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Gemeinde geht gegen Dauerparker vor

In Gmund wird’s teurer

Bisher waren die Saison- und Jahreskarten für die Gmunder Parkplätze vergleichbar günstig. Doch in den Augen der Gemeinde führte das zu unerwünschten Nebenwirkungen. Nun sollen die Preise deutlich steigen.

An schönen Tagen ist der Parkplatz in Seeglas brechend voll – doch nicht nur Badegäste parken dort.

Vor zwei Jahren führte die Gemeinde Gmund Saison- und Jahreskarten für die drei Parkplätze in Seeglas, Gasse und Kaltenbrunn (Parksiedlung) ein. “Wir haben die Jahres- und Saisonausweise eingeführt, weil unter anderem Etliche gesagt haben, dass sie, wenn sie zum Schwimmen nach Seeglas fahren, nicht jedes Mal einen Parkschein ziehen wollen“, erklärte gestern Gmunds Bürgermeister Georg von Preysing.

Doch wie es scheint, sind Badegäste und Wanderer nicht die einzigen, die die günstige Parkmöglichkeit nutzen. „In Wirklichkeit ist es so, dass 90 Prozent, die einen Jahresparkausweis haben, Mitarbeiter von Firmen sind, die dort in der Nähe angesiedelt sind. Die Firmen stellen zu wenig Parkplätze zur Verfügung, sodass also tatsächlich größere Parkflächen durch Mitarbeiter und keine Badegäste belegt sind“, so Preysing weiter.

Preise steigen deutlich

Das will die Gemeinde nun ändern. Wie Kämmerer Georg Dorn auf der gestrigen Gemeinderatssitzung erklärte, sollen die Preise verdoppelt werden. Damals, als die Saison- und Jahreskarten eingeführt wurden, lagen die Kosten pro Karte unter dem talweiten Durchschnitt. Nun sollen sie angeglichen werden, wie Dorn betonte:

Wir haben festgestellt, im Vergleich zu den anderen Tal-Kommunen oder auch überregional, dass wir mit unserem Brtrag weiter drunter liegen.

Das bedeutet zukünftig:

Saisonausweis (1.5. bis 31.10.) für einen Parkplatz wird von 20 auf 48 Euro erhöht.
Saisonausweis (1.5. bis 31.10.) für alle drei Parkplätze wird von 40 auf 96 Euro erhöht.

Jahresausweis für einen Parkplatz wird von 40 auf 96 Euro erhöht. Jahresausweis für alle drei Parkplätze wird von 80 auf 192 Euro erhöht.

Die Preise an den Parkautomaten für stündliches Parken, bleiben gleich.

Bürgermeister von Preysing steht hinter dieser Preispolitik – andere Tal-Kommunen gehen derzeit ebenfalls so vor. Laut dem Gmunder Rathauschef sei das Thema ebenfalls bei der gestrigen Dienstbesprechung der Talbürgermeister behandelt worden. Auch andere Gemeinden wollen gegen die Dauerparker mit höheren Preisen vorgehen. 

Wer ist ‘einheimisch’?

Doch im Gmunder Gemeinderat gab es nicht nur Zustimmung. Johann Huber (CSU) hatte Bedenken bezüglich des Parkplatzes in der Gasse. „Für den Parkplatz besitzen hauptsächlich einheimische Wanderer die Saison- oder Jahreskarte. Dass auch dort die Preise verdoppelt werden, kommt mir a bissl arg vor.“

Doch von Preysing sah hier keine Möglichkeit, zu differenzieren: „Da ist es genau dasselbe. Die könnten ja auch Fahrgemeinschaften bilden.“ Die Gemeinde habe nur begrenzte Stellplätze in der Gasse und mit den neuen Preisen soll das besser reguliert werden. „Scheinbar lassen dort oben ja auch gern mal Leute ihr Auto stehen – und zwar tagelang.“ Außerdem sei es schwierig, die Preise für die drei Parkplätze zu unterscheiden:

Ich kann mir nicht vorstellen, dass wir da einen Unterschied bei den verschiedenen Parkplätzen machen können. Sonst geht’s uns wie am Dobrinth mit der Maut – dann heißt’s, Ausländer müssen genauso viel zahlen wie die Einheimischen. Ich wüsste jetzt nicht, wie man das regeln könnte. Wer ist einheimisch? Wo fängt einheimisch an und wo hört’s auf?

Georg Rabl (FWG) zeigte sich einverstanden mit der Preiserhöhung: „Derjenige, der wirklich so eine Dauerkarte kauft, ist ja oft unterwegs und nach zirka 13 Mal Parken ist er ja schon wieder im Plus. Viele roasen ja zwei mal in der Woche auf’d Neureuth hoch, die haben doch innerhalb von einem Monat den Preis von einer Jahreskarte drin.“

Der Parkplatz
Der Parkplatz bei Kaltenbrunn an einem schönen Sommerwochenende.

Als die Gemeinde damals mit den 20 Euro angefangen habe, sei das ja nur ein erster Versuch gewesen. „Man wusste ja nicht, wie hoch die Naschfrage ist. Aber nachdem es jetzt so viele waren, ist das Missverhältnis schon krass.“ Rabl hält die Preise daher für angemessen. Bürgermeister von Preysing sieht das ähnlich: „Jetzt sag ich mal ganz unverblümt: wer es sich leisten kann, dass er drei Mal in der Woche auf’d Neureuth hochroast, dem geht das Geld nicht aus.“

Gleiche Preise wie in Kreuth

Auf die Frage, wie hoch die Preise denn in anderen Tal-Gemeinden sind, erklärte von Preysing, dass sie in Wiessee teurer und in Kreuth gleich seien. „Aber die Wiesseer haben ja bei vielen Sachen ein höheres Preisniveau wie wir.“ Josef Berghammer (CSU) versteht die moderate Preispolitik in Gmund nicht:

Können wir nicht nachziehen? Ich mein, die Gemeinde hat ja jetzt auch einiges gemacht, unter anderem das Klohaus in der Gass. Ich denk, die Münchner, die zu uns in Tal fahren, können da schon einen Euro oder so mehr zahlen.

Doch für von Preysing gestaltet sich das eher schwierig: „Wir haben versucht, dass wir talweit einigermaßen gleiche Preise haben, aber das ist uns nicht gelungen, weil jeder seine eigene Vorstellung davon hat.“ Die neuen Preise seien nun ein Versuch nach den ersten Erfahrungen. Nachdem die Preisliste nochmals vorgelesen wurde, wurde der Beschluss einstimmig verabschiedet.


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