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So haben sich zwei Tal-Schulen während der Corona-Krise organisiert

Hat der Online-Unterricht am Tegernsee funktioniert?

Von Simon Haslauer

Alles online und immer vernetzt, die Jugend hat meist kein Problem mit der Technik. Doch wie sieht es mit unseren Schulen aus? Jetzt berichten zwei Direktoren aus dem Tegernseer Tal, welche Herausforderungen es zu bewältigen gab und wie der Online-Unterricht in den vergangenen Wochen funktioniert hat.

Werner Oberholzner vom Gymnasium Tegernsee und Tobias Schreiner von der Realschule Gmund berichten über den Online-Unterricht.

In den vergangenen Wochen standen die Schulen in ganz Bayern leer – kein Treffen im Klassenzimmer, kein Unterricht, keine gemeinsame Pause. Lehrer und Schüler arbeiteten während dieser Zeit trotzdem auf Hochtouren. Zwei Schulleiter aus dem Tal berichten nun über die Zeit des „digital unterstützten Fernlernens” – wie Tobias Schreiner, Direktor der Realschule Gmund, es gerne nennt.

Das digitale Schulhaus in Gmund

Der Anfang war ungewöhnlich, so viel ist klar. Nach kurzer Zeit wurde jedoch aus der Ausnahmesituation die neue Normalität. Schreiner berichtet:

Die Lehrkräfte nehmen Erklärvideos auf, erstellen Online-Quizze, nutzen alle möglichen Tools und nehmen an Lehrer-Videokonferenzen teil, als hätten wir das schon immer so gemacht.

Für die Zeit des Fernunterrichts verabschiedete sich die Gmunder Realschule in den Cyberspace. Schreiner spricht hier von einem „digitalen Schulhaus”. Dort loggen sich Schüler ein und besuchen so die Schule. „Wir haben von Anfang an jedes Fach in unserem digitalen Schulhaus abgebildet. Es gibt eine Aula, ein Lehrerzimmer und sogar einen Malwettbewerb”, beschreibt der Direktor.

Ein geteiltes Problem

Nach einem etwas holprigen Start konnten sich auch Schüler und Lehrer des Gymnasiums Tegernsee mit der neuen Unterrichtsform arrangieren. „Die meisten Schüler haben sich im Laufe der Wochen recht gut auf die neuen Tools und die neuen Plattformen eingestellt – auch wenn die abrupte Umstellung natürlich für alle Beteiligten erst einmal eine Herausforderung war”, erzählt Schuldirektor Werner Oberholzner.

Einige blieben jedoch zunächst von dem digitalen Schulbetrieb ausgesperrt. Woran das lag? Nicht alle Schüler haben Zugriff auf das Internet oder auf einen PC oder Laptop. Eine Lösung musste her. Oberholzner und Schreiner hatten die gleiche Idee: Eine Spendenaktion. Oberholzner erzählt:

Wir haben dankenswerterweise eine Spendenaktion über den Elternbeirat laufen; jeder, der jetzt ein Endgerät braucht, bekommt eines geliehen. Damit konnten alle uns gemeldeten Wünsche erfüllt werden.

Auch in der Realschule handelte man schnell und rief eine solche Spendenaktion ins Leben. Die Festplatte formatiert, ein neues Betriebssystem auf dem gespendeten Laptop installiert und schon konnte es losgehen.

Endlich wieder Schule

Nach einigen Herausforderungen und wochenlangem Online-Unterricht hat nun am Montag für zahlreiche Schüler aber wieder der Unterricht begonnen. Unter strengen Hygieneregeln durften unter anderem Erstklässler sowie Schüler der fünften und sechsten Klasse von Realschulen und Gymnasien endlich wieder in ihre Klassenzimmer zurück.

Obwohl der Online-Unterricht insgesamt gut funktionierte, ist für Oberholzner klar: Der Präsenzunterricht für Kinder und Jugendliche ist etwas anderes. “Was den Schülern natürlich sehr fehlt, ist der echte soziale Kontakt. Eigentlich waren alle bisher froh, wieder in die Schule zu können.” Schreiner sieht das ähnlich, wenn auch mit etwas Wehmut:

Es ist schade und bricht mir etwas das Herz. Alles, was Schule schön macht, Ausflüge, Theater, Wettbewerbe, findet nicht statt. Schule begrenzt sich auf Abstand halten und Händewaschen.

Wie Schreiner betont, ist die ungewöhnliche Zeit für Schüler und Lehrer noch nicht vorbei. “Die Zeit der Schulschließung konnten wir durch unser junges Kollegium und technischen Fortschritt gut bewältigen. Nun die Balance zwischen Präsenz und Fernunterricht zu halten, wird die nächste Herausforderung”, so der Direktor abschließend.

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