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Kommentar zu Wünschen, Träumen und Chancen der neuen Therme

JSB: Selbstbewusster Gigantismus in Wiessee

Von Steffen Greschner

Bad Wiessee steht vor einer gigantischen Aufgabe und einer gigantischen Chance: Die Neugestaltung des Jodschwefelbad-Areals. Eine viertel Million Euro hat die Gemeinde die bisherige Planung gekostet. “Nicht ganz eine viertel Milliarde” könnte die Investitionssumme betragen, die benötigt wird, um das Areal “auf Vordermann” zu bringen.

Unvorstellbare Summen für einen Ort dieser Größe. Aber auch die riesen Möglichkeit Wiessee neues Leben einzuhauchen und einen touristischen Neustart zu wagen, der nur wenigen Orten ermöglicht wird.

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Der volle Postsaal am Donnerstag zeugte von großem Interesse der Wiesseer an “ihrer” Therme

Die Bürgerversammlung vom vergangenen Donnerstag kann man im Wiesseer Rathaus getrost als Erfolg verbuchen. Die Ausführungen des Architekten Matteo Thun haben überzeugt. Die Ideen hinter dem Konzept wecken Hoffnungen auf den lange ersehnten Aufstieg Bad Wiessees. Bis zu 300 neue Hotelbetten, öffentliche Parkanlagen und zumindest für einige Jahre eine der modernsten Thermen Bayerns sind geplant.

Gigantische Träume brauchen gigantische Summen

Nachhaltig soll das Projekt werden. Aus Holz konstruiert und dadurch leicht erweiterbar, veränderbar – und wenn es ganz dick kommt auch abbaubar. CO2-neutral durch Holzschnitzel-Heizung, Geothermie und vielleicht sogar ein Kraftwerk, das die Energie des Sees nutzt. Schön soll es werden. So schön, dass selbst das geplante Flachdach des Hotels die wenigsten davon abhält an das Projekt zu glauben.

Nur fünf Kilometer weiter entsteht derzeit ein Gesundheitshotel mit ebenfalls einem Flachdach. Das hat allerdings nicht nur bei der Schutzgemeinschaft Tegernseer Tal für deutlich mehr Widerstand gesorgt. Doch der Lanserhof weit ab auf dem Golfplatz in Marienstein lässt sich nicht mit dem Thermen-Hotel inmitten des Wiesseer Kurzentrums vergleichen.

Trotzdem liegt vor den Verantwortlichen viel Arbeit. Gigantische Pläne bringen oft auch große Herausforderungen mit sich: Noch ist kein Investor für das Nicht-ganz-Viertelmilliarden-Projekt gefunden. Noch gibt es Wiessees Zukunft nur auf dem Papier und in den Köpfen und Träumen der Beteiligten. Noch wurde mit keinem Investor darüber gesprochen, was seine Vorstellungen eigentlich sind, welche der ausgearbeiteten Ideen, Pläne und Wünsche er mittragen möchte und wo er sich etwas anderes wünscht.

Bad Wiessees Zukunft liegt in fremden Händen

Was nun folgt sind harte Verhandlungen über Wiessees Träume. Mit möglichst vielen Investoren möchte man sprechen, um sich nicht zu schnell von einem einzelnen abhängig zu machen. Das zeigt, dass man sich sowohl in der Gemeinde, wie auch in den beteiligten Beratungsunternehmen der Gefahr bewusst ist: Am Ende entscheiden andere, was und wie viel von Wiessees großem Traum übrig bleibt.

Ein langer und gemeinsamer Weg von der Bekanntgabe des Kaufs des Jodbad-Areals Ende 2011 an. Von links: Eberhard von Angerer, Fritz Niedermaier, Peter Höß, Bernd Kuntze-Fechner und Kurt Sareiter

Genau an diesem Punkt versteckt sich hinter der großen Aufgabe und den schlummernden Risiken aber auch die gigantische Chance der kommenden Monate und Jahre. Überzeugen wird man potentielle Geldgeber wohl vor allem mit Geschlossenheit und spürbarem Willen zur Veränderung. Sowohl im Wiesseer Gemeinderat als auch in der Bevölkerung.  

Investiert wird in Sicherheit und Zuversicht

Wer auch immer am Ende die notwendige Summe zwischen 100.000.000 und 250.000.000 (!) in den Ort investiert, wird es tun, weil er sich daraus einen nachhaltigen Gewinn erhofft. Die Summe wird jedoch kaum jemand in die Hand nehmen, wenn er sich nicht sicher sein kann, das nach der nächsten Bürgermeisterwahl neue und alte Streitigkeiten aufbrechen, die seine Rendite gefährden.

Und eines ist auch klar: so ein Invest wird kaum jemand gegen den ausgesprochenen Willen der Bürger wagen – zu groß ist das Risiko, dass Bürgerentscheide, Stimmungen und Rechtsstreitigkeiten das Projekt gefährden oder über Jahre verzögern. Der Tegernseer Steg auf der anderen Seite des Sees ist dagegen der berühmte Kindergarten.

Bad Wiessees gigantische Chance steckt darum auch im Zusammenhalt und der gemeinsamen Lust auf Neues. Bad Wiessee muss nun andere vom eigenen großen Traum überzeugen. Wie stark die Bande in der Gemeinde sein können, hat das gigantische Dorffest im letzten Jahr gezeigt. Auch das war am Anfang nicht mehr als ein großer Traum.

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