Hagn: „Das ist reine Wunschvorstellung“

von Nadja Weber

Das Ziel ist klar: Die Turnhallen im Landkreis sollen baldmöglichst nicht mehr als Asylunterkunft dienen. Mit dem Beschluss eine Traglufthalle in Rottach zu errichten, rückte zumindest in Tegernsee dieses Ziel näher. Doch die Verantwortlichen warnen vor falschen Hoffnungen.

Allem Anschein nach wird die Tegernseer Turnhalle auch längerfristig als Asylunterkunft dienen.
Allem Anschein nach wird die Tegernseer Turnhalle auch längerfristig als Asylunterkunft dienen.

Als der Beschluss für die Traglufthalle in Rottach fiel, kam Hoffnung auf, dass die Tegernseer Turnhalle vielleicht sogar schon ab März 2016 den Schulen und Vereinen zur Verfügung stehen könnte.

201 Asylbewerbern sind derzeit in der Tegernseer Turnhalle untergebracht. Damit ist die Obergrenze erreicht. „Ein Dauerzustand ist das nicht“, heißt es nach wie vor aus dem Landratsamt. Doch eine Entspannung der Situation in Tegernsee liegt in weiter Ferne. Birger Nemitz, Pressesprecher des Landratsamtes Miesbach erklärt:

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Wir können derzeit keinen Zeitpunkt nennen, an dem die Tegernseer Turnhalle dauerhaft frei wird. Das lassen die aktuellen Umstände nicht zu.

Es sei unseriös, die Bürger glauben zu lassen, dass ab März keine Asylbewerber mehr in der Dreifachturnhalle unterkommen würden. Wann dies soweit sei, hänge von verschiedenen Faktoren ab. „Die bundespolitischen Entscheidungen spielen eine große Rolle. Zum Beispiel wie viele Flüchtlinge hier ankommen oder in Rückzugszentren verlegt werden“, so Nemitz. Derzeit kommen wöchentlich 33 Asylbewerber im Landkreis an.

Hagn spricht von „Wunschvorstellung“

Und auch wenn ab März rund 120 Flüchtlinge in die Rottacher Traglufthalle einziehen dürften, bleibt ungewiss, ob sich die Lage in Tegernsee entspannt. Bürgermeister Johannes Hagn gibt zu: “Es ist nur eine Wunschvorstellung, dass ab März die Halle wieder dauerhaft leer bleibt.”

So wie es in Kreuth mit Merkel gelaufen sei, könne man sich darauf nicht mehr verlassen. Mit über 200 Flüchtlingen sei die Obergrenze in der Tegernseer Halle zwar erreicht. Auf die Frage, ob man dort in Zukunft sogar noch mehr Asylbewerber unterbringen müsse, antwortet Hagn: „Ich wage keine Prognose mehr.“

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