Der Kasperl im Interview:
Der Chiemsee-Kasperl wird fünf

Der Chiemsee-Kasperl feiert seinen fünften Geburtstag. 2018 gab es die erste offizielle Vorstellung. Nach knapp 600 Auftritten im Oberland haben wir zum Jubiläum mit “Oberkasperl”, Stephan Mikat, gesprochen.

Stephan Mikat ist selbsternannter “Oberkasperl” und seit fünf Jahren Betreiber des Chiemsee-Kapserltheaters / Bildrechte: Stephan Mikat

Herr Mikat. Hauptberuflich kommen Sie eigentlich aus einer ganz anderen Branche – dem Radio. Wie sind Sie auf die Idee gekommen, mit dem Kasperltheater zu starten?

Ich hatte das Glück, mehrmals in meinem Leben ein Hobby zum Beruf machen zu dürfen. Meine ersten Schritte bei Radio Charivari in Rosenheim machte ich als Sportreporter, um dann später das Angebot anzunehmen, als Geschäftsführer eines Lokalradiosenders in Traunstein, der jüngste Radio-Geschäftsführer in Bayern überhaupt zu werden. Damals konnte man beim Lokalfunk sehr schnell Karriere machen. 15 Jahre später machte ich erneut mein Hobby (Reisen) zum Beruf und wurde Markenbotschafter eines Reiseveranstalters im Direktvertrieb, für den ich 15 Jahre lang im Durchschnitt 150 Veranstaltungen pro Jahr moderierte. Ja, und das Kasperltheater war eben vor fünf Jahren auch erstmal “nur” ein Hobby, das aus einem Auftritt zum siebten Kindergeburtstag meiner jüngsten Tochter Denise entstanden ist.

Ihre Tochter Denise ist auch mit im Boot. Wie gefällt ihr die Arbeit mit ihrem Papa?

Na ja, sie weiß mit ihren zwölf Jahren schon, was sie will.

Ihr Schauspieltalent, ihre Fantasie und ihre Spontanität lebt sie hier voll aus.

Manchmal ist das etwas anstrengend für mich, wenn Sie mir während des Spiels einen neuen “Regieeinfall” ins Ohr flüstert und dann auch sofort umsetzt. Aber das hält mich geistig fit und ein Kasperltheater ist nun mal ein Improtheater. Das heißt, die Kinder bestimmen mit ihren Reaktionen, wie das Stück läuft und Denise sorgt hier für zusätzlichen Input. Natürlich hat eine Zwölfjährige mittlerweile auch andere Interessen und so entscheidet sie immer spontan, ob sie mitspielt oder nicht. Aber (noch) genießt sie es, mit ihrem Papa Kasperltheater zu spielen und ich freue mich auch über jede Vorstellung, weil wir doch etwas Einmaliges zusammen machen dürfen.

Stephan Mikats 12-jährige Tochter ist mit im Boot und lebt mit dem Kasperltheater ihre Fantasie voll aus. / Bildrechte: Stephan Mikat

Wie sind Sie durch die Corona-Zeit gekommen? Hat sich seitdem etwas verändert?

Wie überall und wie in allen Familien hat Corona für uns natürlich Einschränkungen gebracht. Andererseits hatten wir durch die Förderung “Neustart Kultur” der Bundesregierung die Möglichkeit, uns von einem “festen Theater” im Haus des Gastes von Bernau am Chiemsee zu einer “Wander-Pop-Up-Open-Air-Bühne”, die jetzt in ganz Südostoberbayern unterwegs ist, zu entwickeln. Mit dem Geld aus der Förderung konnten wir einen Bühnenanhänger und das nötige Open-Air-Equipment kaufen. Im Freien gab es ja auch vergleichsweise wenig Corona-Beschränkungen und somit konnten wir 2020/2021 etwa 150 Vorstellungen pro Jahr spielen. Natürlich hatten wir auch Glück mit dem Wetter. Jetzt ist es so, dass wir unsere Vorstellungen für Kindergärten und Schulen, aber auch die Eigenveranstaltungen, wie zum Beispiel am Samstag, 06. Mai in Miesbach, so planen, dass wir bei schönem Wetter Open-Air auf der Klosterwiese spielen und bei Regen ins neue Pfarrheim Miesbach umziehen können. Hier hat uns die Bürgerstiftung bei der Organisation sehr geholfen.

Diese Mischung aus Freilufttheater, aber mit der Möglichkeit auch in feste Räumen auszuweichen, gibt uns zurzeit ein Alleinstellungsmerkmal in ganz Südostoberbayern, weil wir wirklich flexibel reagieren können.

Was ist Ihre Lieblingsgeschichte vom Kasperl?

In den Kindergärten spiele ich gerne “Kasperl, Mucki & die verzauberte Mülltonne”. Das ist ein Umweltstück, das eigentlich eine Auftragsarbeit für die Müllabfuhr in Frankfurt war. Dass hier bei den Kindergärten und Grundschulen diesbezüglich auch eine riesige Nachfrage besteht, daran dachte ich damals noch gar nicht.

Ansonsten freue ich mich auf unser ganz neues Stück, “Kasperl & die Kraft des Salzes”, das im Sommer Premiere feiern wird.

Aber da möchte ich noch gar nicht so viel verraten, außer dass gerade eine neue Puppe im Ensemble, der “Elf Aranion” von einer Spezialistin handgefertigt wird. Der müsste pünktlich zu Probenbeginn in der nächsten Woche bei uns eintreffen.

Welche Figuren gibt es beim Kasperl und welche ist Ihre Lieblingsfigur?

Natürlich gibt es die bekannten Figuren, wie den Sepperl, die Gretel, die Großmutter, aber auch den Zauberer Hieronymus Wackelzahn und den Räuber Bendediktus Krapfenklau. Weniger zum Einsatz kommt die Hexe. Dafür hat sich Denise den “Mucki” als Liebling herausgesucht. Mucki ist ein Plüsch-Osterhase. Und weil Osterhasen ja nur einmal im Jahr arbeiten und sonst nur faul herumliegen, darf Mucki im Nebenjob beim Kasperltheater aushelfen.

Sie haben ein eigenes Buch rausgebracht. Um was geht es in der Geschichte “Kasperl, Mucki & der Gummibärchenzauber?

An dem Buch habe ich vier Jahre lang gearbeitet. Die Geschichte dazu spielen wir seit 2019. Kasperl und seine Freunde werden zur Geburtstagsparty der Prinzessin eingeladen. Der Zauberer ist beleidigt, weil er nicht eingeladen wurde und möchte die Party mit einem Regenschauer “zerstören”.

Wie Kasperl und seine Freunde das verhindern, erzählt die Geschichte.

Das Buch ist ausschließlich bei unseren Veranstaltungen erhältlich.

Vielen Dank, für das interessante Gespräch und den Einblick, Herr Mikat!

Gewinnchance zum Jubiläum

Wer auf den Geschmack gekommen ist und das Buch gerne selbst lesen möchte, hat jetzt die Chance dazu. Die Tegernseer Stimme verlost zwei Bücher. Schreibt uns einfach an die info@tegernseerstimme.de und schon seid ihr im Lostopf. Das Gewinnspiel endet am 05. Mai 2023 um 23:59 Uhr. Die Teilnahmebedingungen findet ihr hier.

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