Viele Verdachtsfälle, wenig Nachweise
K.O.-Tropfen – auch auf den Festen am Tegernsee?

von Simon Haslauer

Die Festl-Saison im Tal ist in vollem Gange und auf die Waldfeste folgen die Weinfeste. Aber das Partyleben am Tegernsee hat auch Schattenseiten: Immer wieder kommt es zu Verdachtsfällen in Verbindung mit K.O.-Tropfen – dieses Jahr auch schon mehrfach im Landkreis Miesbach.

Auch auf unseren Festen gibt es immer wieder Verdacht auf K.O.-Tropfen

Es ist Hochsommer und am Tegernsee steigt Party nach Party, Waldfest nach Waldfest und Konzert nach Konzert. Leider auch mit dabei: K.O.-Tropfen. Oft handelt es sich dabei um GHB (Gammahydroxybutyrat), auch bekannt als Liquid Ecstasy. Doch auch andere farb- und geruchslose Medikamente sowie Beruhigungsmittel werden verwendet. Unbekannte mischen sie ihren Opfern in Getränke und machen sie damit willen- oder sogar bewusstlos, um sie anschließend zu berauben oder zu vergewaltigen.

In diesem Jahr gab es laut Polizei vier Verdachtsfälle im Landkreis. In keinem der Fälle konnte die Droge tatsächlich nachgewiesen werden. Laut einem Sprecher des Polizeipräsidiums Oberbayern-Süd ist das der Normalfall. Denn K.O.- Tropfen sind nur wenige Stunden nach dem Konsum in Urin oder Blut sichtbar. Ein Polizist berichtet, dass er es in etwa zehn Jahren Dienst nur einmal erlebt habe, dass K.O.-Tropfen nachgewiesen werden konnten.

So wirken die Tropfen

Etwa 20 Minuten nach der unbewussten Einnahme wirken die Tropfen bereits: Man fühlt sich zuerst euphorisch, danach schwindelig und schlussendlich schläfrig. Das Opfer wache später auf und erinnere sich an nichts, informiert der Sprecher weiter.

Habt ihr den Verdacht, dass euch oder Anderen K.O.-Tropfen verabreicht wurden, etwa weil ihr motorische oder psychische Auffälligkeiten bemerkt, sucht den nächsten Arzt oder Notaufnahme auf. Danach könnt ihr Anzeige erstatten. Die Polizei betont dabei: “Nur mit einer Anzeige ist es möglich, Täter dingfest zu machen und damit auch andere davor zu schützen, ebenfalls Opfer zu werden.“

So schützt ihr euch:

  • Getränke bei der Bedienung bestellen und selbst entgegennehmen.
  • Von Unbekannten keine offenen Getränke annehmen.
  • Offene Getränke nicht unbeaufsichtigt lassen.
  • Bei Übelkeit Hilfe beim Personal suchen.
  • Freundinnen und Freunde achten aufeinander und lassen ihre Getränke nicht aus den Augen.
  • Freundinnen und Freunde holen im Ernstfall sofort ärztliche Hilfe für das Opfer und verständigen das Personal.

Hier wird euch geholfen:


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