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"Bad Wiessee" an der Kette

Kein Schiff wird kommen

Vergeblich sucht man das Fahrgastschiff „Bad Wiessee“ auf dem Tegernsee. Es dient inzwischen als schwimmende Bar. Auch ein Steg ist seit zwei Jahren gekappt, zum Leidwesen des Bürgermeisters.

Hier wird längere Zeit kein Schiff mehr anlegen.
Hier dürfte längere Zeit kein Schiff mehr anlegen.

Irgendwie hat Bad Wiessee bei der Schifffahrt Tegernsee keine so guten Karten. Schon lange schippert kein Dampfer mehr mit dem Namen Bad Wiessee über den See. Zumindest hier unterbleibt die Werbung für den Kurort, während alle anderen Tal-Gemeinden auf dem Wasser vertreten sind.

Die Bad Wiessee fristet Ihr Dasein seit neun Jahren an der Kette. „Der Hotelier Klaus Hurler hat es im Jahr 2007 erworben und betreibt es als schwimmende Bar vor dem Restaurant Eybhof im Egerer See“, berichtet Lorenz Höß, Betriebsleiter der Schifffahrt Tegernsee. Auch sonst meint es Höß mit seinem Namensvetter am Westufer nicht so gut. Er ließ vor zwei Jahren die Schiffsanlegestelle vor dem Terrassenhof kappen, was Wiessees Bürgermeister Peter Höß sehr bedauerte.

Ihm sei es wichtig, den Steg zu erhalten, sagte er, als es die Anlegestelle noch gab. Seit vergangenem Jahr ist sie abgebaut, es ragen nur noch vier Pylonen aus dem See. Vorbei ist es auch mit einem Wiederaufbau an gleicher Stelle, denn nun wuchert das Schilf und ist damit Tabuzone. „Ein neuer Steg im Schilfgürtel würde am Naturschutz scheitern“, so Peter Höß. Ihm schwebe ein Steg in der Bucht Richtung Hotel Lederer vor. Festgelegt sei aber noch nichts.

Steg war bei „Rundfahrten sehr begehrt“

Zum Abriss kam es, weil der kleine Steg beim Kurviertel im Frühjahr 2014 eigentlich saniert werden sollte. Dabei stellte man aber fest, dass die Holzkonstruktion völlig marode war. Die Schifffahrt hoffte, bis Ende 2014 wieder einen neuen Steg anlaufen zu können. Doch es kam anders. Nun hieß es, der Bedarf sei nicht gegeben. Zum Leidwesen des Hoteliers Alwin Gericke, der den Terrassenhof dort betreibt:

Wir vermissen den Steg sehr. Natürlich war er im Linienbetrieb uninteressant, da nur zweimal am Tag Schiffe anlegten. Aber gerade in Verbindung mit Veranstaltungen war eine Rundfahrt immer sehr begehrt.

Der Steg sei damals abgebaut worden, mit der Aussage, dass er im nächsten Frühjahr wieder neu errichtet werde, so Gericke. „Es sind auch immer noch nicht alle Pfähle entfernt. Daher bestünde die Möglichkeit, ihn wieder aufzubauen“.

Schilf verhindert Wiederaufbau

Doch so wird es nicht kommen, denn die Stelle sei inzwischen zu sensibel, heißt es bei der Schifffahrt. Erst wenn die geplanten Neubauten im Kurviertel erstellt seien, lohne es sich, über einen neuen Anlegesteg nachzudenken. Der solle auch nicht an der alten Stelle direkt im Schilfgürtel entstehen. Besser wäre ein weniger sensibler Platz.

Vor dem Terrassenhof
Vor dem Wiesseer Hotel Terrassenhof gab es einst einen Anlegesteg.

Nach einem Gespräch mit der Gemeinde, sagt Lorenz Höß, sei „ein alternativer Standort diskutiert, aber nicht festgelegt worden. Bürgermeister Höß hat eine Beteiligung von Bad Wiessee bei der Erstellung des Steges in Aussicht gestellt“. Denn der Rathauschef „hält nach erfolgter Umgestaltung des Jodbadareals einen Steg an alter oder nahegelegener Stelle für erforderlich“, so Lorenz Höß.

„Wünschenswert wäre, auch in Bezug auf die Verkehrsentlastung, ein vernünftig frequentierter Steg mit konkurrenzfähigen Fahrpreisen“, hofft zumindest Gericke. Doch wann und ob sein Wunsch in Erfüllung geht, steht in den Sternen. Denn der Schilfgürtel weitet sich schnell aus. Schneller, als es manchem Entscheidungsträger lieb sein dürfte.


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