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Hochwasser – die unterschätzte Gefahr?

Von Maximilian Liegl

In den letzten Jahren haben Wetterextreme auch in Deutschland deutlich zugenommen. Das kann auch für Bewohner des Tegernseer Tals teuer werden. Denn nach einem Beschluss der bayerischen Staatsregierung werden ab dem 1. Juli 2019 keine Staatshilfen mehr gewährt.

Immer wieder tritt der Tegernsee über die Seeufer. Wird Hochwasser unterschätzt? / Archivbild

Ein Blick auf aktuelle Entwicklungen zeigt, dass nicht nur die Temperaturen in den letzten Jahren gestiegen sind – auch Wetterextreme, darunter starke Regenfälle, haben deutlich zugenommen. Tendenz steigend. Und so bleibt der vergangene Sommer auch durch heftige Niederschläge, Unwetter und Hochwasser in Erinnerung.

Das spiegelt sich auch in den Versicherungsbeiträgen wieder: „Ich bin seit 27 Jahren in der Versicherungsbranche tätig und die Policen zur Absicherung von Unwetter-Risiken sind in dieser Zeit um das Dreifache gestiegen“, weiß Fachmann Johann Schmid von der VPV Versicherung im Tegernseer Tal.

Dabei werde die Gefahr, Opfer von Starkregen oder Hochwasser zu werden, von den meisten Eigentümern unterschätzt. So kommt eine repräsentative Studie des Marktforschungsunternehmens GfK aus dem Jahr 2016 zu dem Ergebnis, dass lediglich zwölf Prozent der Hausbesitzer Überschwemmungen als Risiko sehen.

Wer sollte sich Gedanken machen?

„Die Notwendigkeit variiert im Tegernseer Tal. Wenn ein Haus auf einer Hügelgruppe liegt ist die Gefahr nicht so hoch. Liegt das Gebäude jedoch auf einem Hang, in der Nähe zu einem Bach oder innerhalb eines Talkessels, dann sieht die Situation natürlich ganz anders aus“, so Schmid. Gefahr lauere besonders dort, wo sich Wasser sammeln kann. Auch ein Rückstau im Kanalnetz kann bei Dauerregen zum Risiko werden.

Der Tegernseer Versicherungsexperte Johann Schmid empfiehlt Grundstücksbesitzern in Hanglagen, sich abzusichern.

Durch die vielen Hanglagen um den Tegernsee, seien viele Grundstücke betroffen. Den Besitzern empfiehlt Schmid, sich mit der Gefahr durch Niederschläge auseinanderzusetzen. Zu prüfen sei, ob Wassermassen ausreichend abgeleitet werden können, und wie hoch der Fußboden über dem Straßenniveau liege. Auch niedrig gelegene Kellerschächte können überspült werden. “Besitzer können aber selbst Vorsichtsmaßnahmen treffen. Ein niedriger Kellerschacht kann beispielsweise höher gesetzt werden. Wichtig ist, sich Gedanken für den Ernstfall zu machen.“

Staatsregierung stellt Soforthilfen ein

Bisher vom Freistaat Bayern gewährte Soforthilfen bei Wetterextremen werden kraft Gesetz zum 1. Juli 2019 eingestellt, wenn die entstandenen Schäden privat versicherbar gewesen wären. Auf Rückfrage begründet das bayerische Wirtschaftsministerium die neue Regelung damit, dass der Freistaat seine Bürgerinnen und Bürger künftig ermuntern möchte, sich selbst gegen Elementarschäden bei Naturkatastrophen zu versichern. Die Maßnahme soll dazu beitragen, den Haushalten die Notwendigkeit eines umfassenden Versicherungsschutzes bewusst zu machen.

Gemeint ist eine zusätzliche Elementarschadenversicherung. „Die kostet je nach genauer Lage im Tegernseer Tal – und das kann sich von Hausnummer zu Hausnummer unterscheiden – zwischen 100 und 300 Euro im Jahr. Evaluiert wird die Höhe über die Zonierungstabelle für Bayern“, erklärt Schmid. Bundesweit verfügen lediglich 30 Prozent der Haushalte über einen solchen Versicherungsschutz: „Viele denken sich, wenn die letzten Jahre nichts passiert ist, wird auch in Zukunft nichts passieren. Das funktioniert so lange, bis es zu spät ist.“


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