(K)Ein Grund, sich im Grab umzudrehen

von Nicole Kleim

Auf dem Friedhof in Waakirchen liegt Alt-Bürgermeister Michael Bauer. Diejenigen, die sich bisher um seine Ruhestätte kümmerten, haben die Pflege nun abgegeben. Kein Grund, sich im Grab umzudrehen. Oder doch?

Links die Venus, rechts das Grab von Alt-Bürgermeister Michael Bauer, dessen Pflege jetzt die Gemeinde übernimmt.

Für die nächsten zehn Jahre ist die Grabpflege von Waakirchens Alt-Bürgermeister Michael Bauer gesichert. Mit sofortiger Wirkung übernimmt die Gemeinde dessen Grabpflege. Die bisherigen Grabinhaber hatten die Pflege aufgegeben, weil deren Nutzungsfrist abgelaufen war.

Also hat die Gemeinde bei der Katholischen Kirchenverwaltung angefragt, ob sie die Pflege übernehmen dürfe, wie Pfarrer Stephan Fischbacher auf Nachfrage bestätigt. Bauer hatte das Amt des Bürgermeisters in der Zeit von 1888 bis 1899 inne. Er starb am 3. Dezember 1904 mit gerade mal 55 Jahren. Die Todesursache ist der Gemeinde nicht bekannt.

Kunst auf dem Friedhof

Jetzt hat die Waakirchner Verwaltung die Grabpflege so geplant, dass es eine Bepflanzung im Frühjahr und eine im Sommer geben soll. An Allerheiligen will man das Grab mit einem Gesteck herrichten, wie Amtsleiter Anton Demmelmeier berichtet. Die jährlichen Kosten für die Grabpflege würden 300 Euro nicht überschreiten.

Für Bauer besteht also kein Grund, sich vor Gram im Grab umzudrehen. Würde er es dennoch tun, fiele sein Blick auf das Grab nebenan. Hier hat der Waakirchner Künstler Otto Wesendonck eine Frau in Bronze gemeißelt, so wie Gott sie schuf. Daneben ein Engel, der die Frau – symbolisch für Wesendoncks verstorbene Ehefrau – in den Himmel aufnimmt.

„Viele nehmen Anstoß daran“, so Demmelmeier, aber das sei eben Kunst. Gerade in einer Künstlergemeinde wie Waakirchen sei so etwas eine Bereicherung. „Aber da hat nicht jeder einen Zugang dazu.“


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