Aigner und Radwan wollen Ex-BOB Chef als "Experten für Schienenverkehr"
Heino Seeger will für die CSU in den Landtag

von Christopher Horn

Heino Seeger war lange Jahre Geschäftsführer der Bayerischen Oberlandbahn. Im Dezember 2012 musste er diesen Posten jedoch räumen. Dem BOB Mutterkonzern Veolia schien seine Expertise auf dem Gebiet des Eisenbahnverkehrs nicht mehr so wichtig gewesen zu sein.

Nichtsdestotrotz ist Seeger auch weiterhin ein gefragter Fachmann. Seit dem 1. Mai als Chef der Tegernsee Bahn und seit kurzem auch als Listenkandidat der CSU für den Bayerischen Landtag.

Heino Seeger will für die CSU in den Bayerischen Landtag/ Archivbild
Heino Seeger will für die CSU in den Bayerischen Landtag/ Archivbild

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Ende des vergangenen Jahres bestimmte Heino Seeger die Schlagzeilen der regionalen Medien. Seine Ablösung als Geschäftsführer der Bayerischen Oberlandbahn wurde zunächst als Entscheidung verkauft, die Seeger selbst aus gesundheitlichen Gründen getroffen hatte. Doch nicht alle konnten diese Version glauben.

Abruptes Ende bei der BOB

Schnell waren sich Vertraute Seegers, darunter auch der Tegernseer Bürgermeister Peter Janssen sicher: „Das war ein Rauswurf”. Die führenden Politiker des Landkreises wollten daraufhin diesen „unfairen Umgang mit Seeger“ nicht akzeptieren und forderten in einem offenen Brief gemeinsam mit Landrat Jakob Kreidl vom BOB Mutterkonzern Veolia die Wiedereinsetzung des 58-jährigen als Geschäftsführer der Bayerischen Oberlandbahn. Ein Wunsch, der letztlich nicht erhört wurde.

Im April 2013 einigte sich Seeger schließlich mit der Veolia Gruppe vor Gericht auf einen Vergleich und eine Abfindung im niedrigen sechsstelligen Bereich. Er hatte seien ehemaligen Arbeitgeber zuvor wegen Nichteinhaltung des Kündigungsschutzes verklagt. Seit 1. Mai hat der Eisenbahner zudem einen neuen Job. Er ist Geschäftsführer der Tegernsee Bahn. Wie sich nun herausstellt, liegt den Verantwortlichem im Landkreis und speziell im Tal viel daran, Heino Seeger als Fachmann zu halten.

Seeger kommt Bitte von Ilse Aigner nach

Erst seit kurzem bekannt ist jedoch, dass offenbar auch die Politik auf Landesebene seine Kompetenz im Gebiet des Eisenbahn und Schienenverkehrs schätzt. Seine Expertise soll er nun auch zu Gunsten der CSU im Bayerischen Landtag einbringen. Denn Seeger steht auf der Kandidatenliste der Partei für die bayerische Landtagswahl. Genauer gesagt wird er auf Platz 37 der Oberbayernliste geführt.

Die Idee sich aufstellen zu lassen, kam dabei von höchster Stelle. “Ilse Aigner und Alexander Radwan haben mich gefragt, ob ich mir vorstellen könnte, für den Landtag zu kandidieren. Und da die beiden mir schon häufiger geholfen haben, konnte ich diese Bitte nicht abschlagen.” In Kontakt stehe man schon länger, so Seeger. Aigner brauche nach eigener Aussage noch einen Experten für Schienenverkehr. “Und dafür stehe ich natürlich gerne zur Verfügung.”

Ob Seeger tatsächlich Chancen auf den Einzug in den Landtag hat, entscheiden die Wähler am 15. September.

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