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Kieswerk Krottenthal soll Recycling-Umschlagplatz werden

„Irgendwo muss der Müll ja hin“

Von Nicole Kleim

Das Fischbacher Entsorgungsunternehmen Grubmüller will erweitern. Seit Jahren sucht die Firma eine geeignete Fläche, um sowohl Sperrmüll, Bauschutt und Schrottautos zu entsorgen, als auch Container unterstellen zu können. Ins Auge gefaßt hat man den Platz beim Kieswerk Krottenthal in Schaftlach.

Hier am Kieswerk Krottenthal soll ein Recycling-Umschlagplatz entstehen.

Das Fischbacher Entsorgungsunternehmen Grubmüller ist ein Begriff im Landkreis. Seit 70 Jahren existiert der Betrieb. Da der Müll nicht weniger werde, wie Renate Grubmüller sagt, sei man seit über zehn Jahren daran, eine geeignete Fläche zu finden, um den bisherigen Standort erweitern zu können. Dies sei allerdings „nicht so einfach“, sagt sie.

Wenn künftig keine Entsorgung mehr im Umkreis möglich sei, würden die Müllpreise automatisch in die Höhe steigen, so Grubmüller. Viele kleinere Entsorger würden schon gar nicht mehr existieren, was größeren Unternehmen eine Monopolstellung einräume. Das aber könne nicht im Interesse der Bürger sein, wenn – ohne Wettbewerb und Alternativen – „drastische“ Preise akzeptiert werden müssten.

Kapazitäten werden eng

Für das Fischbacher Unternehmen wird es also im wahrsten Sinne des Wortes „eng“. Die Kapazitäten reichen bei weitem nicht aus, um die Müllentsorgung langfristig zu einem guten Preis-Leistungsverhältnis garantieren zu können. Für die Lkws, Bagger, Baumaterialien, Bauschutt und Container braucht die Firma Platz.
Die geeignete Fläche ist auch schon beim Kieswerk Krottenthal in Schaftlach gefunden. Erste Gespräche mit dem Waakirchner Bürgermeister habe es bereits gegegeben, wie Grubmüller sagt, denn „so viele Möglichkeiten gibt es nicht“.

Ob das Grundstück allerdings planungsrechtlich zulässig ist, könne die Gemeinde nicht beurteilen und müsse deshalb geprüft werden, sagte Waakirchens Bürgermeister Josef Hartl (FWG) in der jüngsten Ortsplanungsausschuss-Sitzung. Noch sei das Grundstück als landwirtschaftliche Fläche ausgewiesen. Geklärt werden müssten Fragen zur Kanalanbindung, dem Anschluss an die B318 sowie der Ein- und Ausfahrten. Hierzu sei eine Stellungnahme des Straßenbauamtes nötig, so Hartl. Da es keinen Anschluss ans gemeindliche Wassernetz gebe, sei auch das Thema „Wasserleitungen“ problematisch.

„Müll ist kein Aushängeschild“

Das müsse man erst alles „mit den Behörden besprechen“, machte Hartl deutlich. Er schlug deshalb vor, den Antrag zurückzustellen und stattdessen einen Runden Tisch einzuberufen, um die planungsrelevanten rechtlichen Details in Abstimmung mit dem Landratsamt zu erörtern. Es sei nicht Aufgabe der Gemeinde, betonte Hartl, solche Sachen wie Naturschutz und Bodenrecht zu klären. Der Gemeinderat schloss sich dem Vorschlag an.

Die Absprache mit den Behörden sei okay, sagt Grubmüller, schließlich habe die Natur Vorrang. Dass entsprechende Maßnahmen vor Ort erforderlich seien, sei ebenso verständlich. Dazu gehöre beispielsweise eine Versiegelung des Bodens oder die Notwendigkeit eines Ölabscheiders. Nichtsdestotrotz würden die Auflagen immer höher werden, kritisiert Grubmüller.

„Müll ist eben kein Aushängeschild“ versucht sie die teilweise damit verbundenen Schwierigkeiten zu begründen. Ziel sei es auf jeden Fall, den Landkreis „sauber zu halten“. „Wir haben das Recht als Entsorgungsunternehmen zu erweitern“, so Grubmüller. „Den Müll produzieren nicht nur wir, sondern alle.“


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