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Helene in Bayern widerspricht Hanns-Seidel-Stiftung

Die Herzogin: Kein Mietwucher im Wildbad

Dieser Artikel ist aus dem April. Zum aktuellen Artikel zur Entwicklung in Wildbad Kreuth geht es hier und hier. Mietwucher und Rauswurf hieß es vor knapp drei Wochen, als bekannt wurde, dass das Haus Wittelsbach die Miete für die CSU-nahe Hanns-Seidel-Stiftung (HSS) drastisch von 68.000 auf 630.000 Euro erhöhen will. Stimmt nicht, lässt nun Herzogin Helene in Bayern gegenüber der Tegernseer Stimme erklären. Diese Summe sei nie genannt worden. In der kommenden Woche soll es erste Gespräche geben. Der Mietvertrag endet in einem Jahr.

Herzogin Helene vor dem Gebäude der Hanns-Seidel-Stiftung in Wildbad Kreuth /  Quelle: Quelle: teresaohneh.wordpress.com
Herzogin Helene vor dem Gebäude der Hanns-Seidel-Stiftung in Wildbad Kreuth / Quelle: teresaohneh.wordpress.com

Offensichtlich haben die Berichterstattungen über die Wirren um ihr Wildbad Kreuth den Nerv von Herzogin Helene in Bayern getroffen. Denn nun meldete sich ihr Sprecher, Rechtsanwalt Christian Nunn, bei der Tegernseer Stimme. Und dieser erklärte, die Darstellung, wie sie aus Kreisen der HSS kolportiert wird, dass künftig 630.000 Euro an Miete fällig würden, sei nicht richtig.

Diese Zahl wurde von der Eigentümerin zu keinem Zeitpunkt genannt und gefordert.

Tatsache sei, dass die aktuelle Miete weniger als 1 Euro pro Quadratmeter im Monat betrage. Dies ergebe monatliche Mietkosten von „nur“ rund 7.000 Euro für das gesamte Anwesen, was nicht annähernd einer Orts- und Marktüblichkeit entspreche.

Zu Mietbeginn 1974 sei das Objekt auf Kosten der Vermieter saniert worden. „Der Mietvertrag wurde zunächst für 30 Jahre abgeschlossen und dann nochmals um ca. zehn Jahre verlängert“, so Nunn weiter. „Die weitere Instandsetzung und Instandhaltung oblag und obliegt dem Mieter.“

Investitionsstau in Wildbad Kreuth

„Die Instandsetzungspflichten, die die Hanns-Seidel-Stiftung in dem bestehenden Mietvertrag übernommen hat, sind noch nicht (vollständig) erfüllt“, verdeutlicht Christian Nunn im Namen der Herzogin, „es gibt einen gewissen Rückstau, das ist nicht zu verhehlen. Aber dafür ist die HSS verantwortlich.“

Es sei auch vorgesehen, „dass die Eigentümerin weitergehende Instandsetzungspflichten übernimmt, als dies im bisherigen Mietvertrag der Fall ist.“ Der künftige Mietzins hänge, so erklärt Nunn im Namen der Herzogin, davon ab, welche weiteren Verpflichtungen bei der Instandhaltung und Instandsetzung Mieter und Vermieter übernähmen. Entsprechend steige die Miete.

Aber in diese Diskussion sind wir mit der HSS noch gar nicht weiter eingestiegen. Demzufolge gibt es auch noch keinen definitiven Mietzins pro Quadratmeter.

Die Herzogin sei allerdings daran interessiert, „dass das Objekt weitervermietet wird. Deshalb führen wir schon seit Langem Gespräche mit der HSS.“ Laut dem Anwalt der in Wildbad Kreuth lebenden Herzogin Helene gebe es keinen Grund, sich von der Stiftung zu trennen.

Gespräche mit anderen Interessenten

Im gleichen Atemzug lässt die Eigentümerin über ihren Sprecher aber auch ausrichten, dass neben der HSS mit „einigen sehr ausgewählten Interessenten Gespräche geführt“ würden. Die nächsten Tage werden es weisen, ob dieser Fingerzeig bei der CSU ankommt. Denn bereits in der kommenden Woche erwartet Nunn einen Anruf vom Geschäftsführer der HSS, Peter Witterauf. CSU-Parteichef Horst Seehofer habe sich dagegen noch nicht gemeldet, um den Standort Kreuth für die Christsozialen zu erhalten. Dies hatte Seehofer gegenüber Journalisten im März angekündigt.

So kennt man das langgezogene Gebäude der Hanns-Seidel-Stiftung in Wildbad Kreuth. Quelle: Rolf Kaul
So kennt man das langgezogene Gebäude der Hanns-Seidel-Stiftung in Wildbad Kreuth / Quelle: Rolf Kaul

Sollte es zu keiner Einigung kommen, wäre der Rauswurf für die CSU bitter. Denn Kreuth ist für die Partei ein langjähriges Markenzeichen. Es begann 1976 mit einem Paukenschlag, die Aufkündigung der gemeinsamen Bundestagsfraktion mit der CDU. Der Kreuther Geist war geboren, das Synonym für Parteirevolte.

Seitdem pilgern Jahr für Jahr im Januar Scharen von Journalisten in das meist tiefverschneite Wildbad in der Hoffnung, dass die Partei wieder die Muskeln spielen lässt und Richtungsweisendes äußert. Schließlich sei Kreuth das Zauberwort für das CSU-Profil, heißt es aus Parteikreisen. Wer weiß, wie lange noch?


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