eine Hotelnutzung auch weiterhin nicht vorstellen. Eine Überzeugung, die sich in den vergangenen zwei Jahren noch verfestigt hat. Doch verkaufen werde man nicht. Der Herzog will das Guggemos unbedingt halten, berichten Vertraute.

Dabei ist der durch den Bürgerentscheid nun endgültig legitimierte Seesteg letztlich nur eine Variable in der Rentabilitätsrechnung für die touristische Nutzung des gesamten Areals. Denn auch mit Steg hat des Guggemos ein zentrales Problem: Mit gerade einmal 120 Betten ist es laut Experten zu klein, um als Hotel wirtschaftlich geführt zu werden.

Rechnet ein potenzieller Betreiber die Investitionen für den Umbau des Gebäudes und die Pacht mit ein, verliert das Areal endgültig an Attraktivität. Doch der Tegernseer Bürgermeister Peter Janssen betonte noch vor zwei Monaten, dass das Gelände als Hotel genutzt werden sollte:

„Der Stadtrat verfolgt weiterhin das Ziel der touristischen Nutzung. Die Wirtschaftlichkeit muss aber noch mal überprüft werden, und das passiert gerade auch.“

Und so, wie es aussieht, hat die aktuelle Überprüfung Tegernsees zumindest einen gewissen Umdenkprozess ausgelöst. Laut einer aktuellen Aussagen des Zweiten Bürgermeisters Toni Staudacher will die Stadt auf den Bau eines Hotels offenbar nicht mehr beharren. Gegenüber dem Merkur betonte Staudacher:

„Wir wünschen uns eine Nutzung, die Leben in die Hauptstraße bringt – und die keine reine Wohnnutzung ist.“

Ob eine Nutzung als Mediziner-Zentrum oder eine Mischlösung aus Geschäften, Eigentumswohnungen und Gastronomie, gegen die sich der Stadtrat erst im vergangenen Jahr einstimmig ausgesprochen hatte. Alles sei, so mittlerweile die Meinung mehrerer Stadträte, besser als der aktuelle Leerstand.

Das ehemalige Hotel liegt direkt an der Tegernseer Hauptstraße

Beispielsweise betonte Andreas Obermüller, Fraktionssprecher von den Freien Wählern, im April, „dass die Nutzung des Guggemos als touristisches Areal nicht finanzierbar ist“ und daher auch das Festhalten an dem derzeitigen Bebauungsplan keinen Sinn mehr machen würde.

Allein das Herzogliche Brauhaus hält sich weiterhin bedeckt, was die Zukunft des eigenen Areals angeht. Auch wenn die Gespräche zwischen Stadt und dem Brauhaus wieder aufgenommen werden würden, könnte es also gut sein, dass das Guggemos noch lange leer bleibt.


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