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HS-Ausbildungsratgeber – heute: Brauerei und Winzerei

„Kein Tag ohne Alkohol“

Von Maximilian Liegl

Der durchschnittliche Deutsche trinkt im Jahr mehr als 106 Liter Bier, über 21 Liter Wein, fünfeinhalb Liter Spirituosen und knappe vier Liter Schaumwein. Deutsche Biere und Weine werden für ihre hohe Qualität geschätzt und sind international gefragt. Verantwortlich dafür sind die deutschen Brauer, Mälzer und Winzer. Ein Traumjob?

106 Liter Bier jährlich: Kein anderes alkoholisches Getränk erfreut sich in Deutschland größerer Beliebtheit
106 Liter Bier jährlich: Kein anderes alkoholisches Getränk erfreut sich in Deutschland größerer Beliebtheit

Das Trinken hat in Bayern Tradition: Kürzlich feierte das Reinheitsgebot 500-jähriges Jubiläum. Ebenso traditionsreich sind die Berufe rund um die Alkoholproduktion. Der Einstieg erfolgt größtenteils über eine kleine Auswahl an dreijährigen Berufsausbildungen. Welche das sind, stellen wir in der heutigen Ausgabe des HS-Ausbildungsratgebers vor.

Sebastian, 23: Brauer und Mälzer

„Wie Viele in Bayern, trinke ich gerne mal ein Bier. In Maßen versteht sich. Und damit meine ich nicht den Literkrug. Aber Spaß beiseite. Mein Interesse für das Brauereiwesen wurde während eines USA-Aufenthaltes geweckt. Verwöhnt vom guten Tegernseer Bier, musste ich feststellen, dass das Bier dort drüben schrecklich ist. Wasser, Malz, Hopfen, Hefe – wie kann das Ergebnis so unterschiedlich sein? Mein Berufswunsch Brauer und Mälzer war geboren.

Während meiner Ausbildung durfte ich mit Freude feststellen, wie komplex der Vorgang ist. Auswahl und Einkauf der bestmöglichen Zutaten, Malz-Herstellung – bestehend aus weichen, keimen und darren – und dem schlussendlichen brauen des Bieres. In Wirklichkeit gibt es noch etliche weitere Schritte. Die wichtigste Zutat ist dabei das Herzblut des Brauers. Ich denke jeder, der diesen Beruf ausübt ist mit Herz dabei und liebt seine Arbeit.

Die Tätigkeiten hängen dabei stark von der Größe der Brauerei ab. Bei kleineren Produzenten wird noch sehr viel von Hand gemacht, während bei großen Brauereien das sachkundige Bedienen von Produktionsanlagen im Vordergrund steht. Das sollte jeder angehende Brauer vor seiner Bewerbung beachten. Ich habe meine Ausbildung vor kurzem beendet. Im dritten Lehrjahr habe ich knappe 900 Euro im Monat verdient. Zuzüglich unbegrenztem Vorrat an Produktionsproben. Qualitätssicherung muss sein.“

Tim, 20: Winzer

„Ich komme zwar aus dem Miesbacher Landkreis, aber als Kind war ich in den Ferien immer auf dem fränkischen Weingut meines Großvaters zu Besuch und so kam ich schon früh mit der Winzerei in Kontakt. Nach dem Abitur habe ich dann erst einmal eine Ausbildung als Versicherungskaufmann angefangen, diese aber nach einem halben Jahr abgebrochen. Ich wollte mein Leben nicht im Büro verbringen. Das war mir zu langweilig.

Also begann ich eine Ausbildung zum Winzer. Das ist harte Arbeit, aber macht mir unglaublich viel Spaß. Es deckt den kompletten Prozess der Weinherstellung ab. Zunächst bearbeitet man den Boden des Weinberges, setzt Jungpflanzen ein und pflegt diese. Nach der Traubenlese beginnt die Produktion: Pressen, Filtern, Gären, Schwefeln und Entsäuern stehen dann auf dem Programm.

Zuletzt wird der Wein in Fässer abgefüllt. Am besten gefällt es mir, dass man am Ende ein fertiges Produkt in den Händen hält. Und dabei ist kein Jahrgang wie der andere. Ich denke das macht die Tätigkeit des Winzers so einzigartig. Ich bin inzwischen im zweiten Ausbildungsjahr und verdiene 500 Euro im Monat.“

Marcel, 19: Destillateur

„Ich habe mich schon immer sehr für Chemie interessiert. Das begann mit meinem ersten Chemiebaukasten in der Grundschule und endete zunächst mit dem entsprechenden Leistungskurs. Kurz vor meinem Abschluss habe ich dann überlegt, wohin es beruflich gehen soll. Pharmabranche kam für mich nicht in Frage. Ich wollte Ergebnisse haben, die ich auch selbst testen kann.

Wollte ich zunächst noch Brauer werden, kam ich im Rahmen meiner Ausbildungssuche zu meiner jetzigen Lehre als Destillateur. Eine gute Entscheidung. Die Mischung macht es aus: Im Mittelpunkt jeder Produktion stehen komplexe biochemische Vorgänge – gradgenaue Erhitzung führt zur Wirkung bestimmter Enzyme, welche wiederum zur Umwandlung von Molekülen führen. Und so weiter. Dabei sind genaues Arbeiten und ein ausgeprägter Geruchsinn gefragt. Am Ende steht dann das fertige Produkt – und das darf man dann mit Freude kosten.

Die Arbeit macht unglaublich viel Spaß. Theoretisch könnte ich zu Hause meinen eigenen Schnaps brennen. Und genau das ist mein langfristiges Ziel: Nach der Ausbildung möchte ich meinen Meister machen um anschließend selbstständig mein eigenes Schnapslabel hochzuziehen. Derzeit bin ich im zweiten Ausbildungsjahr und verdiene 670 Euro im Monat.“

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