Großspenden für Wiesseer BRK-Zentrum

Herzogin und Hoeneß als “Retter in der Not”

Nach der Explosion im Februar helfen die Kommunen zusammen: nach Rottach, Gmund und Wiessee greift auch Tegernsee dem BRK mit einer Spende unter die Arme. Doch auch die Herzogin und Uli Hoeneß kündigen „symbolische Scheckübergaben“ an.

Uli Hoeneß im Kreis der BRK-Helfer beim Spenden-Grillen.

Erst 2013 errichtet, brannten Teile des BRK-Rettungszentrums in Bad Wiessee nach einer Explosion am 13. Februar 2017 nieder. Betroffen davon waren die Schnelleinsatzgruppe, die Wasserwacht und die benachbarte Feuerwehr. An sämtlichen in den Hallen untergebrachten Fahrzeugen und Booten entstand ein Totalschaden. Der Gesamtschaden wurde mit drei Millionen Euro beziffert.

300.000 Euro offen

Während die Gebäudeschäden durch die Versicherung gedeckt werden, bleiben die Kosten von rund 300.000 Euro für die Wiederbeschaffung der Fahrzeuge am Bayerischen Roten Kreuz (BRK) hängen, erklärte Tegernsees Kassenwart Jürgen Mienert gestern Abend dem Stadtrat.

Die Mitglieder sollten entscheiden, ob Tegernsee dem Beispiel anderer Talgemeinden mit einer Spende von 10.000 Euro an den BRK-Kreisverband Miesbach folgt. Den doppelten Betrag steuerte Bad Wiessee als Sitz des Rettungszentrums bei. Mienert beziffert den aktuellen Stand:

Bisher sind 84.000 Euro an Spenden eingegangen.

Bürgermeister Johannes Hagn (CSU) erklärte, dass die „Finanzierung des BRK von unten nach oben geschehe“. Dies bedeute, es gebe keine übergeordnete Instanz, die größere Barmittel zur Verfügung stellen könnte. Finanzieren würden sich die Retter über die Einnahmen vom Blutspendedienst, doch auch vom Freistaat Bayern komme Geld. Deshalb sei der Beschlussvorschlag mit zunächst 10.000 Euro die „erste Finanzierungszusage“ der Stadt.

Weitere Unterstützung aus Tegernsee möglich

Anfang nächsten Jahres werde man sehen, wie groß das „Delta“ noch sei. Bis dahin müssten laut Hagn die Gelder vom Freistaat und von Drittspendern eingetroffen sein. Bernhard Mayer (CSU) mahnte an, dass das BRK auch selbst eine „Verpflichtung“ habe, eine Spendenaktion ins Leben zu rufen.

Thomas Mandl (SPD) meinte dagegen, dass solche Investitionen nicht davon abhängig sein könnten, „ob Spenden kommen oder nicht kommen“. Einstimmig genehmigte der Stadtrat die Spende von 10.000 Euro mit dem Zusatz, dass sich das BRK nochmals an die Stadt wenden könne, wenn im nächsten Jahr die endgültige Deckungslücke bekannt ist.

Freistaat will ebenso helfen

Bis dahin dürfte auch geklärt sein, was aus dem Fond des Katastrophenschutzes zu erwarten ist. Vor einem Monat hatte der BRK-Kreisvorsitzender und Kreuths Bürgermeisters Josef Bierschneider (CSU) ein Gespräch in Ilse Aigners Wirtschaftsministerium.

An dem Termin habe auch Innenstaatssekretär Gerhard Eck teilgenommen, so Bierschneider, denn die Mittel zur Unterstützung würden aus dem Topf des Innenministeriums kommen. „Eck hat grundsätzliche Unterstützung zugesagt“, so Bierschneider damals gegenüber der TS. Es sei vereinbart worden, „dass die bei uns mit der Brandschadensabwicklung befassten BRK-Kollegen direkt mit den zuständigen Beamten im Ministerium Kontakt aufnehmen und die noch benötigten Unterlagen bringen“. Falls notwendig, werde es noch ein weiteres Treffen geben.

Persönliche Spendenübergabe von Herzogin und Hoeneß

Derweil helfen auch Andere über die Durststrecke des BRK. Nächste Woche gibt es gleich zwei „symbolische Scheckübergaben“. Am 18. September will Herzogin Elizabeth in Bayern im Schloss Tegernsee „eine Spende zugunsten des BRK-Kreisverbandes leisten“, so dessen Miesbacher Geschäftsführer Robert Kießling. Am gleichen Tag berät auch der Kreistag einen “Zuschuss” für das Rote Kreuz.

Zwei Tage später kann Kießling schon wieder einen Scheck in Empfang nehmen. Denn Mitte September hatte Bayern-Boss Uli Hoeneß unter großen Zuspruch vor der ALDI-Filiale in Weißach Würstel gegrillt und verkauft. An die 20.000 Stück sollen über den Tresen gegangen sein. ALDI will nach eigenen Angaben den Erlös aus dem Verkauf der Bratwurstsemmeln „verdoppeln“. Es dürfte also für das BRK spannend werden, wie groß „das Delta“ nach dem 20. Oktober noch sein wird.


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