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Penny schließt, Lidl vergrößert, Rewe kommt

Kampf um (Super-)Marktanteile im Tal

Was des Einen Leid, ist des Anderen Freud, sagt ein Sprichwort. Umgemünzt auf die Supermärkte: während Penny in Weißach nächste Woche schließt, beantragt Lidl eine Erhöhung der Verkaufsfläche und Rewe will ins Maximilian in Gmund. Der Kampf um die Marktanteile im Tegernseer Tal hat begonnen.

Der Penny in Weissach schließt am
Der Penny in Weißach schließt am 17. Oktober.

Am 17. Oktober schließt mit Penny einer von zwei Supermärkten auf Kreuther Gemeindegebiet. Stattdessen werden dort neue Praxisräume des Ärztezentrums Medicum entstehen. Ein Nachfolger für den Pennymarkt ist nach wie vor nicht in Sicht, wie Bürgermeister Josef Bierschneider (CSU) auf Anfrage bestätigte, „wir waren leider noch nicht erfolgreich, jemanden zu finden“.

Es sei auch deswegen schwierig, weil Penny bestimmte Mindestvorgaben wegen der Größe bei einem Neubau habe. Und dieses Grundstück habe man an der Weißach nicht. „Wir haben Penny verschiedene Alternativen benannt, doch die Firma wurde entweder mit den Grundstückseigentümern nicht einig, oder es waren ihr die Flächen zu klein“, erklärte Bierschneider.

Wir haben auch nach einem Lebensmittelmarkt gesucht, der nicht solche Flächenvorgaben hat, aber da waren wir leider nicht erfolgreich.

Zunächst hätte auch der österreichische Discounter M-Preis Interesse gezeigt, doch dort habe man dann aber die Expansionspolitik geändert, so dass auch aus Österreich eine Absage gekommen sei. Man möchte aber auch keinen Supermarkt am Rand des Ortes. „Natürlich hätten wir gerne im Zentrum des Ortsteils Weißach wieder einen Supermarkt, denn das war schon optimal“.

Verschiebung einer Wand sorgt für Diskussion

Optimal lief es dagegen für die Konkurrenz in Tegernsee. Der Stadtrat genehmigte am Dienstag die Bauanfrage des Discounters Lidl, der die „Umwandlung von Lagerflächen in Verkehrsflächen“ seines Marktes in der Schwaighofstraße beantragte. Im Grunde eine Marginalie. Denn Lidl will das Gebäude nicht vergrößern, sondern nur innen eine Wand versetzen, damit 100 Quadratmeter Verkaufsfläche mehr entstehen können.

Doch so leicht, wie manche am Ratstisch gedacht hatten, fiel manchen Stadträten die Entscheidung nicht. Etlichen missfielen die ständigen Erweiterungen des Lidl-Marktes. Ursprünglich seien es bei der Eröffnung 800 Quadratmeter Verkaufsfläche gewesen, danach habe es eine Erhöhung um 200 auf insgesamt 1.000 Quadratmeter gegeben und nun seien weitere 110 Quadratmeter beantragt.

Dies sei eine Salamitaktik, gaben einige Räte zu bedenken, die man nicht mittragen könne. Irgendwann sei der Markt groß genug. Aldi-Süd in Kreuth-Weißach hatte bereits 2010 mit 1.000 Quadratmetern Verkaufsfläche vorgelegt.

Der Lidl in Tegernsee will seine Verkaufsräume erweitern.
Der Lidl in Tegernsee will seine Verkaufsräume erweitern.

Nach Ansicht mancher Stadträte würden sich Lidl und Aldi einen Konkurrenzkampf bei den Verkaufsflächen liefern. Davon profitiere aber letztlich der Kunde, war auch zu hören. „Ich kann nichts dagegen haben“, argumentierte Norbert Schußmann (CSU), „wenn Lidl die betrieblichen Abläufe verbessern will“. Schließlich gehe es nur um eine Verschiebung einer Wand.

Wo eine Verweigerungshaltung hinführe, habe der Netto-Markt neben dem Bräustüberl gezeigt. „Netto hat sich zurückgezogen, weil die Verkaufsfläche zu klein war“, gab Heino von Hammerstein (Bürgerliste) zu bedenken. Ähnlich sah es auch die Konzernspitze im Frühjahr, kurz vor der Schließung: „Dieser Standort konnte zuletzt nur noch wenige Kunden für sich gewinnen“, erklärte damals Felix Koopmann, Sprecher der Netto Marken-Discount AG. Daher wurde die Erweiterung des Lidl schließlich genehmigt.

Konkurrent Rewe in Gmund

Alles schöner und neuer soll künftig im Anbau des Maximilian werden und mit 1.150 Quadratmetern noch größer als die Konkurrenz. „Dann wird es bald mit Rewe in Gmund einen Konkurrenten mehr geben“, prophezeit von Hammerstein. Glaubt man dem Bauträger Ten Brinke, so soll dort ein „Branchenmix perfekt ausgerichtet auf die lokale Bevölkerung“ entstehen.

Der Kunde gelange durch die Parkgarage im Erdgeschoß „direkt in dem im ersten Obergeschoß befindlichen Lebensmittelvollsortimentsmarkt“. Ob Konkurrenz immer das Geschäft belebt, wird sich dann in der Realität zeigen.


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