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Patrik Zeitler: Herr über Wiessees 200 Gemeindewohnungen

„Ich weiß, was auf mich zukommt“

Lange war seine Position im Gemeinderat umstritten. Doch jetzt ist er da: Seit 1. September ist der Münchner Patrik Zeitler Vorstand des Kommunalunternehmens (KBW) im Wiesseer Rathaus. Der 47-Jährige hat keine leichte Aufgabe angenommen. Denn: „Gemeindewohnungen sind ein sensibles Thema.“

Patrick Zeitler ist der neue Chef des Wiesseer Kommunalznternehmens.
Patrik Zeitler ist der neue Chef des Wiesseer Kommunalunternehmens.

„Wir haben in Bad Wiessee mehrere Baustellen“, gibt Florian Sareiter (CSU) dem neuen Vorstand Patrik Zeitler mit auf den Weg, „seine Aufgabe dürfte sein, bestehenden Wohnraum zu sanieren und nach energetischen Gesichtspunkten zu modernisieren, neuen Wohnraum für junge Familien zu schaffen und ein Mehrgenerationenwohnen zu etablieren“. Diese Ziele nennt auch Zeitler im Gespräch mit der Tegernseer Stimme.

Er ist seit 25 Jahren in der Wohnungswirtschaft tätig. Zuletzt leitete er eine Unternehmensberatung für gemeinschaftsorientierte Wohnformen. Eigentlich wollte er sich zuerst den Mietern und den Gemeinderatsmitgliedern präsentieren, und dann erst der Öffentlichkeit. Nun sei es eben anders gelaufen.

Nachhaltiges Konzept

„Nach vier Wochen hier am Schreibtisch im Rathaus weiß ich, was auf mich zukommt“, sagt der gelernte Immobilienkaufmann in einem unaufgeregten Tonfall. Sein Ziel sei ein nachhaltiges Konzept zur „ordentlichen Bewirtschaftung“ des Wohnungsbestandes.

Die Sanierungs- und Modernisierungsmaßnahmen sollen wirtschaftlich tragfähig und sozialverträglich passieren. „Diesen Weg wollen wir mit den Mietern gemeinsam beschreiten“, sagt Zeitler. Ob und welche Mehrkosten auf die Mieter zukommen würden, könne er noch nicht sagen. „Ich bin noch nicht so lange im Amt, dass ich die Zahlen schon vorlegen könnte. Sozialverträglich heißt aber auf alle Fälle, dass es nachhaltig ist und das Unternehmen damit wirtschaften kann“.

Kein “Raussanieren” von Mietern

Gewährleisten aber will Zeitler die Sicherheit für die Mieter. Er will sie nicht raussanieren, „im Gegenteil. Wir wollen, dass die Mieter möglichst lange in ihren vier Wänden wohnen bleiben können. Deswegen soll ein Teil der Wohnungen seniorengerecht und barrierefrei gestaltet werden“.

Da er die Mieter noch nicht kenne, wisse er auch nicht, wie alt sie sind. „Da aber die Wohnungen schon relativ alt sind, ist vielfach auch von einem entsprechenden Alter der Mieter auszugehen“, glaubt Zeitler.

Gelegenheit zum Kennenlernen hat der neue Chef des Kommunalunternehmens, der auch Mietervertreter einer Genossenschaft ist, am 15. Oktober im Hotel zur Post. Zur Versammlung seien alle Mieter des KBW eingeladen.

Bad Wiessee hat, wie hier an der Hagngasse, knapp 200 Gemeindewohnungen.
Bad Wiessee hat, wie hier an der Hagngasse, knapp 200 Gemeindewohnungen.

„In einem Beteiligungsprozess wollen wir die Mieter ermuntern, selbst mit zu gestalten, welche Maßnahmen in dem jeweiligen Haus sinnvoll sind. Auch das Thema Mehrgenerationenwohnen gehört dazu“. Das KBW sei so aufgestellt, dass es auch Neubauten ermögliche.

Angetan von Zeitler ist auch Florian Sareiter. Als Mitglied des siebenköpfigen Verwaltungsrates, bestehend aus Mitgliedern des Gemeinderates, hat Sareiter Zeitler auch ausgesucht.

Er macht mir einen sehr kompetenten und sympathischen Eindruck, und er hat Sozialkompetenz. 200 Mietwohnungen sind ein sehr sensibles Thema. Dort sollen keine Ängste entstehen.

Dafür sei Zeitler der richtige Mann, sowohl im Tonfall als auch in seiner Art im Umgang mit Menschen. Sareiter: „Ich glaube, wir haben den bestmöglichen von 22 Bewerbern ausgesucht“. Zusammen mit dem Verwaltungsrat soll Zeitler jetzt die Zukunft des Wiesseer Wohnungsmarkts gestalten. Verwaltungsratsvorsitzender des KBW ist Bürgermeister Peter Höß.


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