Kahlschlag entlang der Bahnstrecke in Gmund

von Maxi Hartberger

Vergangene Woche wurde die Hauptstraße zwischen Gmund und St. Quirin wegen Baumfällarbeiten gesperrt. Inzwischen mussten weitere Bäume entlang der Bahnstrecke ihr Leben lassen – aus Sicherheitsgründen. Doch warum dieser drastische Kahlschlag?

Vergangene Woche wurden mehrere Bäume am Bahnübergang in Gmund gefällt.

Autofahrer mussten sich vergangene Woche am Bahnübergang zwischen Seeglas und St. Quirin gedulden. Die Hauptstraße musste zeitweise halbseitig gesperrt werden, der Verkehr wurde durch eine Ampel geregelt (wir berichteten). Grund waren Baumfällarbeiten entlang der Bahnstrecke.

Inzwischen wurde in Gmund fleißig weiter gefällt. Wo früher einmal zahlreiche Bäume standen, hat man kurz vor der AVG nun einen klaren Blick auf den Volksfestplatz. Die nördlichste Gemeinde am Tegernsee ist jedoch nicht allein: Die Tegernsee Bahn Gesellschaft (TBG) beseitigt aktuell Büsche und Bäume entlang der gesamten Strecke zwischen Tegernsee und Schaftlach – aus Sicherheitsgründen, wie Geschäftsführer Michael Bourjau auf Nachfrage erklärt.

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Bäume stellten Sicherheitsrisiko dar

„Wir haben das nicht gemacht, weil unsere Mitarbeiter Holz brauchen“, schmunzelt der Bahn-Geschäftsführer. Er könne aber verstehen, dass die Aufregung insbesondere bei den Anwohnern in Gmund groß ist, da die Fällungen hier sehr auffällig seien. Dennoch sei diese Großaktion nun von Nöten gewesen:

Im Grunde ist die letzten Jahre eines passiert und zwar, dass zu wenig passiert ist. Die Bäume entlang der Strecke haben immer größere Ausmaße bekommen, sodass sich unsere kleine Mannschaft zunehmend schwer tat, nur mit kleinen Rückschnitten die Strecke freizuhalten.

Einige der Bäume stellten somit ein immer größeres Risiko dar. „Wir haben viel zu lange gewartet und haben die Bäume zu lange wachsen lassen“, gibt Bourjau zu. „Jetzt wurde es eben so massiv, dass wir handeln mussten.“ Man habe deshalb eine professionelle Firma beauftragt, mit entsprechenden Maschinen und Baumkletterern die Strecke freizumachen.

Vorgriff auf Elektrifizierung 2030/31

Und die Aktion kostet: 50.000 bis 60.000 Euro werde die Tegernsee Bahn dafür bezahlen. „Die Fällungen sind also nichts, was man einfach so macht, weil es einem Spaß macht, sondern weil es um Sicherheit geht. Wir sind in der Haftung, sollte etwas passieren“, betont Bourjau mit Nachdruck.

Neben den Baumfällungen werden in Gmund die Gleise vom Schlamm befreit.

Hinzu kommen die Elektrifizierungs-Pläne der Regierung von Oberbayern, wie der Bahn-Geschäftsführer erklärt: „Wir haben für 2030/31 eine Elektrifizeriung der Strecke geplant. Die Baumfällungen sind also nicht nur für die Sicherheit, sondern ein Vorgriff, damit wir nicht noch größere Bäume haben.“ Nach dem Motto: Wenn es so viel kostet, dann „machen wir es richtig.“

Verschlammung vorbeugen

Im Zuge der Fällaktion werde in Gmund zusätzlich das Gleisbett vom Schlamm befreit. „Die Anwohner sind dort doppelt betroffen – von den Fällungen und dem Lärm, das ist für viele ein Overkill“, gibt Bourjau zu. Doch insbesondere in Seenähe kämpfe auch die Tegernsee Bahn mit dem allseits bekannten Seeton, der Stück für Stück zu einer Verschlammung der Gleise führt.

„Die Gleisgatter wurden deshalb abgebaut, der Schotter weggeräumt und der Boden wieder verdichtet“, so Bourjau. „Damit haben wir dann die nächsten 10 bis 15 Jahre wieder Ruhe vor der Verschlammung.“ Lange gedulden müssen sich Gmunder Anwohner nicht mehr: Noch in dieser Woche sollen die Arbeiten vorerst abgeschlossen sein.

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