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Großes Medieninteresse nach Bericht in Tegernseer Stimme

Käfers Almdorf könnte im Herbst starten

Ein enormes Medienecho hat der Exklusiv-Bericht der TS vom 24. März ausgelöst. Nach Abendschau, TZ und der Abendzeitung berichtet nun auch das BR-Kulturmagazin Capriccio über die Almdorf-Pläne des Gastronomen Michael Käfer. Der glaubt, in etwa vier Wochen den Zuschlag zu erhalten.

Das BR-Team (Ralf Zipperlen, Laura Beck und Marion Pietz) mit Bürgermeister Johannes Hagn.
Das BR-Team (Ralf Zipperlen, Laura Beck und Marion Pietz) mit Bürgermeister Johannes Hagn.

Das Magazin Capriccio nimmt für sich in Anspruch, die „Herausforderung des Kulturgeschehens in Bayern“ widerzuspiegeln. Am Donnerstagabend stellt es sich dem Tegernseer Almdorf, das die Ratsmitglieder seit Jahren herausfordert und jetzt womöglich ein Ende findet.

Mit dem TS-Bericht von Ende März wurde klar, dass der Münchner Gastronom Michael Käfer als Investor und Betreiber seinen Hut in den Ring wirft. Eine Lösung ist damit in Sicht, die auch einer Mehrheit im Rathaus gefallen dürfte. Davor hat sich auch das Kamerateam des BR positioniert. Bei dem Arbeitstitel „Wo gehts hin mit dem alten Land?“ dreht es sich nicht nur um passende Bilder, die Reporterin Laura Beck versucht auch Bürgermeister Johannes Hagn (CSU) aus der Reserve zu locken.

Doch vermutlich hat er Beck nichts anderes erzählt, als vor knapp drei Wochen der Abendschau: „Das Almdorf ist sehr stark mit Pro und Contra abgewogen worden. Man hat sich letztlich dafür entschieden, weil dies der geeignete Ort sei, sich dort bereits eine Bebauung am Rande befindet und die Lage sehr gut geeignet sei“.

Hochpreisiges Schickimicki?

Im gleichen Beitrag begründete SPD-Stadtrat Thomas Mandl seine Kritik. Er glaube nach wie vor an ein kitschiges Heidi-Land, das da entstehen würde.

Es sind unheimlich viele Erdbewegungen notwendig. Es ist eine aufwändige Bauweise mit 76 Betten. Das kann nicht das Familienhotel sein, wie es uns verkauft wurde. Das wird etwas Hochpreisiges, Schickimickihaftes. Damit wird nach außen signalisiert: Wenn ein Investor mit viel Geld kommt, dann wird unsere Heimat verkauft.

Ähnlich dürfte sich in ihrem Interview gegenüber Capriccio auch Angela Brogsitter-Finck von der Schutzgemeinschaft Tegernseer Tal geäußert haben. Sie war schon immer gegen die Herausnahme der 4.500 Quadratmeter großen Fläche aus dem Landschaftsschutzgebiet unter der Neureuth und den Flächenverbrauch. Doch das Projekt nahm auch die Hürde einer Petition im Landtag.

Käfer ist daher um Konsens bemüht. „Wir wollen das Almdorf ein bisschen kleiner machen, nicht ganz so massiv“. Es soll sich in die Landschaft einfügen. „Da wir in Kaltenbrunn eine Gaststätte haben, brauchen wir da oben keine“. Er glaube, dass dies eine ganz schöne Geschichte werde.

Angela Brogsitter beim gestrigen Interview vor dem Grundstück des geplanten Almdorfs.
SGT-Vorsitzende Angela Brogsitter-Finck beim gestrigen Interview auf dem Grundstück des geplanten Almdorfs.

Pressesprecherin Marion Drux erwartet auf erneute Nachfrage, dass Käfer mit dieser Thematik in vier Wochen durch sein dürfte. „Eigene Pläne sind noch nicht erstellt“, so Drux, der Vertrag noch nicht unter Dach und Fach. Herr Käfer möchte erst den „Zuschlag“ abwarten.

Es sieht ja ganz gut aus, aber es kann immer noch etwas schiefgehen.

Weniger pessimistisch ist Rainer Leidecker als Projektentwickler der Ernst Tengelmann GmbH: Man habe den Verkäufer, die Familie Berghammer, und Michael Käfer als Investor, soweit zusammengeführt, dass es zu diesem Abschluss in etwa vier Wochen kommen dürfte.

Baugenehmigung soll Anfang Juni da sein

Im Erbbaurecht auf 90 Jahre würde Käfer das Bergschwalben-Areal bekommen. Von ihm sei die Familie Berghammer vom benachbarten Kohlhaufhof begeistert, so Leidecker, von Käfer wüssten sie, dass er das kann. „Die Berghammers kommen mit dieser Adresse gut klar“. Nach einem Termin im Landratsamt geht Leidecker davon aus, „dass die Baugenehmigung bereits in den letzten Zügen liegt und Anfang Juni kommen wird, da die letzten Hürden genommen wurden“.

Dann könne man mit dem Abbruch und dem Bauen beginnen, glaubt Leidecker. Ende des Jahres wolle Käfer starten. Marion Drux vertraut der Tegernseer Stimme noch an, dass diese mit ihrem Bericht über Käfers Almdorf eine kleine Lawine losgetreten habe: „Wir konnten uns vor Presseanfragen kaum noch retten“.


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