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Einführung von Altkennzeichen: Heimat auf dem Nummernschild?

Kein “TEG” fürs Tal

Von Christopher Horn

Bei Kfz-Kennzeichen sollen Kreise und Städte freiere Hand bekommen – so ging es vor Kurzem durch die Medien. Vor allem, um verschwundene Kürzel wiederzubeleben. 57 alte Kennzeichen kommen so wieder zum Vorschein.

Seit 10. Juli ist die Reform nun in Kraft. Bei uns bleibt aber auch weiterhin nur das Kennzeichen mit dem Kürzel MB im Einsatz. Wunschkombinationen wie TEG ‒ so schön sie auch wären ‒ kann es aus einem bestimmten Grund nicht geben.

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 Wunschkennzeichen ‒ hier ein Auto aus Schweden am Wiesseer Lindenplatz ‒ sind bei uns nicht möglich.
Wunschkennzeichen ‒ hier ein Auto aus Schweden am Wiesseer Lindenplatz ‒ sind bei uns nicht möglich.

Im Zuge der Gebietsreform Anfang der 70er-Jahre hatten 23 bayerische Städte ihre Unabhängigkeit als kreisfreie Städte verloren. 72 Landkreise wurden aufgelöst. Dazu zählten auch Wolfratshausen mit dem Kennzeichen WOR, Schongau (SOG) oder das niederbayerische Eggenfelden (EG).

In all diesen Kommunen können Bürger künftig wählen, ob sie ihr früheres Nummernschild oder das heutige Kennzeichen ihres Landkreises haben möchten. Eine Maßnahme, die wieder regionale Identität schafft? Wer weiß – einen Versuch ist es wert, sagt die Politik.

Für viele Autofahrer sind Autokennzeichen nicht nur irgendwelche auf Blech geprägten Buchstaben und Zahlen. Sie sind vielmehr ein Ausdruck dafür, wer man ist und wo man herkommt. Die Ziffernfolge auf dem Wunschkennzeichen spiegelt meist persönliche Daten wie Geburtstag, Hochzeitstag oder andere persönliche Ereignisse wider. Damit ist das Kennzeichen für manchen ein Stück Heimat.

Kein Wahlrecht im Tal

„Jetzt ist es so weit. Den Bürgern steht ein umfassendes Wahlrecht zur Verfügung“, freute sich Verkehrsminister Martin Zeil in einer Pressemitteilung der Bayerischen Staatsregierung. In vielen Landkreisen im Freisaat ist es seit letzter Woche möglich, das vorhandene Kennzeichen in ein Altkennzeichen umzumelden. So kommen insgesamt 57 Altkennzeichen wieder zum Vorschein.

Damit könnten die Bürger ihre lokale Verbundenheit besonders zum Ausdruck bringen, so Zeil weiter. Hier im Tal haben die Bürger allerdings nichts von der neuen Wahlfreiheit. Denn das Tegernseer Tal und der Landkreis Miesbach sind von dieser Neuerung nicht betroffen. „Hier gab es nie ein anderes Kennzeichen wie MB. Für unseren Landkreis ist die neue Regelung also nicht relevant“, so die Sprecherin des Landratsamtes Gabriele Dorby auf Nachfrage.

Auch ein eigenes Kennzeichen für das Tegernseer Tal wird es daher nicht geben. Schade eigentlich, der Andrang auf ein solches TEG-Nummernschild wäre bestimmt groß gewesen. Alle wieder eingeführten Altkennzeichen findet man hier.

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