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Schaftlacher Modellflugplatz startet durch

Hochbetrieb auf der Runway

Fast im Verborgenen betreibt sie ihr Hobby, die „Modellflieger-Interessengemeinschaft Schaftlach-Sachsenkam“. Weitab vom nächsten Haus lassen 19 Hobbypiloten ihre Maschinen auf kurz geschorenem Rasen steigen. Nun ganz offiziell, denn der Platz ist vom Luftamt Südbayern genehmigt.

Aus der ganzen Region kommen begeisterte Flieger nach Schaftlach.
Aus der ganzen Region kommen begeisterte Flieger nach Schaftlach.

Man bekommt sie selten zu Gesicht. Meist nur am Wochenende. Dann treffen sich flugbegeisterte Bastler fernab von Schaftlach und Sachsenkam auf einem gepflegten Stück Rasen. Wäre das Schild nicht, Achtung Modellflug Betrieb, würde man den Flugplatz nicht beachten. Doch wenn die Mitglieder der Interessengemeinschaft ihre Nachbildungen aufgereiht haben, kommt man schlecht vorbei.

Denn es sind imposante Modelle dabei. Das leistungsstärkste Flugzeug hat immerhin einen Zweizylinder-Boxermotor mit 13 PS. Die Maschine dient als „Lastenesel“. Als Schleppflugzeug zieht es Modellsegler in luftige Höhen. Oben wird per Funk dann das Seil ausgeklinkt, erzählt „Chefpilot“ Andreas Haindl aus Dietramszell.

Bruchlandungen kommen schon mal vor

„Wir haben die offizielle Platzgenehmigung vom Luftamt Südbayern. Diese ist Voraussetzung, dass man mit den Modellflugzeugen starten und landen darf“. Damit gehört das Modellfluggelände zu weiteren 136, die bei der Luftfahrtbehörde für Oberbayern, Niederbayern und Schwaben registriert sind.

„Begrenzungen nach oben haben wir keine“, so Haindl, „die gibt es nur in der Nähe von Einflugschneisen bei Flughäfen“. Auf die Frage, wie weit eine Funkfrequenz reiche, meint Haindl: „Die Fernsteuerungen haben eine solche Reichweite, dass man das Modell schon lange nicht mehr sehen würde. Man muss eben immer sein Fluggerät im Auge haben, sonst ist es weg. Bruchlandungen kommen hier schon mal vor“.

BIs zu einer halben Stunde können die Flieger in der Luft bleiben.
Das 13 PS starke Schleppflugzeug mit Benzinmotor.

Die Büsche am Ende der Einflugschneise seien des Öfteren für so manchen Piloten zum Handicap geworden, wenn die Punktlandung nicht gelingt. Bereits vor 50 Jahren hätten hier die ersten Idealisten ihre selbstgebastelten Balsaholz-Modelle steigen lassen, erzählt Haindl. Heute gibt es diese aus dem Katalog und sind oftmals High-Tech-Maschinen in Leichtbauweise.

Holm- und Rippenbruch

Bevor ein Pilot dann seinen Flieger mit Elektromotor starten lässt, kommt seine Anweisung: Bitte die Bahn freimachen. Problemlos hebt sein Modell ab und zieht seine Kreise über dem „Flugplatz“. Der Akku seines Motors reiche bei dieser gemäßigten Geschwindigkeit mindestens eine halbe Stunde, erklärt der Pilot mit Blick nach oben und den Finger immer an der Fernsteuerung.

Für kurze Zeit sind Mensch und Maschine eins. 19 Hobbypiloten verwirklichen sich hier ihren Traum. Sie kommen bis aus Hausham und Kreuth, das Fluggerät zerlegt im Auto. Und steigt ihre Flug-Show, so wünschen sie sich „Holm- und Rippenbruch“.


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