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Fortschritte bei Niederstub`n und Bauer in der Au

Haslberger bewegt sich

Seit genau zwei Jahren ruht der Betrieb der Berg-Gaststätte Bauer in der Au. Doch im nächsten Jahr könnte er wiedereröffnet werden, denn ein Anbau ist bereits im Rohbau fertig. Und auch beim Umbau seines im Ortskern von Bad Wiessee gelegenen Restaurants hat Franz Josef Haslberger gute Karten: Einer Baugenehmigung steht nichts mehr im Weg.

Blick von Westen auf den Anbau des Bauer in der Au.
Blick von Westen auf den Anbau des Bauer in der Au.

Bei vielen Wanderern keimt nun Hoffnung, dass das beliebte Ausflugsziel Bauer in der Au auf 904 Metern Höhe im nächsten Jahr wieder zur Einkehr einlädt, nachdem eine Erweiterung im Rohbau steht. In den letzten Monaten war der Freisinger Baustoffunternehmer Franz Josef Haslberger nicht untätig.

Fertig ist inzwischen die Tiefgarage, die bereits 2008 mit dem Erweiterungsbau der Gaststätte genehmigt wurde. Auffallend ist allein das überdimensionale Garagentor. Womöglich dient es zur Belieferung der Hackschnitzelheizung und der Befüllung mehrerer Lagerräume, die neben den sieben Pkw-Stellplätzen geplant sind.

Darüber ist ein Anbau des Gasthofs um etwa vier Meter nach Westen entstanden, mit dem offenbar Küche und Gasträume vergrößert werden. Geht der Baufortschritt so weiter, könnte die Gaststätte im nächsten Jahr wieder ihre Pforten öffnen. Welchen Sinn würden sonst die Investitionen in das geschlossene Gasthaus Bauer in der Au machen. „Mich freut, dass der genehmigte Anbau begonnen wurde“, erklärt Bürgermeister Peter Höß, „vom Baustand her halte ich eine Eröffnung im Frühjahr für möglich“.

„Gesamtstrategie“ für Gutshof Bauer in der Au

Die Eröffnung der 1974 errichteten kleinen Gaststätte in absehbarer Zeit könnte ein Indiz dafür sein, dass der eigentliche Traum Haslbergers nicht so schnell in Erfüllung gehen wird. Der Unternehmer hofft seit langem, den 1971 abgebrannten historischen 61 Meter langen Einfirsthof Bauer in der Au wieder in voller Größe entstehen lassen zu können.

Bereits 2011 ließ Haslberger dafür ein maßstabgetreues Modell anfertigen. Doch so sehr die Planungen anfangs auch gefielen, letztlich scheitern sie immer wieder am Widerstand der Behörden. Ihr Einwand: im Außenbereich sei ein so großer Mammuthof nicht genehmigungsfähig.

Der Freisinger hatte zunächst auf das Privileg gesetzt, als Landwirt auch im Außenbereich bauen zu dürfen. Als Nebenerwerbslandwirt hatte er neben der Gastronomie auch Stallungen für die Tierhaltung angesiedelt. Doch das Privileg eines Bauern verweigerte ihm das Amt für Landwirtschaft. Denn aus Sicht der Behörde wäre ein Bauernhof hoch am Berg nicht wirtschaftlich.

Eine Überdimensionale Tiefgaragen-Einfahrt ziert das Gebäude im Außenbereich.
Eine überdimensionale Tiefgaragen-Einfahrt ziert das Gebäude im Außenbereich.

Doch der Unternehmer ließ nicht locker. Er entdeckte eine Ausnahmegenehmigung im Landesentwicklungsprogramm, in dem die Ansiedlung eines Übernachtungsbetriebs in Tourismusgebieten auch im Außenbereich möglich ist. Doch auch damit kam er nicht durch. Dieser Passus greife nicht im Fall Bauer in der Au, beschieden Vertreter des Freistaats Bayern nach einem Ortstermin im Januar. Im Juni erklärte Haslbergers Anwalt Mathias Dürr, dass man nun eine Gesamtstrategie für den Bauern in der Au entwickeln würde.

Baugenehmigung für Haus der Niederstub‘n

Wesentlich weiter ist ein anderes Projekt Haslbergers, die Umgestaltung des Wohn- und Geschäftshauses mit der Gaststätte Niederstub’n im Ortskern von Wiessee. Bislang scheiterte eine Baugenehmigung an fehlenden Stellplätzen für die erweiterte Gaststätte samt Biergarten. Gemeinde und Landratsamt forderten zunächst eine Ablöse für zehn Stellplätze.

Bauamtsleiter Helmut Köckeis erklärt nun auf Anfrage:

Nach einigem Hin und Her wurde eine Einigung zwischen Landratsamt, Haslberger und der Gemeinde dahingehend erzielt, dass für die jetzige Nutzungsänderung, hauptsächlich bedingt durch das Restaurant, noch neun Stellplätze von Herrn Haslberger abgelöst werden müssen, da er diese auf dem eigenen Grundstück nicht herstellen kann.

Zu dieser Einigung sei es, so Köckeis weiter, erst in den letzten Tagen gekommen. Haslberger habe einen Stellplatzablösevertrag erhalten. Sobald dieser unterschrieben vorliege, sei eine Erteilung der Baugenehmigung möglich. Köckeis hofft, „dass das dann spätestens im November der Fall sein wird“. Anwalt Dürr fügt hinzu: „Wenn die Genehmigung im Hause ist, werden wir uns Gedanken über die Realisierung machen“.

Damit auch jeder im Ort sieht, wem das Gebäude in der Sanktjohanserstraße gehört, hat der Wahl-Wiesseer Haslberger ein Zeichen gesetzt. Seit geraumer Zeit ziert dort sein Modell des Bauer in der Au die leer stehenden Räume neben den Niederstub’n. Quasi als Fingerzeig: hier habe ich das Sagen als Bauherr.


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