Anwohner befürchten Lärm und Abgase – Tegernseerstimme

Geplante Lanserhof-Personalbude in Marienstein sorgt für Bedenken

Anwohner befürchten Lärm und Abgase

Das alte Bergwerkhaus in Marienstein ist verschwunden. Übriggeblieben ist ein Kiesplatz, auf dem Lanserhof-Geschäftsführer Christian Harisch Personalwohnungen bauen will. Fast wäre der Bebauungsplan gestern abgesegnet worden – doch dann meldeten sich die Anwohner.

Das alte Bergwerkhaus (links) ist inzwischen abgerissen. Rechts der leere Platz, auf dem das Personalhaus des Lanserhofs entstehen soll.

Händeringend hatte Lanserhof-Geschäftsführer Christian Harisch in ganz Waakirchen nach Wohnungen für seine Mitarbeiter gesucht. Die zehn Wohnungen, die er bereits angemietet hatte, reichten bei weitem nicht aus. Also machte er sich auf die Suche nach einem geeigneten Grundstück. Die Gemeinde Waakirchen war ihm dabei behilflich.

Am 4. Mai wurde der Notarvertrag für das alte Bergwerkhaus am Karl-Lechner-Weg unterzeichnet. Wie berichtet hatte Harisch das Kaufangebot noch einmal um 20.000 Euro auf 340.000 Euro erhöht. Erbpacht kam für ihn nicht in Frage. Zusätzlich hatte er sich angeboten, die Abrisskosten in Höhe von 70.000 Euro zu übernehmen.

Sitzungssaal voll

25 Jahre lang muss er sein neues Gebäude als Mitarbeiterhaus nutzen. Sollte er sich an diese mit der Gemeinde getroffene Vereinbarung nicht halten, ist er verpflichtet, dieser 150.000 Euro zu zahlen. Gestern nun lag dem Waakirchner Bauausschuss die Bauvoranfrage für die geplanten 34 bis 38 Wohneinheiten auf dem Tisch.

Im Sitzungsraum des Rathauses hatten sich gestern insgesamt 16 Zuhörer eingefunden. Bürgermeister Sepp Hartl (FWG) musste sogar zusätzliche Stühle bringen. Bei dem Bauvorhaben handele es sich um eine „abgestufte Bauweise“, erklärte der Bürgermeister zunächst in die außergewöhnlich große Runde und fügte hinzu: „Die Entwürfe sind zwischenzeitlich vom Lanserhof konkretisiert worden.“

Zwei Gebäude, eine belichtete Tiefgarage

Zwei Gebäude seien geplant, die in der Länge und Breite dem alten Bestandsgebäude entsprechen würden. Das vordere, dreigeschossige Gebäude habe ein Maß von 11 mal 22 Metern, das zweite, hintere Gebäude ein Maß von 15,40 mal 14 Metern. Dem Gemeinderat sei es wichtig gewesen, dass das zweite Gebäude, das in den Hang hinein gebaut werden soll, ein Vordach bekomme, so Hartl weiter. Das fehle zwar noch immer, aber ansonsten entsprächen die Pläne dem eingereichten Bebauungsplan.

Ein dreigeschossiges Gebäude mit offener Tiefgarage darunter – so schauen die bisherigen Planentwürfe aus. / Quelle: Gemeinde Waakirchen

Auch eine belichtete, offene Tiefgarage direkt unter dem Grundstück sowie zusätzliche Stellplätze seien vorgesehen. Die Einfahrt zur Tiefgarage läge auf der westlichen Seite. Ein Anwohner meldet sich zu Wort. Hartl erteilt ihm Rederecht. Er habe Bedenken gegen den geplanten Bau, sagt er. Der Bauausschuss möge doch bitte ein paar Dinge genauer recherchieren.

Anwohner befürchten Lärm

Beispielsweise sei die Zufahrt zur Tiefgarage doch nicht unbedingt auf der Westseite im Wohngebiet erforderlich. Außerdem befürchte er, vom Lärm belästigt zu werden, wenn die Autos mit „voller Pulle“ ins Wohngebiet rasen. Warum man denn den Zugang nicht zur Hauptstraße hin verlegen könne?

Ein Punkt, der ebenfalls beachtet werden müsse, sei das Schneeräumen. „Wohin sollen wir im Winter mit dem Schnee, wenn wir vor der Einfahrt drei Stellplätze haben?“ Außerdem unterschätze der Lanserhof, dass es im Ort keinen Lebensmittelladen gebe.

Das zweite Gebäude soll in den Hang gebaut werden. / Quelle: Gemeinde Waakirchen

Hartl beschwichtigte: „Es wird schwierig für uns sein, gegen den Bauplan vorzugehen, denn erstens seien alle Kriterien, die man sich gewünscht habe, erfüllt worden, und zweitens dürfe nach bayerischer Bauordnung so gebaut werden.“

Bedenken werden aufgegriffen

Zudem könne er ihn beruhigen: „ Es gibt Straßenbeläge, die hört man nicht.“ Und ob die Zufahrt von der Straße her möglich sei, könne er nicht sagen. Vermutlich würde man „Plätze verlieren“, aber da sei er kein Architekt. Das, was “von manchem Investor sonst an Wohneinheiten hingeklatscht werde“, sei teilweise schlimmer. Rudi Reber (ABV) schlug vor, vom Architekten prüfen zu lassen, die Tiefgaragen-Einfahrt eventuell zu verschieben.

Punkt zwei der Tagesordnung wäre die Genehmigung des Bebauungsplans gewesen. Da aber die vorgetragenen Einwände zu ein paar Änderungen führten, formulierte Waakirchens Geschäftsleiter Markus Liebl den Beschlussvorschlag kurzerhand neu: Der Bauausschuss stimmt der Voranfrage des Lanserhofs zu, allerdings mit folgenden Änderungen:

• Es bedarf eines Schallschutzgutachten für die offene Tiefgarage
• Es braucht ein Vordach mit einem Vorstand von achtzig Zentimetern
• Es wird eine Verlegung der Tiefgaragenzufahrt geprüft

Diesem Vorschlag stimmte der Bauausschuss einstimmig zu.


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