Jodbad hilfreich für Corona-Patienten?

von Sabiene Hemkes

Vor einem Jahr öffnete das von Matteo Thun gestaltete Jod-Schwefelbad in Bad Wiessee seine Türen. Zusammen mit dem bayerischen Staatsminister für Gesundheit und Pflege blickten die Betreiber auf das erste Jahr zurück. Vor allem für Corona-Patienten könnte das Bad jetzt interessant werden.

Der Minister Klaus Holetschek und Helmut Karg, Geschäftsführer des Jod-Schwefelbads

Hoher Besuch in Bad Wiessee. Der Staatsminister Klaus Holetschek (CSU) besuchte gestern das Jod-Bad in Bad Wiessee. Zusammen mit den Betreibern und geladenen Gästen blickte man gemeinsam auf ein erfolgreiches erstes Betriebsjahr zurück. Genau wie das stürmische Wetter gestern in Bad Wiessee, war auch der Start des neugestalteten Gesundheitszentrums in der Pandemie nicht einfach zu bewältigen. Dazu Geschäftsführer Helmut Karg:

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Trotz Corona können sich unsere Zahlen sehen lassen. Wir hatten in den letzten 12 Monaten über 10.000 Therapiestunden. Das ist lange noch nicht das, was wir uns zum Ziel gesetzt haben, aber in Anbetracht der Pandemie ein sehr gutes Ergebnis.

Dabei habe das Verhältnis zwischen Kassen- und Privatpatienten bei zirka 20 zu 80 gelegen, führt der Chef des Jod-Schwefelbades weiter aus. Über 60 Prozent der Besucher kamen aus dem regionalen Bereich. “Aus Sicht der Tourismuswirtschaft sei aber auch die Zahl von 40 Prozent überregionaler Patienten, die gleichzeitig auch Übernachtungsgäste für das Tal sind, sehr interessant”, betonte Karg.

Behandlung von Covid-Patienten und Forschung

Besonderes Entwicklungspotential sieht Karg auch in der Behandlung durch die Anwendung im Gesundheitszentrum für Patienten die Corona hatten und auch solche die unter der sogenannten “Long-Covid” Erkrankung leiden:

Wir haben sehr gute Erfahrungen in diesem Bereich gemacht. Betroffene Patienten berichten nach dem Besuch des Jod-Schwefelbades von einer spürbaren Linderung der Symptome und einem allgemeinen Wohlbefinden.

Besonders wies Karg auch auf die internationale Würdigung des Bad Wiesseer Projekts hin. In der Fachwelt setze das neue Jod-Schwefelbad neue Maßstäbe und sei das Vorzeigeobjekt im europäischen Heilbäderwesen. Dazu gehöre laut Karg auch die Forschung, zum Beispiel durch die eigene Durchführung von Studien, um damit auch einen Beitrag für weltweite Covid-Forschung und die Entwicklung anderer Gesundheitsbereiche zu leisten.

Zuvor hatte schon der dritte Bürgermeister Rolf Neresheimer das Wort ergriffen und den Minister und die Gäste im neugestalteten Jod-Schwefelbad in Namen der Gemeinde Bad Wiessee begrüßt. Er stellte die historische Bedeutung des Bades für den Ort und die enge Verbindung, die auch seine Familie mit dem Jod-Schwefelbad hat, heraus:

Schon mein Urgroßvater hat vor hundert Jahren als Dermatologie Professor in Berlin seine Patienten nach Bad Wiessee begleitet, um sie hier zu therapieren.

Später habe eben dieser Großvater seinem Sohn empfohlen sich in Bad Wiessee niederzulassen. Auch der bayerische Staatsminister ging in seiner kurzen Ansprache auf die wechselvolle Historie der bayerischen Kurorte ein. Ihm sei es wichtig immer wieder die bayerischen Kurorte zu besuchen. Sie zu unterstützen bei der Aufgabe die Herausforderungen der Zukunft zu meistern.

Der Titel “Bad” wird oft belächelt. Doch ist dieser Titel ein Qualitätsmerkmal. Staatlich verliehenes Prädikat, das man sich verdienen muss.

Auch er betonte die besondere Rolle, die der Forschung in diesem Bereich zukomme und begrüßt gleichzeitig die im Gesundheitszentrum angestrebten Studien.

Hoffnung für die Bäder und Kurorte in Bayern

Anschließend ging der Minister noch auf die besondere Situation der Heilbäder ein. Als ehemaliger Bürgermeister von Bad Wörishofen wisse er um die Herausforderungen, mit denen die betroffenen Gemeinden sich in den vergangenen Jahrzehnten auseinandersetzen mussten. Mit der Abschaffung der Kurleistungen durch die Krankenkassen im Rahmen der Gesundheitsreform sei es notgedrungen zu großen und teils schmerzhaften Umstrukturierungen gekommen.

Aber nun gebe es durch das in diesem Monat verabschiedete “Gesetz zur Weiterentwicklung der Gesundheitsversorgung” wieder neue Hoffnung für die Kurorte. Für alle Heilbäder bedeute dies, dass die bisherigen Kann-Leistungen wieder zu Pflichtleistungen werden. Abschließend stellte der bayerische Gesundheitsminister noch einmal die Gemeinde und die Arbeit der Betreiber des Jod-Schwefelbades in Bad Wiessee besonders in den Fokus:

Wir haben hier ein Paradebeispiel – einen Leuchtturm – in bayerischen Kurorten und Heilbädern. Ich würde mir wünschen, dass sie weiter an dieser Entwicklung weiterarbeiten.

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