Ein Interview mit dem Pappen-Papst vom Ostufer, Bürgermeister Johannes Hagn

“Halten Sie uns für deppert?”

Das Tegernseer Container-Gate schlägt Wellen bis zur Westbank, wo der Glückskolumnist wohnt und sich über einen echten Wertstoffhof erfreuen kann. Nun hat er da ein paar Fragen an den zuständigen Bürgermeister. (Fragen an Hagn sozusagen). Wir haben ihm mehr als eine Stunde zur Beantwortung gegeben.

Der Müll, die Stadt und der Hagn (Bild, rechts). Fassbinder hätte es nicht besser schreiben können.

Was ist denn bei Ihnen los, ersticken Sie im Müll? Muss Bad Wiessee den Kleinstädtern vom anderen Ufer mit Platz und Kompetenz aushelfen?

Johannes Hagn: Ja, ein bisschen. Nachdem die Vivo die Wertstoffhöfe teilweise geschlossen hat, musste ich bspw. bei Euch in Wiessee anstehen, um meinen alten Gartenzaun entsorgen zu können. Samstag Öffnungszeit bis 14 Uhr. Die Mitarbeiter sind zwar sehr freundlich und bemüht, mussten aber am letzten Samstag trotzdem Leute abweisen. Da ist so ein unbewachter Container doch Spitze. Mit Platz könnt Ihr da drüben gerne aushelfen, bei der Kompetenz… schau ma mal.

Das ist aber nicht nur der Müll der Zweitwohnis und Tagestouris?

Hagn: Von wem der Müll stammt ist erstmal egal. Problem ist, dass es sich nicht nur um Papier oder Pappe handelt, sondern um alles Mögliche andere. Unser Bauhofleiter schickt gerne Fotos. Er kann Ihnen dann auch mitteilen, dass nach deren Beobachtung die “Anlieferungen” aus dem ganzen Landkreis stammen. Ob es sich bei den auswärtigen Adressen um Zweitwohnungsbesitzer handelt, kann ich nicht sagen – spielt ja auch keine Rolle.

Jetzt mal eine verwegene Idee: Warum keinen zweiter Container?

Hagn: Jetzt mal eine verwegene Antwort: halten Sie uns für deppert? Wir diskutieren hier wegen eines Standorts seit Jahren rum. Am besten mal Ortsbesichtigung mit dem Bauhofleiter – statt Hagn mal den Hölzl frag´n – sozusagen.

Der Neid auslösende Wertstoffhof

Wo bringen Sie denn am liebsten Ihren Müll hin?

Hagn: In die dazu bestimmte Tonne – aber inzwischen gerne auch nach Wiessee in den hervorragenden, Neid auslösenden, Wertstoffhof.

Als Ex-Zöllner müssten Ihnen doch Überwachungskameras sofort als Mittel der Wahl einfallen. Schon welche bei Amazon erworben?

Hagn: Kamera ist bereits seit längerem installiert, Leute sind aber nicht immer zu erkennen. Kurze Recherchehilfe: http://www.tegernsee.sitzung-online.de/bi/to020.asp?TOLFDNR=4052

Und wie wäre es mit schicken Steinkäfigen um den Container herum. Sie haben da ja noch welche in der Ortsmitte?

Hagn: Zu wenig Abstand zur Verkehrsfläche, zu leicht zu überwinden, zu hässlich für den ein oder anderen Stadtrat – und wer baut die Dinger ab, wenn wir den Container leeren lassen?

Sippenhaft ist abgeschafft

Wenn jetzt Ihr Vorgänger statt eines Stegs, das Krankenhaus-Areal mit dem Landkreis zusammen erworben hätte, dann wäre ja Platz da. Ärgert Sie das jetzt nicht ein wenig? Und: Bekommt seine Frau, die ja am Ratstisch neuerdings sitzt, wenigstens immer Amazon-Paketreste auf den Platz gelegt?

Hagn: Es ärgert mich jedes Mal, wenn ich mich mit dem Thema Feuerwehrhaus und dem Abriss des alten Feuerwehrhauses befassen muss!!! Nein, Frau Janssen wird nicht belästigt – Sippenhaft ist bei uns abgeschafft.

Ist eine Verklappung der Pappe in der schlammigen Schwaighofbucht nicht sinnvoller?

Hagn: Gute Idee, aber das Zeug weicht so schnell auf.

Vielen Dank für die Antworten. Ab sofort wird nur noch im örtlichen Einzelhandel gekauft – pappenfrei!

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