Neujahrsempfang der CSU in Kreuth
Integration wird zur “Herkulesaufgabe”

von Robin Schenkewitz

Die Flüchtlingskrise war das dominierende Thema auf dem gestrigen Neujahrsempfang der Kreis-CSU in Wildbad Kreuth. Alexander Radwan mahnte dabei eine Begrenzung des Zustroms und eine bessere Sicherung der Grenzen an. Außerdem kündigte der 51-Jährige an, dass die aktuellen Standards in Deutschland so nicht aufrechterhalten werden können.

Alexander Radwan warnte davor, Menschen mit berechtigten Sorgen in die rechte Ecke zu stellen.
Alexander Radwan warnte davor, Menschen mit berechtigten Sorgen in die rechte Ecke zu stellen.

Zum vorläufig letzten Mal lud die Kreis-CSU am gestrigen Sonntag in die Hanns-Seidel-Stiftung nach Wildbad Kreuth zum Neujahrsempfang. Dabei stand der Empfang ganz im Zeichen der aktuellen Krisen.

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Während vor rund einem Jahr noch Themen wie Griechenland dominiert hätten, stünden heute Flüchtlinge und Terrorismus und der Börsensturz in China auf der Agenda, begann der CSU-Kreisvorsitzende Alexander Radwan seine Rede. „Die Welt ist nicht stabiler geworden.“

Radwan sprach dabei auch die herausragende Rolle Deutschlands in Europa an. Während man sich noch vor wenigen Monaten noch nicht hätte vorstellen können, über eine Deintergration zu reden, ist es heute aktueller denn je. Daher müsse Deutschland seine Position nutzen, um Europa zusammenzuhalten.

“Sorgen offen ansprechen dürfen”

Dies können jedoch nur gelingen, wenn die Bundesrepublik weiter stark und stabil bleibt, mahnte der Bundestagsabgeordnete. Deshalb könnten langfristig die deutschen Asylstandards nicht aufrechterhalten werden. Zudem sprach er sich in dem Zusammenhang ebenso wie Festrednerin und Landtagspräsidentin Barbara Stamm für eine klare Begrenzung der Flüchtlingszahlen sowie eine bessere Sicherung der Grenzen aus.

Es werde eine Herkulesaufgabe, die Menschen zu integrieren, glaubt Radwan. Stamm sprach sogar davon, dass man es wohl kaum bewältigen könne, wenn die Zahlen weiter so hoch blieben. Dabei habe man auch eine Verantwortung, für diejenigen Flüchtlinge, die bereits da sind. „Wir wollen ihnen ein menschenwürdiges Leben ermöglichen“, so Stamm.

Beide appellierten jedoch auch daran, dass strittige Themen offen angesprochen werden dürften. Im Vertrauen würden ihm die Bürgermeister sehr wohl deutlich ihre Meinung sagen. Öffentlich halte man sich aus Furcht vor den Reaktionen in der Öffentlichkeit jedoch zurück. Das kann nicht sein, findet Radwan: “Menschen, die Sorgen haben und diese artikulieren, dürfen nicht automatisch in die rechte Ecke gestellt werden.“

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