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Reihenhäuser auf "Ignazhof"-Gelände

Valencia, Barcelona, Bad Wiessee

Obwohl die Baugenehmigung noch nicht erfolgte, hat bereits der Verkauf für die neun Reihenhäuser zwischen der Freihausauffahrt und der Birkenstraße begonnen. Ein Container steht auch schon.

Wiesseer Reihenhäuser vor Gebirgsmassiv – so die Werbung der Firma Baustolz.

Bei der Gemeinderatssitzung Ende November gab es noch etliche kritische Stimmen zum Baustil der Haustypen Valencia und Barcelona. Die beiden Vier- und Fünfspänner, die auf dem 4.000 Quadratmeter großen Grundstück eines ehemaligen Gästehauses des „Ignazhofs“ entstehen sollen, seien ein „Stilbruch mit Gewinnmaximierung“ hieß es damals.

Es wären Starenkästen, die man einfach zusammenschraube, gab ein anderes Ratsmitglied zu Protokoll. Doch die durchgängige Sorge, dass der Bauträger dort Häuser mit Flachdächern errichten wollte, entkräftigte damals bereits Bauamtsleiter Helmut Köckeis. Die Diskussion flammte auf, weil die „Baustolz München GmbH“ die beiden Haustypen im Internet mit Flachdächern einstellte, die in Bad Wiessee nicht „ortsüblich“ seien. Inzwischen ist auf der Homepage von „Baustolz“ mehr über die „schlüsselfertigen Eigenheime zu unschlagbaren Komplettpreisen“ zu erfahren.

Selbst konfigurieren

Die „innovative Standardisierung“ beginnt bei einem Reihenmittelhaus mit 626.000 Euro. Dafür bekomme man, so die Werbung, ein 5-Zimmerhaus mit 119 Quadratmetern Wohnfläche auf einem Grundstück mit 136 Quadratmetern. Eingeschlossen seien noch eine Garage und ein Stellplatz. Doch wer statt der Grundausstattung etwas Komfort haben will, dem wird ein „Konfigurationsprogramm“ angeboten.

Schnell kommen etliche tausend Euro auf den Grundpreis darauf, wer einen Parkettboden, eine Trittschalldämmung, Malerarbeiten im Keller oder im Dachgeschoß, eine Terrasse oder eine Gegensprechanlage haben will. Für Heimwerker mit einem Faible für Baumärkte könnte es aber reizvoll sein, denn Eigenleistungen ermäßigen sogar den Kaufpreis. Mit Nachlässen kann rechnen, wer Bodenbeläge und Fliesen selber verlegen will oder Malerarbeiten übernimmt. Der Bauträger bezeichnet es als „Baukasten zum Ausrasten“.

Semmelberg statt Gebirgsmassiv

Für Gemeinderat und Bankkaufmann Florian Sareiter (CSU) war dies im November ein schlüssiges Konzept. Denn ein Preis unter 700.000 Euro könnten sich auch „mittelständische Familien bei den heutigen Kreditzinsen vielleicht noch leisten“. Gleichwohl sei auch für sein Verständnis die Bebauung nicht die „allerschönste“.

Die im Internet mit einem gewaltigen Gebirgsmassiv hinter den Häusern als Fotomontage lockt. So, als stünden die Reihenhäuser unweit der Zugspitze. Bei einer Ortsbesichtigung werden Interessenten aber schnell merken, dass sie nur auf den Semmelberg oder den Koglkopf schauen. Dies dürfte weniger verlockend sein, dafür aber preisgünstiger.

Preisgünstig und schnell, so das Versprechen der Firma Baustolz für die schlüsselfertigen Eigenheime.

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