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Haus Ursula in Bad Wiessee

Trinkl macht eigene Planung

Nun stehen auch die Räume der Raiffeisenbank leer. Und das alte Haus Ursula gleicht einem Geisterhaus. Eigentlich ist der Abriss des Wohn- und Geschäftshauses längst geplant, ein Neubau schon fast beschlossene Sache. Bis Markus Trinkl (FWG) ins Spiel kommt.

Der südlich geplante Querbau (mit dem Pfeil dargestellt), soll um fünf Meter Richtung Westen verschoben werden. Das beschloss der Gemeinderat. / Planskizze: Eberhard von Angerer

Man sieht sich im Gemeinderat kurz vor dem Ziel. Eigentlich sollte am Donnerstagabend nach vielen Sitzungen und Entwürfen die Aufstellung eines Bebauungsplanes beschlossene Sache sein. Man hatte den Investor, die Bavaria Wohnbaupartner aus Ottobrunn, mit seinem „Landhaustanker“ von 2.600 Quadratmetern Geschossfläche bereits auf 2.200 heruntergehandelt.

Doch alle hatten die Rechnung ohne Markus Trinkl (FWG) gemacht, der im März hinter verschlossenen Türen des Bauausschusses offenbar auf die Historie des Gebäudes aus dem Jahr 1930 verwies. Man war sich einig, einen Gebäudeteil weiter Richtung Süden zu verschieben, damit eine Blickachse von der Bundesstraße zum Lindenplatz entstehe.

Außerdem verständigte man sich darauf, dass eine Wandhöhe von 9,50 Metern nicht überschritten werden dürfe, damit nicht der Eindruck eines viergeschossigen Gebäudes entstehe. Weitere Vorgaben sind, dass am Dachgeschoß, das nur für Hobbyräume eingeschränkt genutzt werden dürfe, keine Balkone angebracht werden. Zudem dürfe es wegen einer „ruhigen Dachgestaltung“ auch keine Quergiebel geben, berichtete Bauamtsleiter Helmut Köckeis dem Gemeinderat.

Geringere Bebauung

Für Städteplaner Eberhard von Angerer „ist der Gebäudekomplex bereits an der absoluten Obergrenze, die man hier zulassen sollte“. Es würden sonst Bezugsfälle entstehen. Für gelungen halte er den eingeschossigen Anbau für größere Läden, die den Ort attraktiver machen würden. Robert Huber (SPD) begrüßte zwar, dass hier etwas Neues entstehe, aber die „gewisse Wohnbebauung“ erfreue ihn weniger. “Diesen Kompromiss muss man eben schlucken“.

Nach Vorstellungen des Investors sollten hier 23 Wohnungen auf drei Vollgeschossen entstehen. Ursprünglich geplant waren auch sechs Läden auf 600 Quadratmetern Verkaufsfläche und zwei Tiefgaragenebenen mit 47 Stellplätzen. Nun dürfte das Vorhaben etwas kleiner ausfallen. Darauf verständigte sich der Gemeinderat.

„Ich zerbreche mir auch nicht den Kopf des Investors, der mit zusätzlichen 400 Quadratmetern auch mehr verdienen würde“, erklärte Klaudia Martini (SPD), „unsere Aufgabe ist es, dass die Wiesseer sagen, das habt ihr gut ins Lot gebracht“. Martini begrüßte es, dass die Tiefgaragenzufahrt nun von der Bundesstraße erfolge. Ursprünglich war sie von der schmalen Freihausstraße geplant.

Sichtachse statt Stellplätze

Doch Markus Trinkl war mit dem vorgelegten Entwurf noch nicht zufrieden. Ob „L- oder T-Form“ der Gebäude, Trinkl griff mit seinem Stift in die Planskizze ein und versetzte den südlichen Querbau um fünf Meter weiter von der Hauptstraße weg Richtung Westen. „Was ist uns jetzt lieber, drei Stellplätze oder eine vernünftige Sichtachse“, fragte Trinkl. Seine Veränderung kam im Gemeinderat gut an.

„Markus, du hast heute breite Zustimmung bekommen“, lobte Bürgermeister Peter Höß (Wiesseer Block). Schnell entstand daraus die „Trinkl-Achse“. Diese Nachbesserungen seien nötig, befand auch Florian Sareiter (CSU): „Wegen der exponierten Lage müssen die Blickrichtungen stimmen.“ Deswegen sollte man sich die Zeit nehmen. So kam es auch. Der Bebauungsplan steht bei der nächsten Sitzung wieder auf der Tagesordnung. Huber sprach wohl Etlichen aus der Seele: „Mir graust vor dieser Baustelle mitten im Ort“. Er hoffe, „dass der Lindenplatz keinen Schaden nimmt“.


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