Hohe Dunkelziffer - niedrige Erfolgschancen

Kreuth: Ski-Diebstahl doch kein Diebstahl

Von Peter Posztos

Ergänzung vom 10. Februar / 15:32 Uhr
Zuerst dachte man bei der Polizei Bad Wiessee an einen Skidiebstahl. Doch nur einen Tag später kam die Auflösung. Der Diebstahl entpuppte sich als Missgeschick des Eigentümers.

Dieser hatte die Skier auf dem Parkplatz der Hirschberglifte in den Schnee gesteckt und ging dann in die Alm. Beim zurückkommen fehlten die Skier. Doch weit weg vom Auto des Münchners waren sie nicht.

Wie die Polizei in einer zweiten Meldung schreibt, hatte der 48-Jährige einfach übersehen, dass das verschwundene Paar in den Schnee gefallen war. Bereits einen Tag nach der „Vermisstmeldung“ hatte die Skischule die Tourenski wieder dem Besitzer übergeben. Sie waren halb eingeschneit auf dem Parkplatz aufgefunden worden.

Ursprünglicher Artikel vom 8. Februar:
Am gestrigen Donnerstag wurden am Hirschbergparkplatz in Kreuth Tourenski gestohlen. Ein 48-Jähriger Münchner hatte die Ski neben sein Auto in den Schnee gesteckt. Danach war er kurz zur Skihütte gegangen. Bei der Rückkehr waren die knapp 500 Euro teuren Dynastar verschwunden.

Diese Meldung der Polizei Bad Wiessee hat uns nachfragen lassen. Wieviele Skier werden in den Skigebieten um den Tegernsee gestohlen? Wie hoch ist bei solchen Vorfällen eigentlich die Aufklärungsquote?

Am Hirschberg in Kreuth wurden gestern Tourenski geklaut. Die Chancen für den Besitzer sind allerdings gleich null.

Der Vize-Chef der Wiesseer Polizei Paul Knott schätzt, dass der Skidiebstahl vom Hirschberg in diesem Winter der erste überhaupt sein könnte, der offiziell angezeigt wurde. Insgesamt gäbe es da nur wenige Fälle. Dabei räumt Knott ein, dass die Dunkelziffer vermutlich höher ausfällt.

Die Diskrepanz zwischen gemeldeten und echten Fällen ist verständlich. Denn so Knott, die Aufklärungsquote ist gleich Null. Und wenn die Skier keinen allzu großen Wert hätten, dann nimmt man den Diebstahl auch einfach so hin. Nichtsdestotrotz ist eine Anzeige nicht komplett vergebens. Manchmal verlangt die Versicherung eine Bestätigung der Polizei.

Paul Knott sieht vor allem fehlende Ermittlungsansätze als Hauptgrund für die niedrige Aufklärungsquote. Ob man den Täter im Nachgang findet, hängt meist vom Zufall ab oder einer möglichen, sehr seltenen Nummerierung der Ski. So kann man nur raten: Skier nicht aus den Augen lassen. Mehrere Paare zusammenbinden oder mit einem kleinen Schloss absichern.

Denn wie man am aktuellen Fall sieht: Gelegenheit macht Diebe. Und genau diese Gelegenheit, so Knott, müsse man versuchen zu vermeiden.


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