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Kalkuliertes Kaltenbrunn-Chaos?

Von Nicole Kleim

Leonhardimarkt im renovierten Rinderstall auf Gut Kaltenbrunn. Viele Besucher und mal wieder viel zu wenig Parkplätze. Ist das Chaos auf den Seitenstreifen der Bundesstraße inzwischen Kalkül?

Parkplatzsituation_Gut Kaltenbrunn
Eine Großveranstaltung auf Gut Kaltenbrunn – und schon herrscht wieder Chaos am Straßenrand.

Es war die erste öffentliche Großveranstaltung im renovierten Rinderstall auf Gut Kaltenbrunn. Der Leonhardimarkt lockte am vergangenen Wochenende zahlreiche Besucher an. Mitten im Schneegestöber tauchte das alte Problem wieder auf; Wo soll man parken? Für die Besucher lag die Antwort wieder auf beiden Seitenstreifen an der Staatsstraße oberhalb von Kaltenbrunn. Parken im Halteverbot, das übliche Dilemma. Trotz Shuttlebus, der zwischen Volksfestplatz Gmund und Gut Kaltenbrunn verkehren sollte.

Wie Wolfgang Strobl von der Polizeiinspektion Bad Wiessee berichtet, habe man allein am Freitag auf der Kaltenbrunner Straße insgesamt zehn Fahrzeuge aufgeschrieben, die im Halteverbot standen. Eine Ordnungswidrigkeit, die jeden Falschparker 15 Euro kostet. Vier Autofahrer hätten dabei auf dem Gehweg geparkt. Macht 20 Euro.

Da das Wetter am Samstag etwas besser war, hätte es an diesem Tag keine Beanstandungen gegeben, so Strobl. Außerdem sei man hauptsächlich am ersten Veranstaltungstag des Leonhardimarktes eingesetzt worden.

Bisher gab es in Höhe Kaltenbrunn kaum mehr Falschparker auf den Seitenstreifen. Alles ist gut gelaufen. Nur bei Großveranstaltungen wie am Wochenende merkt man, dass das Parkplatzangebot doch zu gering ist.

Eine regelmäßige Kontrolle sei jedoch nicht geplant. Für eine ständige Verkehrsüberwachung habe man einfach nicht die Zeit, sagt Strobl. Als Mitgliedsgemeinde des Zweckverbandes Kommunale Verkehrssicherheit Oberland unterstützen die Gmunder die Arbeit der Polizei jedoch durch zusätzliche Kontrollen.

An diesem Wochenende habe es allerdings keine Kontrollen am Tegernsee gegeben, sagt Zweckverband-Außendienstleiter Thorsten Pressler. Die letzte habe am 2. und 3. November stattgefunden. Verstärkte Kontrollen im Bereich Gut Kaltenbrunn gab es im Auftrag der Gemeinde zuletzt im Sommer, als die chaotische Parkplatzsituation thematisiert wurde.

Landratsamt will später kontrollieren

Eine verstärkte Kontrolle für die vom Landratsamt geforderten zusätzlichen Stellplätze für Rinderstall und Tenne sollten nach Beendigung der Baumaßnahmen erfolgen, teilte Pressesprecher Birger Nemitz noch im vergangenen Sommer mit. Ob diese Stellplätze nachgewiesen wurden, prüfe man gerade.

Parkplatzsituation_Gut Kaltenbrunn
Alle Parkplätze belegt – und das bis ins Landschaftsschutzgebiet. Aufnahme vom Samstag.

Park-Ausnahmen für größere Veranstaltungen habe das Landratsamt Gut Kaltenbrunn jedenfalls zugesichert, berichtet Gmunds Geschäftsleiter Florian Ruml auf Nachfrage. Beschwerden über das vergangene Wochenende seitens der Bürger seien bei der Gemeinde aber nicht eingegangen. Zur dortigen Parkplatzsituation im Allgemeinen sagt er:

Wir haben versucht, zusätzliche Stellplätze zu realisieren. Erfolglos. Seitdem hält sich die Gemeinde bei der Parkplatz-Thematik zurück.

Die Parkplätze jedenfalls reichen bei Großveranstaltungen nicht aus. Ob das gefährliche Parkplatz-Chaos politisches Kalkül für den von Käfer gewünschten – und vom Landratsamt abgelehnten – Parkplatz auf der im Landschaftsschutzgebiet liegenden Wiese oberhalb von Gut Kaltenbrunn ist, darüber äußert man sich nicht.


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