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Frischeküche Holzkirchen: Teile des Gemeinderates sehen sich getäuscht

„Ich bin von dem Defizit entsetzt“

Von Robin Schenkewitz

Am Montag wurden die finanziellen Schwierigkeiten der Frischeküche in Holzkirchen bekannt. Ein Defizit von 386.000 Euro weißt der Wirtschaftsplan für 2015 aus. Teile des Holzkirchner Gemeinderates sehen sich nun getäuscht: „Wir sind nicht richtig informiert worden.“

Frischeküche in finanziellen Schwierigkeiten - Gemeinderat sieht sich getäuscht
Frischeküche in finanziellen Schwierigkeiten – Gemeinderat sieht sich getäuscht

Das Bekanntwerden des betrieblichen Defizits in der Frischeküche schlug im Gemeinderat am vergangenen Dienstag hohe Wellen. Bürgermeister Olaf von Löwis (CSU) musste sich unangenehme Fragen gefallen lassen. Denn von Seiten der FWG-Fraktion sieht man sich im Vorfeld der Entscheidung getäuscht. „Uns wurde von Anfang an eine schwarze Null prognostiziert“, stellt Egmont Ernst (FWG) klar.

Doch davon sei man himmelweit weg. Von dem jetzt prophezeiten Defizit von 386.000 Euro sei er entsetzt, so Ernst weiter. Bereits im Vorfeld hätte man von den Unternehmen entsprechende Kostenvoranschläge einholen müssen, um eine finanzielle Planung sicherzustellen, warf er Bürgermeister von Löwis vor. Eine dauerhafte finanzielle Unterstützung durch Landkreis und Gemeinde sei nicht wünschenswert. „Wir sind hier falsch informiert worden“, stellt Ernst klar.

„Wollen kein dauerhaft defizitäres Unternehmen“

Von Löwis gab zu, dass man die Anfangsphase der Frischeküche zu optimistisch eingeschätzt habe. „Das mag fehlerhaft sein, oder auch nicht. Aber ich kann es nicht mehr ändern.“ Man habe die Situation unterschätzt, die sich aufgrund der hohen Qualität aber gedeckelten Preisen ergeben habe. In jedem Fall nehme der Verwaltungsrat die jetzige Situation sehr ernst:

Es ist klar, dass niemand ein defizitäres Unternehmen dauerhaft unterhalten möchte.

Daher arbeite man bereits intensiv an einer Lösung. Die aktuell 600 Essen pro Tag sollen schon bald auf 950 Essen gesteigert werden. Dafür lägen schon Anfragen vor. Weitere Interessenten habe man zudem im Petto.

Abläufe kommen auf den Prüfstand

„Wir werden jetzt von einem Dritten die ganzen Abläufe prüfen lassen, sodass wir die ursprünglich angedachten 1.200 Portionen pro Tag auch wirklich erreichen“, so der Bürgermeister. Die Zielrichtung müsse sein, mehr Essen zu liefern. Denn nur über den Umsatz könne man zusätzlich Einnahmen generieren und damit auch die Kosten auffangen.

Von Löwis appellierte jedoch an die Gemeinderäte die Flinte jetzt noch nicht ins Korn zu werfen. Man solle das Unternehmen zuerst ein ganzes Wirtschaftsjahr durcharbeiten lassen, ehe man erste Schlüsse ziehe.

Die Frischeküche ist ein gemeinsames Kommunalunternehmen vom Landkreis und der Gemeinde Holzkirchen. Das entstandene Defizit müssen Landkreis und die Gemeinde zu gleichen Teilen tragen. Dabei gilt die Haushaltslage in Holzkirchen derzeit ohnehin als angespannt.

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