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Brandschutz macht weitere Aufführungen fraglich

Tegernseer Schlosskonzerte vor dem Aus?

Von Klaus Wiendl

Traditionell beginnt das neue Konzertjahr in Tegernsee mit dem ersten Konzert um Heilig-Drei-König in der katholischen Pfarrkirche St. Quirinus. Doch es wird diesmal wohl auch gleichzeitig der letzte kirchenmusikalische Höhepunkt sein. Denn beim Brandschutz klingeln sämtliche Alarmglocken.

Kommenden Samstag wird das letzte Konzert im Altarraum der Schlosskirche gespielt. / Archivbild

Die Nachricht kam Anfang Dezember wohl für alle überraschend, für die Stadt Tegernsee, die Tegernseer Kirchenverwaltung und für die Konzertreihe „musica sacra“. Bürgermeister Johannes Hagn, Pfarrer Walter Waldschütz und Sebastian Schober sahen sich unversehens mit strengeren Brandschutzauflagen für die Schlosskirche St. Quirinus konfrontiert. Deren Manko: sie hat keine ausreichenden Fluchtwege. Dieser Hinweis kam angesichts der bevorstehenden Konzerte am zweiten Weihnachtsfeiertag mit einer Mozart-Messe und am 5. Januar mit dem aufwändigen Oratorium Messias von Händel mit jeweils 450 Zuhörern zur Unzeit. Denn im Altarraum versammelt Schober nicht nur seinen großen Chor, auch das Orchester ist mit vielen Instrumentengattungen vertreten. Der ganze Altarraum ist ein Klangkörper.

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Dieses Bild wird nun letztmalig am kommenden Samstag vermittelt. Dann dürfte es keine Wiederholung mehr geben, geht es nach den Brandschutzexperten, wie Pfarrer Waldschütz auf Anfrage sagt. „Die Kirche ist eben als Kirche gebaut und nicht als Konzertsaal“. Man unterliege zwar nicht der Versammlungsstättenverordnung, doch man müsse auch mit Blick auf das Bürgerliche Gesetzbuch (BGB) das Kirchenschiff verantwortlich schützen. „Es gibt zwar für die Kirche noch kein Brandschutzkonzept, aber im Rahmen dieser Erstellung wurde bemerkt, dass es nur einen Fluchtweg gibt“. Und der führt über den Altarraum in die Sakristei.

Sind auch die Gottesdienste gefährdet?

„Wenn dort aber bei Konzerten 30 bis 40 Stühle stehen, dann ist bei einer Panik kein Durchkommen“, beklagt Waldschütz.  Zudem entspreche die Türe in der Sakristei auch nicht Situationen, wie sie bei einer Panik entstehen könnten. „Sie geht beispielsweise nicht nach außen auf“. Bei diesen Vorschriften, „die wir als Kirchenverwaltung bekommen haben, sagt der Staat, der die Baulast hat, wenn Gefahr für Leib und Leben besteht, dass wir a) sofort handeln und b) überlegen müssen, ob wir hier überhaupt noch Gottesdienste feiern können“. Selbst für diese seien nun Wegweiser für den Ernstfall vorgeschrieben „und der Fluchtweg darf nicht mehr zugestellt sein“.

Bürgermeister Hagn ergänzt auf Nachfrage, „dass auch die Bestuhlung im Mittelgang nicht mehr zulässig ist, da bei einer Panik nicht ausreichend Raum zu den hinteren Türen vorhanden ist“. Die Brandschutzgutachter hatten laut Waldschütz „alles im Visier. Von ihnen höre er, für Konzerte sei die Empore da. „Doch diese wollten sie auf 30 Personen beschränken, die Kantorei hat aber 35 Mitwirkende“. Insgesamt 50 Musiker und Sänger waren bislang auf der Empore zulässig. „Aber die genügt nicht mehr, nachdem die Konzerte immer mehr und mehr ausgeweitet wurden“.

Damit der Pfarrer nicht in „Teufels Küche kommt“

Als Sofortmaßnahme wurde zum einen getroffen, „dass der Weg nach außen über die Sakristei mit sogenannten Panikschlössern versehen ist. Dort gelangt man in den Hof des Gymnasiums, der bereits Fluchtwege ausweist“, so Pfarrer Waldschütz. Zum anderen seien die beiden Großkonzerte der Kantorei auch durch eine entsprechende Ausstattung der Feuerwehr gesichert. Als Vorsichtsmaßnahme gebe es nun „mindestens drei Brandschutzbeauftragte und geübte Leute für einen Fall der Panik“.

„Auf jeden Fall wird das Konzert am 5. Januar wohl das letzte in alter Form sein“, so Hagn. Für Sebastian Schober als Kantor bringen nun die neuen Brandschutzauflagen „schon eine unangenehme Wendung“. Auch er stelle sich die Frage, wie es mit den „Konzerten weitergehen soll“. Doch mehr wolle er derzeit nicht sagen. Waldschütz dagegen meint abschließend: Ihn „überrasche beim Brandschutz nichts mehr“. Dennoch müsse er vorsorgen, „sonst komme ich in Teufels Küche“.


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