Gemeinde und Telekom wollen Ausbau des Breitbandnetzes bis 2027 abschließen
Ist Elon Musks Internet schneller in Gmund?

von Sabiene Hemkes

In ländlichen Gebieten wie dem Tal schleicht das Internet teils noch langsam dahin. Auch in Gmund schreitet der Ausbau des Breitbandnetzes gemächlich voran. Bis Ende 2027 sollen nun viele Haushalte vom neuen, schnelleren Internet profitieren. Nur im Ortsteil Schmerold, einem „weißen Fleck“, gings deutlich schneller. Musk sei Dank.

Bürgermeister Alfons Besel (rechts) und Dipl.Ing. Norbert Kreier, Regiomanager der Deutschen Telekom GmbH (Mitte), unterzeichneten gemeinsam mit Frank Dentgen, Key Account Manager der Deutschen Telekom Technik GmbH (links) die gemeinsame Absichtserklärung für den Baustart ab 2026/ Quelle: Gemeinde Gmund

Während der Lockdowns der Pandemie hat sich gezeigt, wie wichtig das schnelle Internet auch für die Bewohner in ländlichen Gebieten ist. Homeschooling und Homeoffice zeigten (teilweise nervenaufreibend) für viele die Grenzen der Möglichkeiten außerhalb der gut erschlossenen Metropolen auf. Besonders auch bei uns im Tal.

Im letzten Jahr konnten in Gmund immerhin 48 Haushalte und Firmen an das neue Breitbandnetz mit einer sicheren und schnellen Internetverbindung angeschlossen werden. Am 18. August hat der Bürgermeister der Gemeinde Gmund Alfons Besel gemeinsam mit Dipl. Ing. Norbert Kreier, Regiomanager der Deutschen Telekom GmbH, und Frank Dentgen, Key-Account-Manager der Deutschen Telekom Technik GmbH, eine Absichtserklärung für den Baustart des neuen Netzes ab 2026 unterschrieben.

Bei diesem Ausbau sollen rund 2.300 Haushalte und Betriebe an das Breitbandnetz angeschlossen werden, wie Besel erklärt. Diese Maßnahme sei unerlässlich, so der Bürgermeister in einer Stellungnahme weiter, wenn man weiterhin ein attraktiver Standort für Bewohner und Bürger am Tegernsee bleiben wolle und ergänzt:

Glasfaser gehört heute zur digitalen Grundversorgung. So selbstverständlich der Stromanschluss ist, so wichtig ist auch der Glasfaseranschluss.

Die partnerschaftliche Kooperation mit der Telekom werde es ermöglichen, so Besel weiter, über ein neues und leistungsstarkes Glasfasernetz das „Arbeiten und Lernen zu Hause, Videokonferenzen, Surfen und Streamen“ gleichzeitig für alle nutzbar zu machen. Dabei werde ein maximales Tempo beim Herunterladen von 1 Gbit/s und beim Hochladen von 200 Megabit pro Sekunde (Mbit/s) erreicht. Dadurch sollen auch Betriebe in der Gemeinde profitieren und zukunftsfähig werden, aber auch Gmunds Bürger werden von der neuen Technik profitieren, ergänzt der Gemeindechef.

Die Telekom biete dabei den vollen Service an, lässt Kreier wissen. Hausbesitzer und Bauherren erhalten unter der unter 0800 330 1903 oder im Internet unter www.telekom.de/bauherren Informationen und Unterstützung bei der Planung und Umsetzung ihres Anschlusses.

Weiße Flecken in der Gemeinde bleiben auch nach 2027 weiß

Wie jedoch auf der Karte zu erkennen ist, werden nicht alle Gmunder Bürger von der neuen Technik in knapp fünf Jahren profitieren. Es bleiben einige sogenannte weiße Flecken im Gemeindegebiet.

In den magentafarben hinterlegten Gebieten soll bis Ende 2027 das Breitbandkabelnetz verlegt worden sein / Quelle: Gemeinde Gmund

Diese sind Orte, deren Erschließung per Glasfaserkabel nicht wirtschaftlich ist. Erst im letzten Jahr hat die TS über eine Familie im Gmunder Ortsteil Schmerold berichtet. Deren Geschichte über die Unmöglichkeit des „Homeschoolings“ ging später noch bayernweit durch die Medien. Politiker aller Couleur versprachen schnelle Hilfe.

Was daraus wurde? Nichts, wie uns Steffi Haffner bestätigte. „Keiner war später für uns zuständig.“ Doch es mag die Ironie des Schicksals sein. Denn in dem Haus von Haffner und ihrer Familie freuen sich seit Ende 2022 vier Parteien über ein wirklich schnelles und störungsfreies Internet. Dazu die ehemals vom langsamen Internet beim Homeschooling ihrer Kinder genervte Mutter:

Ein Nachbar im Haus hat sich bei Elon Musk Starlink beworben. Wir haben den Zuschlag bekommen. Das Equipment kam im letzten Herbst bei uns an. Seitdem sind wir hier richtig „Online“.

Zur Erklärung: Starlink ist das Unternehmen mit den Satelliten, die zurzeit am Himmel über Deutschland beobachtet werden können. Mithilfe einer Antenne kann darüber eine schnelle und sichere Internetverbindung aufgebaut werden, verspricht jedenfalls das Unternehmen des umtriebigen wie umstrittenen Multimillionärs Elon Musk.

Die Satellitenantenne und das Equipment kostet rund 360 Euro – der Preis pro Monat liegt bei 99 Euro. Den Anwohnern im Schmerolder Mehrfamilienhaus ist das erstmal egal, Hauptsache der Online-Stress ist vorüber. Und durch vier Wohnparteien geteilt sind die Kosten nicht höher als bei anderen „normalen“ Anbietern. Und an das neue Gmunder Glasfaserkabelnetz werden sie auch Ende 2027 nicht angeschlossen werden. Ist immer noch nicht wirtschaftlich.


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