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Nach Brandschutzproblemen in der Pfarrkirche St. Quirinus Tegernsee

Hoffnung auf Rückkehr der Schlosskonzerte?

Von Redaktion

Jahrelang fanden die traditionellen Schlosskonzerte in der Pfarrkirche St. Quirinus in Tegernsee statt. Damit war Anfang des Jahres Schluss. Grund war der strengere Brandschutz mit zusätzlichen Fluchtwegen. Noch immer suchen Experten nach einer Lösung, um die beliebten Konzerte in ihre „Heimat“ zurückzuholen.

2018 fand das vorerst letzte Schlosskonzert im Altarraum der St. Quirinus in Tegernsee statt. / Quelle: Archiv

Recherchen der Tegernseer Stimme brachten es Anfang Januar ans Licht: Die traditionellen Schlosskonzerte können nicht mehr in der katholischen Pfarrkirche St. Quirinus in Tegernsee stattfinden. Veranstalter, Kirchenverwaltung und Künstler sahen sich damals mit strengeren Brandschutzauflagen für die Schlosskirche konfrontiert.

Dies sei nun nach „1.000 Jahren Kirche und 40 Jahren Schlosskonzerte“ plötzlich von Brandschützern moniert worden, beklagte Bürgermeister Johannes Hagn (CSU) Anfang des Jahres. Bemängelt werden vom Ordinariat und dessen Gutachter nicht vorhandene Fluchtwege. Die Auflagen verlangen, dass eine bestimmte Anzahl von Besuchern in einer bestimmten Zeit die Kirche verlassen können.

Problematisch sind vor allem Veranstaltungen, bei denen 80 Mitwirkende vor dem Altar stehen und sogar die Mittelgänge bestuhlt sind. Genau das ist bei großen allerdings Konzerten der Fall. An Weihnachten 2018 führte Kantor Sebastian Schober vorerst zum letzten Mal mit großer Besetzung ein Oratorium in St.Quirinus. Für Gottesdienste gibt es seither nur noch „eine Duldung“ (wir berichteten). Nirgends dürfen zusätzlich Stühle stehen, nur für Geistliche und Ministranten. Die Empore ist auf 30 Personen begrenzt.

Behörden suchen weiter nach einer Lösung

Ende August gab es nun wieder einen Ortstermin mit Vertretern des Staatlichen Bauamts, des Landratsamts, des Landesamtes für Denkmalpflege, des Erzbischöflichen Ordinariats und Monsignore Walter Waldschütz. Noch immer wird nach einer Lösung gesucht, um den zweiten nötigen Fluchtweg zu schaffen. So könnte beispielsweise über einen früheren Beichtstuhl ein Loch durch die Wand geschlagen und ein Weg in den Innenhof gebaut werden. Ob das realisierbar ist, wird noch immer geprüft.

„Wir arbeiten andauernd und ständig an einer Lösung“, erklärt Pfarrer Waldschütz gegenüber dem Merkur. Er habe sich viel anhören müssen, seit die Schlosskonzerte wegen des fehlenden Brandschutzes nicht mehr in St. Quirinus stattfinden können. „Die Kirchenverwaltung hat Prügel bezogen“, so Waldschütz. Vertretern der Kirche wird vorgeworfen, sich nicht genug für die Rückkehr der Schlosskonzerte einzusetzen.

Die Schlosskonzerte, die von der Stadt Tegernsee veranstaltet werden, sind unterdessen umgezogen. Mitte Juni trat der Palestrina Motettenchor erstmals in der Wiesseer Kirche St. Anton auf. Doch der Wunsch bleibt, wieder nach Tegernsee zurückzukehren. „Wir sind froh und dankbar, dass wir St. Anton jetzt in dieser Übergangszeit nutzen dürfen“, so Kantor Schober gegenüber der Zeitung. St. Anton sei zwar ein sehr guter Raum für Konzerte.

Aber es ist eine moderne Kirche und nicht vergleichbar mit der barocken Kirche St. Quirinus.

Zudem soll ein Teil der Wiesseer Kirche St. Anton zu einem Pfarrheim umgebaut werden. „Dann stehen wir dort wieder vor einem Problem.“ Mit Alternativen sieht es ebenfalls schlecht aus. Die Wandelhalle sei nicht zugänglich, Wildbad Kreuth liege brach: „Das ist eine schreckliche Situation.“ Doch Schober will nicht aufgeben: „Ich werde mit den Möglichkeiten weiterarbeiten, die mir zur Verfügung gestellt werden.“

Totalsperrung der St. Quirinus Kirche konnte verhindert werden

Währenddessen veranstaltet er in der Tegernseer Kirche andere Formate wie Orgelmeditationen und kirchenmusikalische Feierstunden. Anders als Konzerte ist solch eine Orgelmeditation eine liturgische Veranstaltung. Die sind in St. Quirinus weiterhin erlaubt, sofern Sänger und Musiker auf der Empore stehen und nicht den Raum vor dem Altar blockieren.

Doch auch hierfür mussten einige Änderungen seitens der Kirchenverwaltung vorgenommen werden, wie Pfarrer Waldschütz gegenüber dem Merkur erklärt. Es wurden Bänke verschraubt, Fluchtwege ausgewiesen und Panikschlösser eingebaut. „So konnten wir eine Totalsperrung verhindern.“ Seit den Ereignissen bei der Loveparade und in Bad Reichenhall sei aber klar, dass man sich über Sicherheitsbedenken nicht hinwegsetzen dürfe.

Doch gibt es noch Hoffnung, dass auch die Schlosskonzerte wieder in ihre „Heimat“ nach Tegernsee zurückkehren können? Letztlich hängt das vor allem vom Ordinariat ab. Wie Sprecherin Bettina Göbner betont, sei die Kirche durchaus bemüht, für den erforderlichen Brandschutz zu sorgen: „Unser Ziel ist, dass die Schlosskonzerte wieder stattfinden.“


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