Nach Goldfund: riesige Statue im Ortskern geplant

Holzkirchens Goldjunge

Von Robin Schenkewitz

Sensation in Holzkirchen: Wie die Erdwerk GmbH mitteilt, habe man im heißen Geothermie-Wasser Goldpartikel „in nicht geringer Menge“ gefunden. Im Rathaus laufen derweil schon erste Planungen, was mit den Mehreinnahmen passiert. Maßnahme Nummer 1: Eine riesige Statue im Herzen Holzkirchens.

Erste Entwürfe der neuen Statue sind bereits im Umlauf.

Es ist für alle Beteiligten eine große Überraschung: „Wir haben wirklich Gold gefunden“, so ein hörbar nach Worten ringender Wissenschaftler am Rande der Geothermie-Anlage in der Alten Au. Untersuchungen hätten gezeigt, dass das heiße Wasser, welches derzeit aus dem Boden unter Holzkirchen geholt wird, kleine Goldpartikel enthält. „Das macht die Anlage jetzt noch profitabler, als ohnehin schon“, erklärt der Experte.

Mit einer nur knapp acht Millionen Euro teuren Filteranlage soll das Gold jetzt auch gefördert werden. Die Verantwortlichen beeilen sich jedoch zu betonen, dass damit keine Mehrkosten für den Bürger entstehen: „Ein Goldfilter gehört zur absoluten Standardausstattung einer jeden Geothermie-Anlage. Dass er jetzt tatsächlich auch eingebaut werden muss, ist allein der wachsenden Rentabilität geschuldet.“

Schätzungen zufolge können auf diese Weise zwischen zehn und zwölf Unzen Gold am Tag gewonnen werden. Das entspräche einem aktuellen Marktwert von einigen Millionen Euro. Im Rathaus plant man daher schon, was man mit der neuen Einnahmequelle anfangen kann.

Holzkirchens Goldjunge

Das erste Projekt steht demnach schon fest. Um den Ortskern attraktiver zu gestalten, wird als „Sofortmaßnahme“ auf dem Marktplatz eine überlebensgroße Goldstatue von Löwis dem Großen aufgestellt. Die Inschrift soll ersten Planungen zufolge folgendermaßen lauten:

Geweiht Olaf von Löwis of Menar,
dem adeligsten Bürgermeister aller Zeiten,
und unser Goldjunge. (Prinzessinen-Emoji)

Ersten Prognosen zufolge dürfte die Statue jährlich hunderttausende von CSU-Pilgern und Möchtegern-Goldgräber anziehen und somit den Tourismus in Holzkirchen ankurbeln. Damit die Sicherheit der Pilger gewährleistet werden kann, plant das Rathaus die Münchner Straße bis hin zum Bahnhof zur Fußgängerzone umzufunktionieren.

Außerdem sollen die Bushaltestellen im Ort vergoldet werden, damit der öffentliche Nahverkehr eine echte Alternative zum Auto wird. Auf diese Weise wäre man auch das leidige Thema Verkehrsbelastung endlich los. „Zwei Fliegen mit einer Klappe – das soll uns mal einer nachmachen“, freut sich der Bürgermeister.

Landratsamt fordert Mindesthöhe

Bewacht wird die Statue im Übrigen von Spezialkräften der Polizei. Grund für diese kostspielige Vorsichtsmaßnahme ist laut Angaben des Rathauses ein Fauxpas beim Aufstellen des Granitsockels. Dieser war bereits voreilig am Tag nach dem Goldfund installiert worden.

Arbeiter haben dabei den tonnenschweren Sockel auf den ebenfalls dort installierten Alarm-Knopf gestellt. Einmal aufgestellt, ist der Sockel allerdings nicht mehr zu verschieben. Die Polizei ist daher gesetzlich verpflichtet, Tag und Nacht im Einsatz zu sein. Kein Problem, findet man im Rathaus: „Das SEK ist doch ohnehin fast täglich in Holzkirchen unterwegs.“

Letztes Hindernis für die Statue stellt jetzt nur noch die Genehmigung des Landratsamts dar. Hier befürchtet man, dass bei ungünstigem Sonnenstand und reflektierenden Flugzeugen die Autofahrer der nahen Autobahn vom Glanz der Statue geblendet werden könnten. Außerdem besteht die Behörde auf eine Mindesthöhe von 17,32 Meter. „Das ist schließlich das bayernweite Standardmaß für goldene Protzstatuen“, heißt es in einer offiziellen Mitteilung.


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