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Hängepartie in Bad Wiessee

DAS ist der Wochenmarkt

„Es ist ein trauriges Kapitel“, sagt ein Kunde. Die Gemeinde tue überhaupt nichts für einen anständigen Wochenmarkt. Denn da, wo einst sechs Händler standen, stehe jetzt nur noch ein einziges Feinkostfahrzeug wie verloren am Dourdanplatz. Der Frust geht um.

Auf dem Wiesseer Wochenmarkt steht nur noch ein einziger Händler: Feinkost Moser.

Verheißungsvoll war der Start des Wochenmarktes im Juni 2015. Ein halbes Dutzend fliegender Händler reihte sich in der Ortsmitte. Ein Hinweisschild machte auf den Markt an jedem Mittwochnachmittag aufmerksam. Regionale Produkte sollten die Kunden anlocken. Doch wo reges Treiben erhofft wurde, herrschte schnell tote Hose.

Die Idee, Wiessee kulinarisch mit einem Wochenmarkt aufzupäppeln, ging schnell baden. Hinzu kamen dann im vergangenen Jahr noch die Kanalarbeiten, die sowohl Händler wie Kunden verprellten. Während der Bauphase zogen noch ein paar Händler mit zum Ausweichstellplatz vor den Hofladen des Hotels Bellevue. Da aber dort kaum Kunden vorbeikamen, gingen bis auf Feinkosthändler Moser alle wieder von der Stange.

Weder Schild noch Marktschreier

Das Miesbacher Geschäft fristet nun sein Dasein wieder an alter Stätte auf dem Dourdanplatz. Von dem von der Gemeinde angekündigten Neustart im Frühjahr ist nichts zu sehen. Nicht einmal ein Schild weist mehr auf den Wochenmarkt für Durchreisende und Einheimischen hin. Alle fühlen sich schlecht informiert. Kein Wunder, dass bei Feinkost Moser deutliche Kritik geäußert wird.

“In Bad Wiessee ist es ganz schlimm. Die kümmern sich um gar nichts. Wir sind die einzigen Händler hier, alle anderen haben wieder aufgehört“. Die Mosers würden diesen fliegenden Handel mit dem Verkaufswagen schon 52 Jahre machen, erklärt Betreiberin Brigitte Moser. Für dieses Gewerbe brauche man einen langen Atem. „Es dauert drei bis vier Jahre, bis sich der Standplatz rumgesprochen hat und man davon leben kann“, sagt Moser. Die meisten aber würden schon nach einem halben Jahr wieder das Handtuch schmeißen, weil der erhoffte Gewinn ausbleibe.

„Markt momentan in kleinerem Rahmen“

Auf Nachfrage bei der Gemeinde, ob der Wochenmarkt still beerdigt werden soll, erwidert der neue Geschäftsleiter Hilmar Danzinger, dass die Verlegung des Wochenmarkts wegen der Baumaßnahme am Lindenplatz bei einigen Marktteilnehmern auf „Unverständnis gestoßen“ sei. Dies habe dazu geführt, dass der Markt „momentan in einem kleineren Rahmen durchgeführt wird“.

Das Ziel der Gemeinde sei es, „dem Wochenmarkt im nächsten Jahr wieder zur ursprünglichen Größe zu verhelfen“. Hierzu würde man gerade ein Konzept entwickeln. Vielleicht braucht es gar kein neues Konzept, sondern einfach professionelle Werbung und nicht Händler, die sich gegenseitig mit Ihren Waren Konkurrenz machen. Fraglich aber ist, ob Wiessee für Anbieter überhaupt noch interessant ist, denn mittlerweile hätten sich viele nach Alternativen umgesehen, wie der einstige Initiator Sebastian Waitz im vergangenen Jahr gegenüber der TS äußerte, „da wird keiner mehr kommen“.


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