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Kosmetikstudio im Kistlerwirt abgelehnt

Von Nicole Kleim

Vor über einem Jahr wurde aus dem Hotel Kistlerwirt in Ostin ein Haus mit Ferienwohnungen. Damit fielen für die Gemeinde Gmund Übernachtungsmöglichkeiten weg. Und für den Bürgermeister kam jetzt ein „gefährlicher“ Punkt hinzu.

Das Hotel Kistlerwirt in Ostin vergrößert zwei seiner Ferienwohnungen. Ein Kosmetikstudio lehnte der Ortsplanungsausschuss gestern ab. / Foto: F. Wolf

Das Hotel Kistlerwirt in Ostin wird von Gabriele Reinholdt (63) geführt. Bereits 2016 hatte sich die Inhaberin dazu entschlossen, aus ihren 15 Hotelzimmern sechs Ferienwohnungen zu machen. Nur ungern stimmte die Gemeinde dem damaligen Bauantrag zu.

Gerade weil das Haus auf der Route des Königssee-Bodensee-Radweges liege und damit ein wichtiges Etappenziel für Radfahrer sei, verzichte man nur ungern auf diese Übernachtungsmöglichkeiten für die Tagestouristen, so hieß es. Eine spätere Umwandlung in Eigentumswohnungen wurde gleichzeitig ausgeschlossen. Gestern wiederholte Bürgermeister Georg von Preysing (CSU) seine damalige Aussage zum Wegfall der Hotelzimmer: „Das hat uns weh getan.“

Größere Ferienwohnungen und ein Kosmetikstudio

Jetzt will die Inhaberin zwei ihrer Ferienwohnungen vergrößern und noch dazu ein Kosmetikstudio errichten. Der entsprechende Antrag wurde gestern Abend im Gmunder Ortsplanungsausschuss diskutiert. Dabei ging es einmal um die Vergrößerung einer 76 Quadratmeter großen Ferienwohnung im ersten Obergeschoss, die durch Hinzunahme eines Abstellraumes auf 103 Quadratmeter vergrößert werden soll.

Die Bettenanzahl bliebe dabei unverändert, betonte Gmunds Bauamtsleiterin Christine Wild gestern. Der Balkon an der Westseite soll ebenfalls von bisher 1,60 Meter auf 2,40 Meter erweitert werden. Bei der zweiten Ferienwohnung erfolge die Erweiterung ebenfalls durch die Hinzunahme eines 46 Quadratmeter großen Lagerraumes, so Wild. Der Zimmerumbau sei nicht das Problem, erklärte die Bauamtsleiterin.

Problematisch sei vielmehr das 30 Quadratmeter geplante Kosmetikstudio. Ein Gewerbe widerspreche der festgelegten Nutzung einer „Schank- und Speisewirtschaft samt Beherbergungsbetrieb mit wechselnder Belegung“. „Ein Kosmetikstudio wäre also nicht zulässig“, so Wild. Dafür müsse der Bebauungsplan geändert werden.

„Es wäre fatal, dafür zu stimmen“

Diesen Punkt griff Bürgermeister Georg von Preysing (CSU) auf. Das Kosmetikstudio sei der „gefährlichste Punkt“, sagte er und ergänzte: „Es wäre „fatal, dafür zu stimmen“. Gmund habe ohnehin so wenig Übernachtungsmöglichkeiten. „Was kommt als nächstes?“ fragte er in die Runde. „Ein Massagestudio? Ein Frisör?“ Der zweite Bürgermeister Georg Rabl (FWG) warf ein, man werde die Wellness-Lawine zwar nicht aufhalten, sollte sich beim Kistlerwirt aber auf die Planungen der Ferienwohnungen konzentrieren.

Einstimmig genehmigte der Ortsplanungsausschuss daraufhin die Vergrößerungen der Ferienwohnungen und die Erweiterung des Balkons, lehnte aber eine Änderung des Bebauungsplans für das Kosmetikstudio ab. Nach dem Umbau soll der Kistlerwirt laut Gabriele Reinholdt im März wieder eröffnen.


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