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Holzernte am Tegernseer Höhenweg

Kahlschlag mit Gottes Segen

Von Klaus Wiendl

Die Abholzaktion am Tegernseer Höhenweg erregt die Gemüter. Nun stellt Tegernsees Kirchenpfleger klar, was hinter der „Radikalrasur“ steckt.

Kirchenstiftung ist bemüht die Wogen zu glätten / Quelle: SGT

Aufgedeckt hatten den „radikalen Kahlschlag“ am Tegernseer Höhenweg Naturschützer wie Marcus Staudacher, der die Tegernseer Stimme informierte. Seiner Ansicht nach würden auch gesunde Bäume unter die Baumsägen geraten, insbesondere Buchen. Sie aber sind wertvoller Bestandteil des Mischwaldes, wie er seit dem Klimawandel propagiert wird. Deshalb hatte Staudacher wenig Verständnis für die Fällung der hohen Bäume am Höhenweg.

Da es sich um ein gut 12.000 Quadratmeter großes Grundstück der Katholischen Kirchenstiftung Tegernsee handelt, ist man dort bemüht, die Wogen zu glätten. Kirchenpfleger und CSU-Stadtrat Norbert Schußmann erklärt, was hier schiefgelaufen ist, vor allem bei der Kommunikation. Denn die Bewirtschaftung des eigenen Waldgrundstücks sei an das Erzbischöfliche Ordinariat verpachtet worden, weil man in München-Freising eine eigene Forstabteilung für die zahlreichen Wälder hat.

Laut Schußmann ist mit dem Ordinariat vereinbart worden, dass es die Kirchenstiftung Tegernsee vorab informiert, wann mit dem Fällen auf dem mit Maschinen schwer zugänglichen Grundstück begonnen wird. „Wir wollten rechtzeitig die Medien informieren“, so Schußmann, „damit nicht überall der Blutdruck steigt, wenn ein Baum umgeschnitten wird“. Doch die Information sei „leider“ ausgeblieben.

Fällaktion wurde im Sommer abgesegnet

Bereits im Juli habe die Tegernseer Kirchenverwaltung der Fällung zugestimmt, nachdem zuvor Fachleute im Ordinariat zu der Erkenntnis gelangt seien, dass der Bestand teils durch Borkenkäfer geschädigt, aber insgesamt erntereif ist. „Die Bäume waren nach Auskunft der Forstabteilung sowieso komplett reif zur Ernte“, erklärt Schußmann. Zur „Radikalrasur“ sei es gekommen, weil der Wald „einen großen Anteil an Totholz hatte“.

Dies ist dann bei einigen Stürmen auf dem Nachbargrundstück gelandet. Als wenig sinnvoll und zu teuer sei eine Einzelbaumentnahme erachtet worden. Der wirtschaftliche Hintergrund ist nach Aussage von Schußmann die Amortisation einer solchen Waldpflege. Deshalb müsse man die gesunden Buchen verkaufen, „so lange es noch geht“. Umgefallen und verfault würden sie nichts mehr bringen. So sei der Entschluss zur Fällung der „kompletten Fläche“ entstanden. „Selbstverständlich wird die Fläche zeitnah mit standortgemäßen Gehölzen wieder aufgeforstet“, versichert Kirchenpfleger Schußmann, „nach Süden hin mit Sträuchern“.


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