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Nach Entzug der Konzession für Udo Schulz

Hotel statt Privatklinik Im Sonnenfeld

Kaum wurde dem Betreiber der Wiesseer Privatklinik „Im Sonnenfeld“ die Konzession durch das Verwaltungsgericht vergangene Woche entzogen, macht der Kölner Betreiber Udo Schulz bereits wieder Nägel mit Köpfen. Seit dieser Woche sucht er ab sofort Personal für sein „Hotel Landhaus Im Sonnenfeld“.

Die ehemalige Klinik im Sonnenfeld wird wohl schon bald ein Hotel.
Die ehemalige Klinik im Sonnenfeld wird wohl schon bald ein Hotel.

Die schriftliche Urteilsbegründung des Verwaltungsgerichts München dürfte bei der Holding Summit GmbH von Schulz kaum eingegangen sein, da schafft Schulz offensichtlich bereits neue Tatsachen. Dabei soll er für diesen Wechsel zum Hotelbetrieb noch keine Nutzungsänderung beantragt haben. So lauten die Informationen, die der Tegernseer Stimme zugetragen werden.

Gemunkelt hat man in der Klinik schon langer darüber, nachdem der weitere Betrieb als Klinik und Sanatorium zunehmend mehr in Frage gestellt wurde. Offensichtlich geht Schulz nach dem Entzug der Konzession nicht in die nächste Instanz und macht aus seiner Immobilie ein Hotel. Dabei war dies einer der Gründe, warum ihm das Landratsamt bereits mehrmals die Betriebserlaubnis als Klinik entziehen wollte. Schulz hatte auch auf Hotelportalen um Gäste geworben.

Gericht attestiert Schulz „fehlende Einsicht“

Dagegen legte das Landratsamt Miesbach Widerspruch ein, da es eine Gefährdungslage für die Patienten durch die Hotelgäste sah. Dem folgte das Gericht nun vor einer Woche. Die schriftliche Begründung, die der Tegernseer Stimme vorliegt, ist eine schallende Ohrfeige für Schulz.

Da ist die Rede von „fehlender Einsicht“, „Wiederholungsgefahr“, „der Abwehr eines drohenden Schadens“, so das Gericht. Es stellte weiter fest, dass Schulz selbst angegeben habe, „den Betrieb einer Privatklinik evtl. nach interner Prüfung einzustellen und die Räumlichkeiten in diesem Fall als Hotel umzustrukturieren“, heißt es in dem Urteilsspruch.

Da Schulz jedoch offensichtlich an der Klinikkonzession festhalte und zudem ein Hotel betreibe, „sei mit weiteren gewerberechtlich relevanten Verstößen zu rechnen“. Laut Gericht könnte Schulz noch bis 11. März Einspruch gegen das Urteil einlegen. Da er aber bislang weder geforderte Betriebskonzepte noch einen klinischen Leiter vorweisen konnte, ist die Klinik Im Sonnenfeld wohl bald Geschichte.

Schulz hat 650 Mitarbeiter

Jetzt spricht alles dafür, dass daraus ein Hotel wird. Der Personalchef seiner Holding Summit GmbH, Daniel Gebhard, sucht nun via „jobtivity“ einen Direktionsassistenten für das neue Hotel:

Unser Haus verfügt über 65 Zimmer im bayrischen Landhaus-Stil und bietet Hotelservice auf Vier-Sterne-Niveau. Zur Unterstützung unseres Teams suchen wir ab 1. März eine(n) Direktionsassistenz (w/m).

Über zwölf Einrichtungen in verschiedenen Bundesländern gehören zu dieser Holding in Köln. Neben sieben weiteren Hotels sind es noch Altenstifte und Pflegezentren. Nach eigenen Angaben umfasst „die Gruppe 650 Mitarbeiter, davon 25 am Holdingssitz in Bornheim zwischen Köln und Bonn“.

Tatsache ist aber auch, dass die Bonner Staatsanwaltschaft seit September 2012 Schulz und seine Firmen im Visier hat. Es geht um den Verdacht des Sozialversicherungsbetrugs. Denn nach Recherchen der Tegernseer Stimme hat Schulz in mehr als 170 Fällen Mitarbeitern den Lohn vorenthalten oder nicht pünktlich ausbezahlt. Bestätigt wurde dies der Tegernseer Stimme durch Anfragen bei zahlreichen Arbeitsgerichten. Es bleibt also abzuwarten, ob Udo Schulz dann seine Hotelangestellten in Bad Wiessee vertragsgerecht entlohnt.


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