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Lieferung verzögert sich um Wochen

Kein Impfstoff für den Landkreis

Von Redaktion

Ein Rückschlag in Sachen Impfungen im Landkreis Miesbach. Die erwarteten Impfstoffe werden erstmal nicht angeliefert. Was das nun für den Landkreis bedeutet.

Die erste Corona-Impfung im Landkreis: Dr. Thomas Straßmüller impft Renate Zehetmeier, Bewohnervertreterin im Seniorenzentrum Der Schwaighof in Tegernsee im Dezember . © Pressestelle Landratsamt Miesbach

Am Wochenende erreichten die Verantwortlichen des Landkreis-Impfzentrums schlechte Nachrichten: “Die Zusage der Lieferungen an Impfstoff für die kommende Woche und darüber hinaus für weitere drei bis vier Wochen wurden für alle Landkreise widerrufen. Das bedeutet, dass auch der Landkreis Miesbach in den kommenden Wochen keine Impfstoff-Lieferungen erhält. Nur die Dosen für die Zweit-Impfungen werden noch geliefert”, sagt die Pressesprecherin des Landratsamts Miesbach Sophie Stadler.

Bisher wurden zwischen 26.12.2020 und 15.01.2021 1.860 Dosen in sechs Chargen ans Zentrum in Hausham geliefert. Alle Dosen wurden davon bereits verimpft. Die überwiegende Mehrheit dieser Dosen wurde an Bewohner und Mitarbeiter von elf stationären Einrichtungen für erwachsene Menschen mit Behinderungen und Senioreneinrichtungen verimpft. Alle stationären Einrichtungen im Landkreis wurden inzwischen zum ersten Mal besucht. Die Zweitimpfungen sollen bis Ende Januar oder Anfang Februar abgeschlossen sein.

Briefe sind bereits an Senioren verschickt worden

Darüber hinaus konnten bereits Teile der priorisierten Mitarbeiter-Gruppe des Krankenhauses Agatharied, der kbo Lech-Mangfall-Klinik, sowie Teile der priorisierten Mitarbeiter von ambulanten Pflegediensten, Rettungsdiensten und Ärzte geimpft werden. Die Mitarbeiter, die aufgrund der Priorisierung der „Corona-Impf-Verordnung“ des Bundes bereits jetzt geimpft wurden, kamen zur Impfung ins Impfzentrum. “Diese Termine wurden vom Team dazu genutzt, den Ablauf im Zentrum zu testen. Das Zentrum wäre jederzeit voll einsatzfähig. Jedoch fehlt zur Öffnung des Zentrums für die ebenfalls priorisierte Gruppe der Personen über 80 Jahren der Impfstoff”, so Stadler weiter.

In der vergangenen Woche wurde jeder Landkreis-Bürger über 80 Jahren per Post angeschrieben. Der Druck und Versand der 7.500 Briefe wurde von der AKDB als Dienstleister übernommen. Für die Adressen wurde auf Daten aus dem Meldebestand zurückgegriffen. “Der Zugang wurde vom Gesundheitsministerium bereitgestellt, daher muss kein Bürger, auch wenn er noch keinen Brief erhalten hat, Sorge haben, vergessen worden zu sein. Anzunehmen ist, dass mögliche Verzögerungen in der Postzustellung dadurch zustande kommen, weil alle Landkreise aufgefordert waren, die Briefe bis zum 15.01.2021 zu versenden und viele auf die AKDB zurückgegriffen haben”, sagt die Pressesprecherin weiter und fügt hinzu:

Die Briefe, die auf Anweisung der Regierung in der vergangenen Woche verschickt werden mussten, sind leider mit den Neuigkeiten des Wochenendes sowieso hinfällig. Da in den kommenden drei bis vier Wochen laut Mitteilung des Gesundheitsministeriums nur Dosen für die Zweitimpfung geliefert werden, jedoch keine Dosen für die Erstimpfung, können keine Termine vereinbart werden.

Der Unmut bei vielen Senioren, die nach Erhalt des Briefes im Impfzentrum anrufen, nehme verständlicherweise täglich zu. „Die Situation ist wirklich ärgerlich“, sagt Beate Faus, die organisatorische Leiterin des Impfzentrums, die in den vergangenen Tagen Dutzende Beschwerden erhalten hat. „Die Organisation vor Ort steht bereit und ist inzwischen optimiert, 40 Mitarbeiter des BRK und 25 Ärzte stünden Gewehr bei Fuß und wir hätten Hunderte impfwillige Senioren, aber uns fehlt einfach der Impfstoff.“ Es mache keinen Sinn, jetzt Termine zu vergeben, wenn unklar ist, wann der nötige Impfstoff vorhanden ist. „Wir würden gerne, aber wir können nicht“, sagt Faus.

Impfwillige können sich auf www.impfzentren.bayern registrieren und werden dann automatisch informiert, wenn ein Termin für sie zur Verfügung steht. Zur Anmeldung ist jedoch u.a. eine Mailadresse notwendig, was gerade Senioren zum Teil vor große Herausforderungen stellt. „Dieses bayerische Impfportal sollte eigentlich helfen, produziert aber leider viele Nachfragen. Wir melden alle Fehlermeldungen und Verbesserungsvorschläge unverzüglich weiter an die Regierung von Oberbayern und bitten um schnellstmögliche Verbesserung“, sagt Faus. „Es ist momentan eine unbefriedigende Situation. Aber wir müssen gemeinsam Geduld beweisen und starten durch, sobald es möglich ist.“


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