Gmunder Bürgermeisterkandidat in der Kritik

Horst muss sich „im Zaum halten“

Von Nicole Kleim

Politisch war der Gmunder Rechtsanwalt Peter Horst bislang ein unbeschriebenes Blatt. Umso härter muss er sich jetzt seine Stimmen erkämpfen. Doch mit seinen Methoden macht er sich bei den Grünen – trotz der ersten Unterstützung – keine Freunde.

Helga und Laura Wagner (Grüne) unterstützen den Bürgermeisterkandidaten Peter Horst nur dann, wenn er sich „im Zaum hält“.

Bis zum 15. Januar braucht der parteifreie Gmunder Rechtsanwalt Peter Horst 120 Stimmen, um als vierter Bürgermeisterkandidat auch offiziell am 25. Februar antreten zu können. Wie berichtet hatten die beiden Grünen-Gemeinderätinnen Helga und Laura Wagner dem „Außenseiter“ ihre Unterstützung zugesagt. „Damit es wirklich einen Wandel geben kann für Gmund.“

Weil Horst aber damit wirbt, er werde von der Gemeindefraktion der Grünen unterstützt, wirbelt der 60-Jährige jetzt sowohl die Gemeinde als auch die Partei auf. Es sei nicht richtig, so Grünen-Kreisverband-Sprecherin Ulrike Küster in einer Pressemitteilung, dass der Grüne Kreisverband Miesbach Peter Horst bei seiner Kandidatur unterstützen würde.

Vielmehr hätten die beiden Gmunder Grünen Gemeinderätinnen eine „persönliche Wahlempfehlung“ für Horst ausgesprochen als Fraktionssprecherin Laura Wagner erklärte:

Herr Horst wird nicht nur Grüne Politik machen. Wir [Gemeinderätinnen] empfehlen ihn dennoch, weil wir die Wahlen für das Amt des Bürgermeisters wieder demokratischer gestalten wollen, durch mehrere Kandidaten.

Dabei zeigen sich die beiden Gemeinderätinnen verwundert über die Verwendung des von Horst widerrechtlich genutzten Grünen Logos. »Das wurde nicht erlaubt«, so Laura Wagner. „Wir müssen überlegen, ob wir unsere Wahlempfehlung aufrecht erhalten wollen“. Zwar werde man die Unterschriften für Horst nicht zurücknehmen können, so Helga Wagner auf Nachfrage, aber man werde Horst nicht mehr aktiv unterstützen, wenn er sich „nicht im Zaum hält“.

EDV-Ausfall nicht der Grund für wenig Wählerstimmen

Horst, der der Gemeinde Gmund angekreidet hatte, dass er nur deshalb so wenig Unterschriften auf seiner Liste habe, weil „das EDV-System der Gemeinde tagelang ausgefallen“ sei, hat mittlerweile auch im Gmunder Rathaus für viel Aufruhr gesorgt. Horst hatte behauptet, dass aufgrund des Ausfalls nicht geprüft werden konnte, ob die Personen, die sich in die Liste eintrugen, tatsächlich auch in Gmund wahlberechtigt seien.

Wie berichtet widersprach Wahlleiter Florian Ruml dieser Behauptung und erklärte: „Es war trotz des EDV-Ausfalls durchgängig möglich, sich mit seiner Unterschrift in die Unterstützungsliste einzutragen. Es ist nicht richtig, dass sich im Zeitraum des EDV-Ausfalls niemand in die Liste eintragen konnte. Die Eintragungsmöglichkeit war zu keiner Zeit beeinträchtigt oder unterbrochen.”

Anzahl der Unterschriften ein großes Geheimnis

Laut Ruml verzeichnet die Unterschriftenliste, die in der Gemeinde für den parteifreien Horst noch bis zum 15. Januar um 12 Uhr ausliegt, aktuell drei Eintragungen. Das wiederum macht Peter Horst misstrauisch. „Ich kann dazu nichts sagen, weil ich die genauen Listen nicht kenne,“ so der Gmunder auf Nachfrage, denn bei der Eintragung würde die Gemeinde „alle Informationen abdecken“.

Er habe aber schon von jemandem gehört, dass es mindestens sechs oder sieben Unterschriften seien. Trotz der Ungereimtheiten wolle er nicht aufgeben: „Ich mache weiter bis zum 15. Januar und werde persönlich von Haus zu Haus ziehen, um Stimmen zu sammeln“. Dafür habe er auch schon Termine verschoben. „Das wird eine heiße Woche“.

Am Dienstag, 16. Januar um 8.30 Uhr entscheidet dann der Wahlausschuss in Gmund über die Gültigkeit der Vorschläge.


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