“Ich will immer noch Bürgermeister werden”

von Christopher Horn

Bereits einmal wollte Jo Bogner Bürgermeister werden. Der Gastronom (Zotzn, Siebenhütten) hatte sich als CSU-Kandidat für die Wahl 2008 aufstellen lassen wollen. Doch seine Partei wollte nicht so wie er und unterstützte Amtsinhaber Franz Hafner aus dem Lager der Freien Wähler.

Dabei blieb Bogner auch nach seinem darauffolgenden Parteiaustritt weiter aktiv als Mitinitiator der Naturkäserei oder Vorkämpfer für Regenerative Energien. Der 55-Jährige sagt, was er denkt, auch wenn er das, wie zuletzt geschehen, nicht immer zeigen kann.

Josef Bogner bei einer Rede in der Naturkäserei/Quelle: Archiv

Vor zwei Jahren machte der Gastronom klar, dass ihn das Amt des Bürgermeisters immer noch reizen würde. Konkret wollte er sich aber bis zur letzten Woche zumindest offiziell nicht festlegen. Da kam er zur Kandidatenversammlung der Freien Wähler. Inklusive ausgearbeiteter Präsentation und ‒ so Bogners Sicht ‒ der Unterstützung „führender Leute der Freien Wähler“. Diese sollten ihn als Gegenkandidaten zu Hermann Ulbricht vorschlagen.

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Doch dazu kam es nicht. Bogner wurde weder vorgeschlagen, noch trat er ans Mikrofon, um seine Ambitionen auf das Bürgermeisteramt zu bekräftigen. Und so wurde Ulbricht mit 64 Prozent zum Kandidaten der Freien Wähler gekürt. Nichtsdestotrotz gaben 15 der 140 Wahlberechtigten ihre Stimme für Bogner ab, der sich nach dem Abend sichtlich enttäuscht zeigte: „Vor einigen Tagen haben mich viele Freie Wähler noch darin bestärkt, anzutreten, und mir zugesichert, mich auf der Versammlung vorzuschlagen.“

Die Rottacher haben die Wahl

Mittlerweile ist die Enttäuschung neuer Kampfeslust gewichen. Und das von vielen Rottachern erwartete Szenario wird Realität. Bogner möchte eine eigene Bürgerliste gründen und sich dann als deren Kandidat zur Bürgermeisterwahl im kommenden März stellen. Das fertig ausgearbeitete Programm hatte er ja schon letzte Woche in der Tasche. Doch dessen genaue Ausgestaltung lässt Bogner derzeit noch offen. Erst nach der offiziellen Gründung der Bürgerliste wolle er politischen Kernpunkte präsentieren. „Das soll spätestens im Herbst passieren, auf einer eigenen Veranstaltung“, so der gebürtige Österreicher auf Nachfrage.

Mit seiner wahrscheinlichen Kandidatur bringt Bogner zusätzliche Spannung in den Rottacher Kampf um den Rathaus-Chefsessel. Neben Christian Köck (CSU) und Hermann Ulbricht (FWG) dürfen die Bürger nun auch auf den 55-Jährigen als „grüne Alternative“ zu den etablierten Kräften zählen. Wer die Wahl hat, hat bekanntlich die Qual.

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